Latenz !?!

Hallo
ich habe die folgende Frage:
Mit meinem derzeitigen Setup habe ich eine Ausgangslatenz von 10 ms.
Angenommen ich habe in meinem Projekt eine Drumspur und eine Bassspur. Ziel ist die Aufnahme einer Rhythmus-Gitarre und danach der Solo-Gitarre (spiele alles selbst, also hintereinander).
Beim Aufnehmen höre ich die Drums und den Bass im Kopfhörer wegen der Ausgangslatenz ja 10 ms später als diese auf der Spur sind.
Jetzt kommt endlich die Frage:
Angenommen ich spiele exakt auf das gehörte Signal ein - sehe ich das richtig, dass die erzeugte Audio Spur 10 ms versetzt aufgezeichnet wird?
Anschlussfrage:
Ich spiele nach dem Metronomklick - das Problem besteht Weiter? (der Klicks kommt ja auch mit 10 ms Verspätung)
Wenn das so ist, wer löst das Wie?
Til

das macht cubase selbst indem es die aufnahme gemäß der vom audio-treiber an cubase gemeldeten latenz an die korrekte position im arranger verschiebt. liefert der audio-treiber falsche werte ist die aufnahme versetzt. das kannst du aber in den cubase einstellungen (geräte) korrigieren.

Zum Vergleich mit dem Computer, der Mensch hat eine Reaktionsgeschwindigkeit von 100ms ( so schnell ist’s bis zum Wimpernschlag beim Erschrecken). etwas weniger als 10 ms sind die Verschlusszeit einer Fotokamera bei Einstellung 1/125 Sekunde, nämlich 8ms. Also nicht nur der Computer hinkt etwas, der Mensch hinkt noch mehr hinterher.

Die Zeiten um die es hier geht sind aus meiner Sicht nicht so relevant, zudem kann man Quantisieren wenn man etwas exakt haben will (mach ich aber eher extra das Gegenteil-ich “humanisiere” oft noch zusätzlich ).

Danke für die schnellen Antworten.
Das bedeutet Cubase kennt über den Asio-Treiber (spiele über UR44) die Ausgangs- und Eingangslatenz und “verschiebt” das Audiosignal entsprechend.
Der Hintergrund meiner Frage ist: Die Latenz beim Spielen und Abhören der Gitarre ohne “Direktes Mithören” in der Geräteeinstellung ist während des Spielens für mich unangenehm. Das lässt sich mit der Aktivierung des “Direkten Mithörens” ja gut ausschalten.
Wenn jetzt was nicht gut klingt, weil es nicht im Takt ist, bleibt mir also keine Ausrede dass es am System liegt!
Das seht Ihr ja auch So?

ja. 10ms ausgangslatenz würde ich auch als störend empfinden. vor allem hat man auch noch die eingangslatenz.

Hab nicht alles gelesen …nur dass Du ein UR44 hast. Das heißt, Du kannst es so einstellen, dass Du ohne Latenz aufnehmen kennst. Steht in der UR44 Anleitung, wie man es in Cubase einstellt. Somit geht das Signal, welches Du von der Gitarre in den Kanal spielst, sofort im Interface wieder auf den Ausgang oder Kopfhörer. Also nicht erst durch Cubase durch. Hast ein virtelles Gitarren-Rack im UR44 auch mit dabei.

Wenn bei dieser Art Aufnahme dann das Timing nicht simmt…dann gibts keine Ausreden mehr…dann ist die Latenz des Plektrons zu hoch…:wink:

wusste nicht, dass man auch plektron sagen kann. ich kannte bislang nur plektrum. wieder was gelernt.

…als man noch bei einem Lehrer in der Musikschule Schlaggitarre erlernte…

10ms Latenz sind 3.4 Meter Luftlinie.
Ich sehe Gitaristen oftmals bei Auftritten so weit vom Amp stehen. Wie machen die das?
Sänger haben oftmals bei Liveauftritten zum Monitor 1.5 bis 2 Meter. Also 4.5 - 6 ms Latenz.

Ich denke eine Roundtrip Latenz <= 10 ms ist ok und es dürfte keine Probleme bereiten.
Es ist allerdings ein leichter Echoeffeckt hörbar wenn man das direkte und verzögerte signal hört.

Wenn trotzdem eine wahrnehmare Latenz vorhanden ist einfach mal den Button Latenzausgleich einschrönken betätigen. Wer ein Keyboard hat einfach mal mit dem Groove Agent (SE) testen. Überaschung. Auch addieren sich latenzen von Inserteffeckte. Umso mehr, umso höher wird die Latenz. Auch wenn die Soundkarte eine Roundtrip Latenz von, sagen wir 8 ms meldet kann die höher sein.
Cubase wird in den meisten fällen alles schon ausgleichen. Also wenn ich zu dem Spiele was ich vorher aufgenommen habe wir Cubase das an die richtige Stelle schieben.

Ich finde die Docu von Cubase sollte ein eigenes Kapitel enthalte was das Thema Latenz erschöpfend behandelt.

Edit: Plektrum oder Plektron, das ist hier die Frage. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Plektrum
:mrgreen: wusste ich auch nicht. Ich kannte Plektron,

Edit2: wenn man auf einem masterkeyboard mit der normalen midi schnittstellen 8 noten gleichzeitig anschlägt kommen die Noten innerhalb von knapp 8 ms über die Leitung. Ist das schon mal jemanden aufgefallen bzw. das die noten nach und nach im abstand von 960 ys ankommen?

wie gesagt, es sind nicht 10 ms, sondern es kommt auch noch die eingangslatenz dazu. also haben wir schon gerne um die 20 ms. das ist störend, zumindest für mich. ich nehme daher meist mit einer eingangslatenz von 2,5 - 4ms und einer ausgangslatenz auch von 2,5 - 4ms auf, abhängig, ob ich 64 samples ode 128 samples buffersize einstelle. ab 512 samples buffersize fängt die damit einhergehende latenz an richtig zu stören.

Nun, hab auch wieder was gelernt. War wohl damals eine unsaubere Aussprache meiner Gitarren Lehrerin…

Ab 20 ms (Roundtrip, vom Eingang bis Ausgang der Soundkarte) bekomme ich die Latenz auch langsam mit.
Ich wollte auf die versteckten Latenzen hinweisen. Plugins und Abstand zu Lautsprechern. Die addieren sich ja alle.
Die Eingangslatenz + latenzen der Plugins + Ausgangslatenz + Abstand zu den Lautsprechern. Wenn kein Kopfhörer verwendet wird.

Ich habe folgendes ausprobiert:
Das System über die Buffer size auf die höchste Latenz gesetzt (50+40), da geht spielen ohne aktives Direktes Mithören gar nicht mehr. Dann über den Groove agent Viertelnoten vorgegeben und parallel Achtelnoten gespielt. Das Ergebnis stimmt, bis auf kleine Abweichungen, die aber nicht am Plektru (o)m (n) liegen vielleicht aber an meinen Fingernägel.
Wenn ich dann die Latenz ganz nach unten einstelle wird auch nichts besser.
Also Cubase denkt mit. Gar nicht schlecht.