Das Arbeitsbereichs-Dilemma u der mögliche Ausweg

Weshalb verschwende ich nach so vielen Jahren mit Cubase immer noch Zeit und Nerven,
indem ich meinen Workflow unterbreche, um Fensterchen anzupassen u anzuordnen?

Anders gefragt:

Weshalb nutze ich die Möglichkeiten der Arbeitsbereichsfunktionalität nicht
richtig aus?

Meine Vermutung:

Weil das Aufteilen und Anordnen von Funktionsbereichen (Fenstern) ein vom
eigentlichen Arbeitsinhalt separater Nebenschauplatz ist, für den ich
offenbar kaum bereit bin, Aufmerksamkeit aufzuwenden. Das Aufrufen von
mehreren Arbeitsbereichen über eine Taste (bei mir die Funktionstasten)
setzt nämlich voraus, dass ich mir die Arbeitsbereiche zumindest vage
einpräge und mir die zugehörige Taste exakt merke. Und genau diese
Abstraktions- u Gedächtnisleistung ist mir offenbar, da ich ja eigenlich
etwas anderes mache, zu viel. Im Resultat wurschtele ich mich umständlich
durch.

Es gibt bestimmt Leute, die darüber lachen u überhaupt keine Mühe damit
haben, aber dennoch scheine ich mich in ganz guter bzw. großer Gesellschaft
zu befinden, denn Apple hat für genau dieses Problem auf
Betriebssystemebene eine Lösung gefunden:
die Arbeitsbereiche werden in einer Überblicksansicht visualisiert u mittels gleichsam
verschiedener “Schreibtische” veranschaulicht. Der Überlick ist mit einer
intuitiven Mausgeste aufrufbar und der Wechsel zwischen
den “Schreibtischen” gelingt ebenfalls mit Mausgesten
(wie bei meinem
Android-Handy).

Offenkundig erspart der visuelle Überblick über (kaum zu benennende)
Fensteranordnungen Gedächtnisleistungen und die intuive Aufrufbarkeit
vermeidenswerte Abstraktionsleistungen.

Nun würde mir diese Funktionalität auf Betriebssystemebene für Cubase gar
nichts nützen, sofern Windows oder das OS die einzelnen Fenster nicht wie
separate Programminstanzen behandeln und zu virtuellen Schreibtischen
bündeln könnten. Wollte Steinberg dieses Feature bringen, müsste es innerhalb
von Cubase geschehen.

Nachdem ich mir die Konzepte von Studio One u Garage Band angesehen habe,
glaube ich, dass letztere das schlechtere und Steinberg das bessere,
nämlich wesentlich flexiblere und individualisierbarere Konzept verfolgt.
Ich meine: das One Window Concept greift zu kurz, es ist zu starr u
verschenkt wertvollen Bildschirm für Funktionsbereiche, die lediglich
kontextbezogen benötigt werden. Ich möchte wetten, dass wir eine
Aufweichung dieses Konzepts erleben werden. Das Arbeitsbereichskonzept
von Steinberg hingegen überfordert so manchen User, was man
aber durch ein Visualisiserungskonzept dramatisch ändern könnte!

Interessanterweise nutzen bspw. ausgerechnet Garage Band u Adobe CS5 das
Applesche “Schreibtisch”-Konzept nicht, indem sie nicht zulassen,
Andockfenster aus dem Hauptfenster des Programms heraus auf andere “Schreibtische” zu verschieben. Technische Hürden oder einfach auf halber Stecke aufgehört zu denken?

Ich würde mich freuen, wenn wir die angesprochenen Punkte hier diskutieren und sich vielleicht noch weitere Aspekte ergeben würden!

Gruuuß,

Heiner

[ Intel Core 2 Quad Q6600 Box 2,40 GHz 8 MB L2 Cache 1066 MB FSB / Gigabyte P35-DS3R / 8 GB RAM PC2 6400 / 256 MB XFX GF 8400GS / OCZ SATA II 2.5“ SSD 60 GB / OCZ Vertex 3 SATA III 2.5" SSD 120 GB / 2 x Samsung HD 103 SJ 1 TB, 7200 rpm, 32 MB Cache / Win 7 Ultimate 64-bit / Cubase 7 / Focusrite Saffire Pro 24 DSP / Universal Audio Solo 610]

Nun, ich bin z.b der Meinung, das ein One Window Konzept genau das richtige wäre, da ich einen 27 2560x1440 besitze und ich mir nix besseres vorstellen kann, als einen integrierten Midi/Audio etc Editor!
Dies würde meine Arbeitsgeschwindigkeit extrem erhöhen…

Natürlich ist dies alleine zu wenig, da man alleine schon für Plugins ein Mehrfenster Konzept benötigt!

