De-Esser gegen Saitenquietschen...

Hallo Ihr…

Ich nehme meine Klassische Gitarre mit Aufsteckmikrophonen ab, das hat sich am besten bewährt klanglich. Da ich meine Solos meistens auf der umwickelten G-Saite spiele, quietscht es umso munterer vor sich hin. Ich versuche dem, mit dem Steinberg De-Esser beizukommen aber mit mäßigem Erfolg. Hat einer der zupfenden Fraktion von euch einen guten Tip für einen effektiveren De-esser/Entquietscher?

Ich würds mal mit nem Multibandkompressor, oder einem Standard Kompressor, über einen sidechain angesteuert bversuchen. Oder halt auch mit einem dynamischen EQ.

Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du versuchst die Geräusche spieltechnisch zu vermeiden… :sunglasses:

Mit einem “De-Esser” kann man kein Quitschen/Rutschen von Gitarrensaiten sauber “entfernen”. Es gibt hierfür auch keinerlei audioeske “Plugins”, da diesbezügl. primär gute Spielweise und sauberes Greifen der Saiten eher gefragt sind. Ich teile daher das vorherige Posting vom Electricjuiz. Oder gleich Musiker austauschen. Nützt ja nix.
Die “Tricks” über Sidechain, Automationen usw. funktionieren da doch selten oder eher leider kaum bis nicht. Nachträgliches Editing ist Sisyphusarbeit, kann aber bisschen klappen, ist aber meistens im Songablauf nicht immer möglich, da das Gesamtklangbild der Gitarre schnell mal angegriffen wird. Durch allg. beherzte Kompression kommt natürlich auch das Saitenrutschen deutlicher hervor. Das Problem kennt man. Vielleicht ggf. ein Multi-Band eines Dynamikplugins probieren (leise Rutscher noch leiser runterfahren o.ä.), Man müsste das recordete Signal hier mal hören.
Wobei es auch stilmässig wirklich schön und elementar klingen kann, wenn gerade die Nebengeräusche der Gitarre mit dabei sind. Erst recht, wenn sie womöglich etwas “überbetont” vorliegen. Gibt genug beispielhafte Beispiele hierzu, auch im Bereich der Klassik, Jazz, Modern, usw.


(EDIT: oh, ich sah erst verspätet, dass mein Kommentar hier nicht gefragt ist, sorry, einfach überlesen)

Kenne das Problem mit klassischen Gitarren, kommt aber wirklich auch bei den besten Musikern vor. Oft fällst das ja auch erst beim Anhöhen der Aufnahme auf, durch die Mikroposition verschlimmert. Das ist vor allem schlimm, wenn die Saiten sehr neu sind. Probierte doch mal nicht so viel zu"rutschen" und dein Solo auf mehrere Saiten zu verteilen. Bei vielen klassischen Stücken wird das auch bereits beim Komponieren berücksichtigt.
Ansonsten hätte ich erst mal das gemacht was thinkingcap bereits geschrieben hat.
Oder auf die “altmodische Art”: Automation oder Event Hüllkurve…

Ich danke für die Hinweise, aber: ich spiele nicht umsonst mit einer umwickelten G-Saite und meine Solos nicht umsonst hauptsächlich darauf. Es ist eine klangästhetische Entscheidung. Die müsst ihr auch überhaupt nicht teilen, aber sie impliziert dummerweise das lästige Quietschen.
Der de-esser hilft dabei recht gut, aber es bleiben immer einige wenige Artefakte an prominenter Stelle. Dynamischer Eq ist eine gute Idee, hab ich noch nicht ausgiebig versucht. Eric: was meinst du mit “Event-Hüllkurve”?

Hatte gerade letzte Woche eien Reihe von akustischer Gitarrenaufnahmen gemacht, und mich über Saitenquietschen (kann ich spielerisch weitestgehend verhindern) aber auch Saitenrasseln (zu hart geschlagen oder Akkord bspw. Gdim7 u.ä. ist so bescheuert zu greifen, das halt eine Saite rasselt).
Im Mix stört das nur dann, wenn die Gitarre eben vorne steht.
Neben sauberen Spiel, kommt es trotzdem vor, das rasseln oder quietschen entsteht.

