Bei mehreren Spuren Master Ausgang übersteuert

Hallo,
Ich bearbeite und mische Mehrspur Playbacks wo die Einzelspuren wie Drums, Bass, Gitarre usw. als MP3 Audio File vorliegen.
Es geht hier um die Bass und Drum Spur. In den Inserts benutze ich in der Regel ein 30 Band EQ , Maximizer und einen Limiter der den Output auf -0,5 dB begrenzt. Die Bass Spur geht meisten im Output auf max -3db. Die anderen Spuren liegen alle weiter drunter. Im Masterausgang liegen in den Inserts
der Brickwall Limiter, von Waves der Analyzer zum Anzeigen der Lautheit und das Dithering UV22HR.
Wenn ich jetzt den Song abspiele geht die Kanalanzeige bei keiner Spur über 0db. Im Eingang des Brickwall Limiter habe ich z.T über +3db.
Ich habe auch schon Bass und Drum Solo geschaltet gleiches Ergebnis deswegen weiß ich das es da herkommt hauptsächlich von der Drum Spur.
Wie kann das sein bzw. wo kommt das her. Habe ein paar Bilder angehängt damit man sich das besser vorstellen kann.

Gruß
Mannes



Wie kann was sein? Die Signale der Spuren addieren sich. Und da Cubase bi zum Master output in floating point arbeitet, bekommst Du positive Werte angezeigt.

Das würde ja heißen je mehr Spuren in einem Projekt desto mehr Übersteuerung im Master. Verstehe ich nicht. Die Übersteuerung ist ja im Eingang des
Brickwall Limiters der im vorletzten Insert im Master ist.
Wenn ich bei meinem Digitalmixer von Soundcraft alle Kanäle unter O db habe dann clippt es auch nicht im Master egal wieviel Kanäle ich auf habe.

:unamused:

…Gain Staging wäre mal ein Suchbegriff für YouTube…

ist ja logisch dass der Pegel wächst umso mehr Spuren spielen , dass addiert sich zusammen , nichts gegen Dich persönlich ,aber das scheinen sehr viele leider immer noch nicht zu verstehen ,dass auch wenn man in einer 32 Bit Float Aplikation wie Cubase arbeitet ,dass man irgendwann den Master Out clippt …bzw Intern innerhalb von Cubase und Co ja theoretisch nicht ,da genug Headroom nach Oben ,aber was man tatsächlich Clippt ,ist der Wander vom Audiointerface ,da der nur 24 Bit Integer verarbeiten kann ,

Ich hab mir bis vor nem Jahr auch die Frage gestellt ,wozu man Gain Staging in einer 32 oder 64 Bit Float Software wie Cubase braucht … heute weiss ich Gainstaging und Gainmaging vor und zwischen den Plugins sehr zu schätzen!! ,alles klingt runder und man kann besser Mischen , auch brauchen zb bestimmte Waves oder Uad oder auch Plugins von Slate Digital ein Input Pegel von -18 dbFs bzw 0 VU um sauber und adäquatarbeiten zu können :slight_smile: da sie alte Hardware nachemulieren ,

hier mal ein gutes Video zum Thema Gainstaging mit Matthias Ramson

https://www.youtube.com/watch?v=pgXZIYCYzUQ&t=37s

So pauschal nicht ganz, aber prinzipiell schon.

Ja da kommt ja die Summe der Einzelkanäle an. Genau genommen clippt er ja auch nicht, da der Eingang noch in der Floating point Berechnung liegt.

Auch dein Soundcraft mixer clippt am Ausgang irgendwann, wenn Du den Master nicht runter ziehst.

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du möchtest den Mixdown auch gleich Mastern. Das ist m.E. nicht besonders schlau :wink:

Du kannst folgendes versuchen:

Für den Grundmix brauchst Du normalerweise keinen Limiter oder Brickwall-Limiter (Material abhängig)

  • Pegel die Drums z.B. bei -10 dB ein.
  • Nun der Bass passend zur Lautstärke der Drums
  • Es folgen die restlichen Instrumente in Abhängigkeit der zuert eingestellten Spuren (Drums/Bass)
  • Gleiche die Lautstärken jetzt einzeln ab, bis der Mix Dir gefällt
    In der Summe kommst Du jetzt vllt. auf -3 dB(?)

Komprimiere ggf. in der Summe etwas (2:1). Exportiere den Song als Mixdown als WAV 24 Bit / 44.1 kHz

Nun kommt ein neues Projekt, in dem Du den Song Masters. Hier kannst Du den Song auf Lautstärke bringen (Kompressor/Limiter…) und ein Feintuning vornehmen. Streamingdienste -1 dB Truepeak / CD -0,3 db Truepeak, LUFS -14

Anmerkung am Rande: Das ist nur eine sehr grobe Beschreibung der Vorgehensweise :wink: Soll aber den möglichen Arbeitsablauf beschreiben.

