Ja, das habe ich schon ausprobiert.
Zugegeben, die Aliaseffekte der einzelnen Wellenform sind zwar relativ leise, aber sobald z.B. ein Akkord gespielt wird oder die “veraliaste” Wellenform irgendwelche Filter und Verzerrer durchläuft, werden die Aliaseffekte plötzlich unangenehm laut. Deswegen bieten ja einige Plugins die Option “Oversampling” an. Bringt aber nix, wenn bereits der Input Qualitätseinbußen aufweist.
Es ist nicht meine Absicht, irgendwelche Hersteller von Audiosoftware schlecht zu reden. Was ich sagen will, ist, dass viele renommierte Hersteller von VST-Softsynths einen immensen Aufwand treiben, um analoge Filter und elektronische Bauteile digital nachzubilden. Gerade deswegen scheint es mir unwahrscheinlich, dass solche Hersteller bei der vergleichsweise einfachen Errechnung von Grundwellenformen wie z.B. einem Sägezahn von 10 kHz irgendwie nachlässig gewesen sein könnten.
Ziemlich stark “veraliast” scheint übrigens die interne Tonerzeugung vom Cubase-nativen “Testgenerator”-Plugin zu sein. Höhere Sampleraten u. größere Bittiefen haben hier m.E. gar keinen Verbesserungseffekt.
Spätestens ab einer Samplerate von z.B. 192 kHz müsste doch allgemein zumindest eine deutliche Verbesserung der Signalqualität festzustellen sein. Weil die Errechnung der Grundwellenformen in den VST-Synths dann schon von vornherein mit einer viel höheren Auflösung stattfände. (Zumindest würde ich das erwarten.) Sonst machen ja alle weiteren DSP-Berechnungen mit hoher Samplerate u. Bittiefe wenig Sinn.
Wenn ich allerdings z.B. einen kostenlosen Online-Tongenerator verwende, um einen Sägezahn von 10 kHz zu erzeugen und die erzeugte Audiodatei in Cubase reinlade, dann klingt dies sauberer und weniger “veraliast” als wenn die Wellenform von einem VST-Synth gekommen wäre.
Deswegen frage ich mich, wo das Problem liegt. Ich dachte schon, mein Audio-Interface sei kaputt und stellt die Samplerate nicht wirklich um, oder die Wordclock läuft nicht präzise. Dann würde aber auch die “saubere” Wellenform schlecht abgespielt werden.
Mein Verdacht geht inzwischen in folgende Richtung:
Bei einem Sägezahn von 10 kHz ist ausser dem Grundton nur noch die erste Harmonische bei 20 kHz hörbar. Deswegen generierte der simple Online-Tongenerator nur zwei Sinustöne mit der entsprechenden Frequenz. Da beide unterhalb der Samplingrate liegen, gibt’s auch nirgends eine Nyquist-Rückfaltung. Das Signal klingt sauber.
Bei den Softsynths dagegen werden rechnerisch womöglich noch weitere Harmonische im Vorfeld errechnet, die dann aber durch die Cubase-Samplerate begrenzt werden. Alias-Effekte treten auf.
Dennoch sollte sich die Signalqualität bei höheren Samplingraten verbessern. Wieso das bei meinem eigenen Produktions-Setup nicht der Fall ist, weiß ich leider auch nicht.