Ich habe mit dem Gefell M930 ein fantastisches Mikro, allerdings ist das auch gnadenlos fotorealistisch :frowning:

Am besten man versucht das Mikro vom Hals weg zu positionieren, das ist insofern schwierig, dass dann die schönen Höhen nicht immer zu bekommen sind. Aber das ist der beste Weg, und ein Mikro verwenden, was nicht so gnadenlos ist.

de-esser, Komprimierung, das alles fkt. nicht.
Automation oder Gainreduction in hoher Auflösung dagegen kann gut funktionieren.

und was macht ein Kompressor…?
Das funktioniert mit einem Kompressor genau so gut oder schlecht, wie auch de-Essing damit funktioniert. Nur dass im Gegensatz zum Steinberg de-esser die Frequenz wählbar ist…
Und ich rede hier nicht von “entfernen” das geht nur mit der Schere, ich rede von “beikommen”…

Bei mir hat das nicht so funktioniert, wenn ich dagegen mir im Sampleeditor die Stelle suche, und diese im Gain reduziere fkt. das zum Teil gut. Wobei ich allerdings, bevor ich mir einen Wolf editiere, erst nochmal versuche das spieltechnisch zu lösen.

@ Whitealbum:
hast du das Gefell auch in Stereo-Combi mal probiert? Hierfür mag ich es eigentlich sehr gern nutzen, gerade wenn man einen gut klingenden Raum zur Verfügung hat. Wir hatten letzten einen begnadeten Brasilianischen Gitarristen hier, herrlich, der Kerl. (kein Wunder, die Jungs da spielen entweder Fussball, oder perfekt tausend Instrumente :wink:
Wobei das 930er wirklich total deutlich alles einbezieht, was man vielleicht nicht hören will. Das stimmt. Ähnliches da auch mit dem TLM 103 oder U87i vor akustischer Gitarre, aber das sind für mich dennoch sehr schöne Standardwerkzeuge für diese Recordingsituation. Eh klar, mit verbesserter, weil angepasster Mic-Position geht da so einiges mehr.

de-esser, Komprimierung, das alles fkt. nicht.

  • 1
    Das Saitenrutschen ist oftmals viel zu komplex, kann frequenz- wie lautstärke-mässig sehr unterschiedlich klingen, um diesem “Störgeräusch” (?) mit den o.g. Plugins beizukommen. (so meine Erfahrungen damit jedenfalls…)


    Sehr interessant finde ich für das Audio-Editing auch die von Eric erwähnten “Volume Event Envelopes” in Cubase, welche kaum bekannt sind, oder bestimmt eher selten verwendet werden - es ist eine Art Unter-Unter-Automation der Lautstärke.
    Mit dem Stift-Tool kann man hierbei direkt auf die Region “malen” im Arrange. Diese feine Sache habe ich selber schon oft und im Speziellen z.B. für Gesang benutzt, da viel genauer anpassbar als alle DeEsser zusammen. (nur ein Beispiel)
    Vorteil dieser Envelope Events auch: die Wellenform passt sich optisch sofort nach Einzeichnung an.

Na das alte Prinzip “shit in - shit out” gilt nach wie vor, da müssen wir nicht drüber diskutieren, ich bin mir ziemlich sicher, das weiß auch sidfrancis. Aber genau genommen dürften dann auch niemand solche Dinge wie “Mulitchannel drum quantizing” nutzen - einfach gleich vernünftig einspielen…

Gar nicht gewusst das Du eine Affinität zu Flower Power hast :mrgreen:
Na klar, weiß dass der Sid. Aber zwischen Wissen und Umsetzen ist manchmal ein kleiner Schritt notwendig.
Manchmal muss das auch einfach nochmal von einem dritten geäußert werden (und ich darf das, gell Sid :smiley: ), dann rutscht das auch ins Unterbewusstsein, und man strengt sich nochmal an.

Und zum Multichannel drum quantizing, lieber richtig spielen.
Auf diese Funktion kann ich liebend gerne verzichten, da lasse ich den Drummer lieber zwei, drei Takes spielen.
Und suche mir die besten aus (allerdings braucht man auch so einen Drummer, ich habe so einen :mrgreen: , gott sei Dank!

@centralmusic:
Ja, das M930 ist schon Hammer, leider habe ich nur eins, auch müßte mein Raum dafür auch größer sein.
Wenn ich ins Dachgeschoss gehe (60qm), dann ist hier das auch einfacher, he , du bringst mich auf ne Idee, ich mache die akust. Gitarrenaufnahmen mal wieder unter dem Dach…

Event Envelopes, ah ja, die hatte ich schon fast vergessen, stimmt, auch ne feine Idee!
Unter Logic 4, gab es ja noch keine Automation (wir hatten ja nix nach’m Krieg :mrgreen: ), da hatte ich alle Volume/Panner usw. ANpassungen mit diesen Event Envelopes gemacht, man waren das anstrengende Zeiten.

@Sid: Das war jetzt von meiner Seite alledrings nicht so zu verstehen, daß ich der Meinung bin, du spielst Scheisse -also nicht falschg verstehen, bitte.