Hoffe, es hilft ein wenig :slight_smile:

Stichwort: Gain Staging

stell in jeder Spur einen Durchschnittspegel (RMS) von -18 dBfs ein. Bei dem Pegel arbeiten auch alle Plugins etc. richtig. Ein Kompressor-PlugIn braucht, wie die alte Hardware, einen definierten Eingangspegel. Da arbeitet er viel besser! Die Summe am Master Eingang braucht nicht so hoch zu sein. Lasst ruhig etwas Luft. Wie VOX schon schrieb: Laut machen kann man es je nach Geschmack noch beim Mastern.

https://www.youtube.com/watch?v=73tm35yrbi4

Sehr gut erklärt. Gutes Gelingen :slight_smile:

@Carryon bist du sicher dass es -18 db RMS sind und nicht -18dbFs Peak ??

Das mit dem Durchschnittspegel und Peak beim Gain Staging ist so ne Sache, und eine klare Antwort ist, es kommt darauf an :smiley:

Es gibt Signale mit sehr wenig Durchschnittspegel aber hohen Peaks (Triangel, Sitar etc.) oder Signale mit hohem Durchschnittspegel und relativ niedrigen Peaks.
Gesang ist auch so ein Thema, es gibt Sänger die können kontinuierliche Lautstärke von sich geben, leise oder laut, aber immer mit gutem Durchschnittspegel und wenig Peakausreißer.
Dann gibt es Sänger (meist Unerfahren), die singen extrem dynamisch mit hohen Peaks und wenig Durchschnittspegel.

Dennoch, ein guter Richtwert bei Aufnahmen ist zwischen -12dB bis max. -6dB Peak, Durchschnittspegel bei ca. -23dB manche gehen etwas höher, manche etwas niedriger.
siehe hier ein Beispiel eines recht gleichmäßig gesungenen Songs:
Aufnahmepegel.JPG
-6,39 Peak und eine Durchschnittlautheit von ca. -22dB

Damit können alle Plugins die alte Gerätschaften (1176, Pultec EQ etc.) simulieren, im Sweetspot betrieben werden, wie es vorgesehen war.
Plugins, die nicht alte Gerätschaften simulieren, können auch mit deutlich höheren Werten im Sweetspot betrieben werden.

Jetzt wirds schwierig, man kann natürlich Plugins die alte Hardware simulieren, trotzdem mit höherem Gain füttern, mit sehr guten Ergebnissen, wichtig ist zu hören, was passiert, wird das Signal matt und stumpf, dann war das nix, wirds aber saturiert und haut einem Obertöne um das Ohr, dann kann das passen.

Hierzu gibt es bei Waves (Im Learn-Bereich) eine OpenMixSession, bei dem Chris Lord-Alge deutlich sagt, keine Angst vor hohen Gainstufen :wink:
Natürlich muss man wissen was man macht, alles einfach an die Wand fahren, gilt natürlich nicht.
In Dosen genossen, kein Problem!


In Sachen Pegel in den einzelnen Spuren haben sich bei mir Werte zwischen -12dB bis max. -6dB Peak bewährt.
Wobei die meisten Spuren bei mir um die -12db bis -8dB Peak aufgenommen sind, und nur Lead Vocals gerne auch bei max. -6dB Peak landen.
Denn ich bin ein fauler Mensch, und lasse gerne in der Regel die MixConsole-Fader bei 0dB oder leicht drunter stehen.

Eigentlich liegt das auf der Hand. Ich stecke mehr rein also Kommt auch mehr raus.
Verdoppelung der Spuren mit gleichen Pegeln erhöht den Ausgangspegel um 6dB.
Hier eine Website mit Grundlagen.Es gibt auch andere für den Anfänger geeignete Informationen.
Viele Bücher sind über Tontechnik geschrieben worden.

http://www.sengpielaudio.com/

http://www.sengpielaudio.com/Rechner-pegelaenderung.htm

Danke für die zahlreichen Erklärungen und Tips, bin halt noch ziemlich am Anfang, hab das jetzt verstanden. Da ich ja nicht mastere denke ich sind die Spuren ok. Ich speichere die einzeln bearbeiteten Spuren wieder ab. Mein Zuspieler auf der Bühne kann im Gegensatz zum PC Liver Player, einzelne Spuren zusammen abspielen, hat den Vorteil ich kann einzelne Spuren nachmischen oder gar ausblenden.