Grundsätzlich finde ich die Arbeitsbereiche in Windows nützlich und durch Shortcuts (für mich) auch brauchbar, aber nicht 100% zu Ende gedacht…

Inzwischen habe ich erfahren, dass Steinberg unter Apple die “Schreibtisch”-Funktionalität des OS optimal ausnutzt - man hat dort quasi Arbeitsbereiche durch das OS, für die es eine intuitiv zugängliche (Mausgeste) Übersicht gibt, anhand derer man sofort sieht, wo welche Fensterkonstellation sich gerade befindet.

Möglicherweise gibt es deshalb die Arbeitsbereiche in der Mac-Version gar nicht, aber unabhängig davon vermute ich, dass sie für Windows geschaffen wurden, um das fehlende Schreibtisch-Feature auszugleichen.

Nun wäre es aber konsequent und überaus hilfreich, auch die Übersicht über die jeweiligen Schreibtische als Teil dieses Features zu verstehen und hinzuzufügen. Möglicherweise ist das kein kleiner Aufwand, aber es müsste doch technisch möglich sein, oder?

Liest jemand von Steinberg mit, der etwas hierzu sagen könnte?

Elektrosaft, ich gebe Dir Recht, dass es wohl immer auf eine Kombination verschiedener Konzepte hinauslaufen wird, wie es ja momentan auch in jeder DAW bereits der Fall ist. Spannend ist nur, wie man im Detail kombiniert und wie flexibel man dabei bleibt. Wenn ich mir schon so einen großen Bildschirm leiste, möchte ich ihn auch gern nach meinem Gusto optimal ausnutzen und nicht diktiert bekommen, wo welches Fenster erscheint.

@haiiner
Für Feature Request und ähnliches gibt es ein eigenes Forum im englischen Bereich.
Du kannst Dich hier im deutschen Forum wund schreiben (aus eigener Erfahrung), mache das im o.g. englischen Forum, und versuche genügend Cubasianer hinter Dich zu bekommen, so sieht Steinberg auch, ist es ein Wunsch eines Einzelnen oder wünschen das mehrere.

Ja, scheinbar rangiert das deutsche Forum im Moment eher unter “ferner liefen”…
Hab mir auch angewöhnt, Dinge im englischen Forum zu posten.

Ok, danke für den Hinweis!

Hier der Thread:

http://www.steinberg.net/forum/viewtopic.php?f=175&t=39890

Gruuuß,
Heiner

Unter S-ONE und adobe cs5/6 kann man Fensterbereiche abdocken und auf andere Bildschirme verteilen.
Jan

Wenn man nur ein bisschen Verstand und Augen öffnet, dann schaut man sich einfach das Docking-System von Halion 4 an, und schon bekommt man eine Ahnung davon, wie Steinberg sowas umsetzt…

Fantast, Dein inhaltlicher Hinweis wäre hilfreich ohne den überheblichen wie überflüssigen Rekurs auf den Verstand anderer - bist Du gerade kreativ blockiert oder leidest Du darunter, ein durchschnittlich begabter Mensch in einem durchschnittlichen Leben zu sein?

Wer sich angesprochen fühlt, schreit als Erster …

… und bestätigt mein Statement: Anstelle des unerträglichen öffentlichen Wehklagens (“Hilfe, mein Mixer ist weg!”) wäre es meist zielführender, zuvor seine eigenen Hausaufgaben zu machen. Dies ist aber, wenn man sich Foren wie dieses hier antut, durchaus allgemein gemeint. Aber wie gesagt, wer sich angesprochen fühlt …

Mit der Kreativität, den ganzen Müll auch noch in Blau hervorzuheben, kann ich allerdings nicht aufwarten, da hat der Haiiiiini schon Recht …

Irrtum, Freundchen. Ich gehe nicht drüber weg, wenn jemand in der Anonymität eines Forums herumflegelt und sich als Oberblitzmerker generiert, was ihm ohnehin niemand abkauft. Das, was Du “Deine Statements” nennst, zeugt nicht vom Interesse am fachlichen Austausch, sondern von einem recht durchschaubaren Versuch der Selbsterhöhung.