:sunglasses: nen bischen Öl an die Seite und das Quitschen ist vorbei -> und man kann das Solo in doppelter Geschwindigkeit einspielen -> egal mit wieviel Seiten :wink: :wink:


gruß chris

Centralmusic wrote:
Sehr interessant finde ich für das Audio-Editing auch die von Eric erwähnten “Volume Event Envelopes” in Cubase, welche kaum bekannt sind, oder bestimmt eher selten verwendet werden - es ist eine Art Unter-Unter-Automation der Lautstärke.
Mit dem Stift-Tool kann man hierbei direkt auf die Region “malen” im Arrange. Diese feine Sache habe ich selber schon oft und im Speziellen z.B. für Gesang benutzt, da viel genauer anpassbar als alle DeEsser zusammen. (nur ein Beispiel)
Vorteil dieser Envelope Events auch: die Wellenform passt sich optisch sofort nach Einzeichnung an.

Und das schöne ist ja, dass diese änderungen VOR ALLEN Inserts, Sends usw. vorgenommen werden. Ich mache das gerne vor dem Kompressor, da dieser dann nicht so stark auf die Störgeräusche reagiert bzw. anschlägt. Klingt auch um einiges natürlicher, als wenn man das hinter dem Kompressor mit der Automation realisiert.

Noch Tipps von mir zum aufnehmen: Was auch sehr oft unterschätzt wird ist der Einsatz eines Tonabnehmers. Ich nehme das gerne noch mit auf, und mische das Signal dann unter. Klingt im Vergleich zur Mikrofonabnahme zwar etwas unnatürlich und zu direkt, aber dafür sehr sauber - je nach Art und Position des Tonabnehmers. Ich setze auch oft noch ein dynamisches Mikrofon ein, um die Mitten zu betonen. Nicht sehr üblich, ziehe ich aber jedem EQ vor.

whitealbum wrote:
Und zum Multichannel drum quantizing, lieber richtig spielen.
Auf diese Funktion kann ich liebend gerne verzichten, da lasse ich den Drummer lieber zwei, drei Takes spielen.
Und suche mir die besten aus (allerdings braucht man auch so einen Drummer, ich habe so einen , gott sei Dank!

Also wenn der Drummer nicht gut ist kann das wirklich gefählich werden :mrgreen: Wir haben hier auch einen wirklich tollen Drummer, aber eher ein Live- als Studioperformer - im positiven Sinne. Das schätze ich sehr an ihm, da er die Aufnahmen ziemlich flüssig und lebendig spielt. Nicht immer direkt auf dem Grid, manchmal etwas vor- oder zurückgezogen, je nach Song Part - abgerundet von schönen Fills. Das würde ich auf keinen Fall tot quantisieren, aber wenn man das mal muss (zum Beispiel um das programmierten Midi Files anzupassen) ist diese Drum-Quantisierung schon toll. Ich mache das aber immer noch per Slicing, oder kann man jetzt auch ohne bedenken Audio-Warpen?

@ericvoigt
event envelope gedöns, ja das ist nicht zu verachten (vor allem vor dem Kompressor), dass muss ich unbedingt ausprobieren.
Was für Tonabnehmer für akust. Gitarre kannst Du empfehlen, das ist wirklich eine Überlegung wert, da dieses Mittenbrett gemixt mit dem mikroabgenommenen gut kommen kann. Muss auch mal mein e606 (hat soweiso ein Höhenpeak) zusätzlich dazu missbrauchen.

Quantizing: Ja, da gilt es wirklich abzuwägen, was man erreichen möchte.
Ich habe den Vorteil, dass ich von vornherein weiß, da kommt ein echtes Drum hin (kein Abgleich mit MIdi notwendig etc.).
D.h., der Drummer hat gewisse Freiheiten, und die kann er songdienlich auch nutzen.
Für mich ist wirklich wichtig, das der Song in sich groovt, leichte Ungenauigkeiten sind gewollt.
Es gibt sogar einen Song, da ist der Drumeinstieg, nach einem Break eigentlich wirklich zu spät, aber das schiebt an der Stelle wie Hölle, habe ich so gelassen.
Oder wenn man an den großen John “Bonzo” Bonham denkt, der bei sehr vielen Titeln am Abgrund (später kann man Schläge gar nicht mehr setzen) spielt, und dadurch entwickelt sich ein geradezu hypnotisch-wirkendes Drumming (siehe Kashmir, In MY Time Of Dying etc.). Schönes Thema :slight_smile:

JA! JA! und nochmals JA!
:smiley: (deswegen ist es auch sehr schade, dass Cubase-User dieses sehr interessante Feature kaum kennen oder nutzen…)

Die Mischung aus mehreren, teils sehr unterschiedlichen, Gitarren-Signalen mache ich ebenso oft und gern mit dieser Methode.

