Dolby Atmos in Cubase 12 --> Performance Probleme (Betrifft auch Nuendo 12)

Hallo in die Runde,

ich will in Cubase 12 einen Dolby Atmos Mix anlegen, aber sowie der Dolby Renderer ins Spiel kommt, ist mit Performance nicht mehr zu wollen, es hagelt aussetzer. Ich habe hier im Forum zwar ähnliche Threads gefunden, aber keiner mit Lösung oder anderweitig konkreter Inhalte. Wie könnte ich das “in den Griff” kriegen? Scheinbar ist die Atmos-Performance in Nuendo 12 deutlisch schlechter als in Nuendo 11 (habe unter N11 nicht so viel mit Atmos gemacht, habe aber auch den Eindruck).
Prozessor: AMD Ryzen 9 3950X WOF 3500 AM4 BOX (der läuft egtl. sehr gut, nur bei Cubase mit Dolby Atmos zickt die Maschine) - ASUS-TUF-Bord, 64GM RAM, SSD HD und Win11 (latest Updates).
Ideen? Ist der Support dran an dem Problem? Scheint ja mehrere zu Betreffen!
LG
F

Hallo @FCSCholz,

hattest du auch den Audio-Buffer auf einen empfohlenen, deutlich höheren Wert gestellt? Bei der maximal möglichen Anzahl von Beds und Objekten/Streams kann selbst ein Buffer-Wert von 512 viel zu wenig sein, je nach PC-Leistungsfähigkeit und welches Audiointerface du verwendest.

Ich hatte mich mal bei einer Bearbeitung auf einen Buffer von 1024 festgelegt, und es gab dann trotz meiner älteren Hardware keine schlimmen Aussetzer mehr (mein Setup ist allerdings definitiv keine Referenz für produktive Systeme neuerer Bauart).

Grüsse,
Markus

[-edit-] Richtwerte:

Setup for Dolby Atmos Mixes

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Bei über 512 streikt bei mir der Renderer…
aber: Ich teste das nochmals. Sollte das klappen, “schreie” ich gleich hier :slight_smile:

Schonmal danke
Florian

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Mit 1024 funktioniert gar nichts. Ich habs mit verschiedenen Einstellungen im ASIO-Guard (…) versucht. Wo ist der Fehler?
LG
F

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Hallo @FCSCholz,

da bin ich momentan überfragt, da ich das UFX II nicht habe und somit nicht testen kann.
Ausserdem kenne ich nicht deinen insgesamten Setup.
Hier kann praktisch jede Fehlersuche komplex werden, da Audio-Aussetzer praktisch immer eher Symptom für verschiedenartigste Fehlerquellen sind.

Beispiel:
bei RME gibt es einen Foreneintrag vom 17.06.2023, wo jemand im DAW-Modus seines Fireface UFX II (sic!) und mit Ableton Live starke Aussetzer hatte, und sich aber dann herausstellte, dass die durch ihn korrekt eingestellt “geglaubte” Samplerate doch nicht an allen relevanten Stellen identisch eingestellt war.

Ich gehe aber nicht davon aus, dass du in der Hinsicht irgendwas übersehen haben könntest.
Vielleicht hilft es zur Fehlersuche trotzdem, zunächst alles abzuklemmen, vielleicht auch den USB-Port zu wechseln (auch von USB2 auf USB3 oder umgekehrt, und mal das Kabel tauschen, → siehe Messwerte oben), ADAT zu re-syncen, und auch mal alle bislang manuell erfolgten Einstellungen erst weg-, und dann wieder zurück zu konfigurieren. So leistungsfähig, wie dein UFX II nebst Treibern ist, dürfte es jedenfalls keinerlei isoliert vorkommende Aussetzer solcher Art geben. Leider geht mir an diesem Punkt mangels Vergleichsmöglichkeit ziemlich die “Spucke” aus.

Trotzdem, wie sieht denn deine Cubase-12 -ASIO-Einstellungsseite (Studio-Einstellungen) momentan aus? Hattest du ASIO-Guard auch schon ganz aus gehabt, und auch mal durch die drei mögl. Positionen durchgewechselt?

Grüsse,
Markus

Referenz:
Fireface ufx II Crackling sound with DAW mode (Page 1) — FireWire & USB series — RME User Forum
Understanding USB Diagnosis Errors (Page 1) — FireWire & USB series — RME User Forum

Anmerkung 1, ganz wichtig zum Thema USB2:
bei Verwendung von USB2 (nicht 3) für Audio muss beachtet werden, dass auf dem Mainboard so gut wie immer zwei benachbarte Buchsen am selben Controllerchip hängen, also 1+2, 3+4, usw. Niemals sollte man die volle, zuzusichernde Bandbreite für das USB-Audio-Protokoll schmälern, indem z.B. ein low-performance-Gerät wie Maus oder Keyboard dann direkt neben den Stecker des USB-Kabels vom Audio-Interface gesteckt wird. Es sollte also so aussehen: USB-Audio an Buchse 1, aber Buchse 2 leerlassen, oder an Buchse 3, aber Buchse 4 leerlassen. Und USB-Hubs sind selbstverständlich ganz zu vermeiden. (weisst du vermutlich alles, nur zur Sicherheit nochmal angemerkt)

Anmerkung 2, Thema Mainboard und Grafikkarte:
alle mit den Treibern mit installierten Hersteller-Tools zur Performance-Optimierung, die ansonsten wie gewünscht und problemlos ihre Arbeit verichten, können auf Audio-PCs empfindliche Timing-Störungen hervorrufen, die z.B. zu vom Anwender nicht als solche bemerkten Micro-spikes (bzw. ultrakurze Voll-Auslastungen) der CPU führen können, was dann wiederum sich am Ende als Audio-crackling zeigen kann.
Ist dein Mainboard eines von diesen hier?

TUF Gaming|Mainboards|ASUS Deutschland

Und sind die Chipsatztreiber des Herstellers vollständig installiert (anstatt der WHQL-Plug&Play-Komponenten-Treiber von Microsoft, die leider manchmal nicht “fully featured” sind)?

Anmerkung 3, Thema Netzwerkkarten / WLAN-Module als mögl. Performance-Störer:
treten die Aussetzer bei dir auch mit vorübergehend deaktivierter Netzwerkkarte auf?

Der interne Atmos-Renderer läuft nur mit 512.

Es gibt im englischen Teil des Forums einige Beiträge zum Thema. Auch von Nutzern, die sich so wie Du darüber beschweren, dass mit dem Update auf Version 12 Atmos nicht mehr so performant ist wie bei Version 11.

Es gab zu Beginn das Problem, dass Atmos-Projekte in Verbindung mit bestimmten Einstellungen Amok gelaufen sind. Leider finde ich das Thema gerade nicht. Hing glaube ich mit dem ASIO-Guard zusammen. Aber das Problem sollte mit den letzten Updates gelöst worden sein.

Ganz allgemein frisst der Atmos-Renderer schon einiges. Und zwar ab dem Moment, wenn er aktiviert wird. Aber selbst auf meinem Laptop, der wirklich nicht die besten Werte liefert, kann ich ohne Probleme auch größere Atmos-Projekte händeln.
Ja, beim Start springt das rote Lämpchen an. Aber während der Wiedergabe höre ich keine Artefakte oder ähnliches. Und beim Export ist die Performance ja ohnehin (nahezu) egal. Dauert dann im Zweifel eben ein paar Minuten länger. :blush: