Leerstellen automatisch löschen

Hallo zusammen,

wenn ich 20 oder mehr Wave-Dateien bekomme und ich in Cubase zum Mixen importiere, dann sind normalerweise zunächst einmal alle Spuren gleich lang und gefüllt. Damit ich etwas mehr Übersicht habe, gehe ich dann in der Regel in jede einzelne Spur und schneide die leeren Stellen heraus, Da ich non-destruktiv schneide bleibt die Wave-Datei ja trotzdem enthalten. Auf den Spuren sieht es aber viel aufgeräumter aus. So sehe ich zum Beispiel auf einen Blick, dass der Synth nur von Takt 20-30 und 70-80 zu hören ist oder die Sologitarre nur zwischen Takt 50 und 70 spielt. Für mich ist dann das Mischen viel einfacher als wenn alles am Stück zusammen hängt. Der Song selbst ändert sich dadurch ja nicht.

Nun ist das aber bei vielen Spuren recht zeitaufwändig und wenn man nicht genau aufpasst, kann es passieren, dass man ein paar Ticks zu viel weg schneidet. Da überlege ich mir die ganze Zeit, ob es dafür nicht einen Automatismus gibt? Also eine Funktion oder ein Makro, das mir die leeren Bereiche einer Spur selbst sucht, dann auf Takt oder Zählzeit genau schneidet und einfach entfernt, so dass von der Spur nur noch die Teile zu sehen sind, die auch wirklich Inhalt haben.

Das Prinzip ist wie ein Gate, nur dass es die ausgeblendeten Bereiche nicht nur ausblendet sonderm auch ausschneidet. Rein technisch wäre das ja nicht sehr kompliziert.

Weiß jemand, ob es so etwas in Cubase gibt oder ob es möglich ist? Würde mir eine Menge Zeit sparen.

Im Voraus vielen Dank für Eure Antworten.

Gruß,

Joachim

Hallo Joachim,

ich säubere ebenso visuell vor dem eigentlichen Mischvorgang alle Spuren!
Neben der “händischen Herangehensweise” (z.B. Bereichsauswahlwerkzeug+löschen), gibt es dies auch als “automatische Funktion” (per Audio Menü) in Cubase:
Audio> Erweitert > "Stille suchen"
Mit dem richtigen Threshold (vllt. zuerst niedrig ansetzen, hochtasten, etwas längere Pre- und Post-Rollzeiten um die Attacks nicht anzuschneiden oder dem Ausklang der Aufnahmen genügen Zeit zu geben)
Es ist fast eine One-Click-Funktion - klappt hervorragend, nutze ich oft und gern. (Rest: Handbuch!) :wink:

Gruss
C.

:bulb: :arrow_right: (Stille suchen)

Im Arranger den Part makieren, dann im Menü: > Audio > Erweitert > Stille suchen (Hilfe lesen)

Aber grob vorschneiden (je nach Material, bleib einem trozdem nicht erspart) ä bisserl was muss ma halt doch noch selber werkeln :sunglasses:

Ups, da war einer schneller :laughing: Egal doppelt hält besser :ugeek:

Hallo Centralmusic und Blechklotz,

super!!! Das ist genau das, was ich gesucht habe. Da spart man sich eine Menge Zeit. Die Funktion schneidet zwar nicht auf Takt- oder Zählgrenze, aber das macht nichts, ist ja so noch viel genauer, als ich das per Hand machen könnte.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Gruß,

Joachim

Die Funktion schneidet zwar nicht auf Takt- oder Zählgrenze, aber das macht nichts, ist ja so noch viel genauer, als ich das per Hand machen könnte.