Oh, gute dyn. Mics werden oft unterschätzt, auch oder gerade für Akustik-Recordings. Muss ja nicht immer nobler HiEnd-Condenser sein. :sunglasses:

absolut!

Also, ich finde gerade bei Drums - und sei der Dummer noch so gut! - ist Timingstabilität über den gesamten Song einfach immens wichtig -> was ein nachträgliches Bearbeiten meiner Meinung immer zur Pflicht macht. Zumindest sonst halt dezent (?) eingesetzt. So hat das nachträgliche Drumquantizing in einer DAW absolut seine Berechtigung, ich mach das irgendwie immer mit. (Ausnahmen Fills, blabla usw. klar) Klar, alles Geschmackssache und von Fall zu Fall verschieden. Bei reinen akustischen, eher groovigen Sachen, Freejazz-Einlagen, Experimentelles, usw. kann das anders aussehen.

Gute Beispiele! Jau, feines Thema.
:sunglasses:

whitealbum wrote:
Was für Tonabnehmer für akust. Gitarre kannst Du empfehlen, das ist wirklich eine Überlegung wert, da dieses Mittenbrett gemixt mit dem mikroabgenommenen gut kommen kann. Muss auch mal mein e606 (hat soweiso ein Höhenpeak) zusätzlich dazu missbrauchen.

Also ich will dir da jetzt keine bestimmte Marke empfehlen, gerade weil das ja auch von Gitarre zu Gitarre unterschiedlich ausfällt - zugegeben bin ich auch nicht unbedingt ein Experte, was das angeht. Für Westerngitarren werden natürlich meistens Piezo Tonabnehmer eingesetzt, die Firma Fishman macht da ziemlich gutes Zeug (auch passiv) Gehe doch einfach mal mit deiner Gitarre zum Musikhändler deines Vertrauens, und lasse dich beraten.

Centralmusic wrote:
JA! ab Version 6.x klappt das in Cubase sogar hervorragend.

Also, ich finde gerade bei Drums - und sei der Dummer noch so gut! - ist Timingstabilität über den gesamten Song einfach immens wichtig, was ein nachträgliches Bearbeiten meiner Meinung immer zur Pflicht macht. Zumindest sonst halt dezent (?) eingesetzt. Damit steht und fällt der ganze Song. So hat das nachträgliche Drumquantizing in einer DAW absolut seine Berechtigung. (Ausnahmen Fills usw. klar) Klar, alles Geschmackssache und von Fall zu Fall verschieden. Bei reinen akustischen, eher groovigen Sachen, Freejazz-Einlagen, Experimentelles, usw. kann das anders aussehen.

Das ist toll, muss ich nachher gleich mal ausprobieren. Habe das bisher nicht gemacht, da ich die 6.5 übersprungen habe. Ja, wie stabil das Timing letztendlich sein muss hängt immer vom Stil und Song ab. Ich bin ja genell ein Fan von Live-Recordings. Gerade wenn die Band Playback zusammen einspielt (gerne auch ohne Click), kann das echt hammer-organisch klingen. Bei Balladen/langsamen Stücken, wo die Drums auch eher als Metronom dienen quantisiere ich zum Beispiel fast immer! Die Dynamik entsteht dann mehr durch das Piano und eine emotionale Stimme…

Die Mischung aus mehreren, teils sehr unterschiedlichen, Gitarren-Signalen mache ich ebenso oft und gern mit dieser Methode.

Absolut! Ich habe vor ein paar Monaten mal ein Konzertgitarren-Picking für einen Pop-Song aufgenommen. Mit Cubase wurde dann noch etwas experimentiert, und was dann echt genial klang war das VST Amp Rack auf dem dynamischen Mikro - irgend einen cleanen Amp benutzt (ich glaube es war der Blackface), ein bisschen Chorus und Reverb. Das dazugemischt hat wirklich einen total breiten und weichen Sound ergeben, auch in Mono abgehört.
Generell muss man bei mehreren Mikros auch immer auf Phasenauslöschungen achten, das ist nicht zu unterschätzen wie das dem Sound die Fülle nehmen kann. (abgesehen von dem bekannten Phasing-Effekt)

Hier, Eric, auf die Schnelle ein passendes “Multitrack Drum Editing Tutorial” f. Cubase:

http://www.youtube.com/watch?v=e0X5LJKeDu8

Gruss Cent.