Wenn du sagst, das Tool sei genauer als per Hand und es schneidet nicht auf Tackt, vermute ich, dass du sonst immer auf Takt geschnitten hast. Vieleicht weisst du das bereits. Aber man kann auch manuell nicht auf Takt schneiden. Drücke einfach J (J = Snap On/Off) und schon schneidest du noch genauer als das Tool. :smiley:

Warum bei dieser Massnahme “auf Takt” schneiden? es kann damit ja immer mal sein, dass man gewissen Einschwingvorgänge der Attacks/Transienten so wegschneidet. Und das will man ja in keinem Fall. Beim Ausklang des Audiomaterials ja sowieso nicht.
Die o.g. Funktion “Stille suchen” arbeitet zudem nach gesetzten Thresholds, also ähnlich eines Gates.
Nur dass hier das Audiomaterial nicht angetastet wird, sondern nur wav-Events automatisch geschnitten und/oder Regions erzeugt werden.

Hallo,

danke für eure Antworten. Mir ist schon klar, dass ich manuell auch außerhalb der Taktgrenzen schneiden kann. Ich habe aber immer auf Taktgrenzen geschnitten (weit genug davor), weil ich so immer größere Einheiten hatte. Beim Verschieben sind etwas größere Parts und Taktgrenzen halt immer recht praktisch und lassen sich gut positionieren.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass anstatt der Pre- und Postroll-Zeiten bzw. die Min. Time Open und Close auf den jeweiligen Takt oder die Zählzeit davor und dahinter positioniert wird. Technisch ist das überhaupt kein Problem.

Aber so wie die Funktion arbeitet ist es auch OK. Wenn ich tatsächlich etwas auf Taktgrenzen verschieben muss, kann ich immer noch des jeweilige Event vergrößern.

Nochmals vielen Dank,

Joachim

Beim Verschieben sind etwas größere Parts und Taktgrenzen halt immer recht praktisch und lassen sich gut positionieren.

Dafür gibt es eine sehr wichtige Funktion! Events in Parts umwandeln. (Menü -> “Audio”)

Wenn du nun von Hand ein Event schneidest (nicht auf den Takt) und dieses Event danach in einen Part umwandelst, “verpackst” du sozusagen das Event. Du kannst dann diesen Part auf den Takt genau vergrössern. Das oder die Events die aber drin sind bleiben an Ort und Stelle. Somit kannst du deine Events sehr genau schneiden, und trodzdem ganz einfach hin und her schieben (auf den Takt genau) Unbedingt anschauen diese Funktion!

Absolut, Florian360,

die Audio PARTS benutzte ich regelmäßig - feine und vor allem übersichtliche Sache!

So versehe ich sehr kurze Audioschnippsel oder eine Reihe davon, mit einem Audiopart. Diese Parts kann ich beliebig aufziehen (“länger machen” als die eigentliche wav), so dass auch bei kleinerer Zoomstufe des Arrange (ich mag es gern, wenn ich viel davon sehe) alles noch im Überblick habe.

Auch nutze ich die Parts, um bereits geschnittene und gefadete Events zu fixieren, so dass ich bei Unachtsamkeit da nichts mehr verändern kann. Es ist oft nämlich einfacher, mit Parts zu arbeiten, als immer in der Infozeile “sperren” zu verwenden. So entfällt auch eine etwas nervigere Event-Gruppierung per Menü o.ö.

Du hast es gereits geschrieben: auch ich nehme manchmal Parts, um Audioschnippsel als gesamtes Konstrukt zu verschieben, zu schneiden und zu kopieren - prima Sache!

Diese Parts haben noch einen weiteren Vorteil:
liegt das geschnittene Audio-Event (z.B. Becken, oder Gitarre o.ä.) mal nicht genau auf dem Quantisierungsraster (auf der “1”), kann ich mit dem Part genau dies erreichen.
Ferner gibt es einen eigenständigen Loop innerhalb eines Parts. Man kann Audioschnippsel, welche sich in diesem befinden, einfach cutten, durchhören, automatisch läuft der Cycle mit. Nehme ich z.B. für das Editing von Sprachaufnahmen gern mal. Praktisch.

Mein Fazit: Parts sind geil…

(und werden leider von vielen wohl unterschätzt, oder sind sicher nicht so nicht geläufig)


C.