Neuer Rechner: i7 2600k

Hab mir ein echtes “Biest” von Rechner zusammengebaut und dachte ich teile meine Erfahrungen, vielleicht mag der ein oder andere sich ja auch nen neuen PC basteln. Budgetvorgabe war rund 1.000 Euro, und Anforderung war, dass der Rechner in ein 19’’-Gehäuse ins Rack wandert. Außerdem sollte er für einen Gelegenheitsspieler auch eine vernünftige 3D-Performance bieten.

Folgende Komponenten kamen dabei heraus:

19’’ Rackgehäuse 4 HE, bestehende Lüfter getauscht mit
2 x beQuiet! SilentWings USC 80x80x25 (hinten)
1 x beQuiet! SilentWings USC 120x120x25 (vorn)
CoolerMaster Silent Pro M700
Asus P8P67 EVO
Intel i7 2600k
Scythe Mugen 2
G-Skill RipJaws 8 GB Kit (2 x 4 GB) CL9 1333
Sparkle GTS450 1024MB PCIe passiv
Kingston V+ 96GB als Systemplatte
LG GH22NS50

Im Rechner steckt noch eine RME9652 PCI und dran hängt ein Midex 8, daher ist vorerst nochmal Windows 7 32 Bit draufgekommen, und es sind nur 3,5 GB des Speichers nutzbar, bis ich MIDI-Interface und Audiokarte irgendwann ersetze. Zwei Sample-Harddisks (je 400 GB) sind noch aus dem Altrechner mit hinein gewandert.
Einziger wichtiger Tweak für Windows 7 32 Bit und Cubase: Kommandozeile als Admin ausführen und
bcdedit /set IncreaseUserVA 3072
eintippen; erst dann arbeitet das 32-Bit-Cubase auch wirklich bis 2 GB Speicher, ansonsten schmiert es regelmäßig bei ca. 1,4 GB Speichernutzung weg - das war ja unter XP auch schon so, wenngleich es dort über die boot.ini ging. Optimierungen des OS ansonsten: Systemleistung auf Hintergrunddienste, und das war’s.

BIOS-Settings:
Im Ai Tweaker Menü EPU Power Saving Mode auf disabled, Load-Line Calibration auf Medium (ab high erhöht er die Prozessorspannung was zu deutlich mehr Hitze führt), CPU Voltage auf Offset Mode, Offset Mode Sign auf +, CPU Offset Voltage auf +0.010. Im Advanced Menü CPU Ratio auf 44, HyperThreading auf Enabled, Enhaned Intel SpeedStep auf Disabled, Turbe Mode auf Disabled, CPU C1E, C3 und C6 alle auf Disabled, und den High Precision Timer auf Disabled. Bei den OnBoard-Komponenten alles deaktivieren, was man nicht zwingend braucht (in meinem Fall z. B. den VIA 1394). Auf der Monitoring-Seite kann man dann noch das Lüftermanagement für Chassis und CPU auf “Silent” stellen.

Ergebnis:
Der Rechner läuft mit 4400 MHz (Standard-CPU-Takt des 2600k ist 3400 MHz) fast ein Drittel übertaktet und 100%ig stabil. Im Idle beträgt die CPU-Temperatur 41°C. Unter Höchstlast kommt er auf 70°C CPU-Temperatur, was völlig in Ordnung ist, da es diese Last praktisch nie in der Praxis gibt (Prime95, 10 Minuten). Die Grafikkarte hat genug Bumms für die ein oder andere Runde Crysis bei 1600x1200 Pixel, alle Settings auf “Hoch”; ansonsten ist sie absolut unauffällig (und vor allem unhörbar). Die Gehäusetemperatur ist noch nie über 33° geklettert. Dank der beQuiet!-Lüfter ist der Rechner wirklich geräuschlos (ich sitze mit dem Ohr ca. 30 cm von der Frontblende weg und kann ihn akustisch nur erahnen).

Ach ja, da war ja noch Cubase: Meine Standard-Latenz ist jetzt 3 ms geworden, die ist bis ca. 60% CPU-Last immer knackfrei. Und 60% CPU-Last ist in diesem Fall eine echte Hausnummer, die ich zumindest in der Praxis niemals erreiche. Meine Songs vom alten Rechner (Athlon X2 4400), die dort etwa 70% Last bei 23 ms Latenz brachten, erzeugen jetzt knapp 30% Last bei 3 (!) ms. Möchte lieber nicht wissen, was eine PCIe-Audiokarte da noch rausholt - vermute mal, dann gehen 1,5ms Latenz in allen Lebenslagen.

Eigentlich gibt es nichts zu beachten, außer, dass man die ASUS-Software-CD sofort nach dem Kauf verbrennen sollte. Die AI-Suite, die diverse Tools zur Lüftersteuerung, zum Übertakten etc. enthält, vermasselt nämlich nicht nur die DPC-Latenz, sie lässt sich auch nicht vollständig deinstallieren. Deswegen: Finger weg davon, nur die wirklich nötigen Treiber aus dem Netz ziehen und installieren. Alles fürs Overklocking und die Lüftersteuerung lässt sich genauso schön im BIOS einstellen.

Einen Screenshot der DPC-Latenz habe ich angehängt, bewegt sich dauerhaft zwischen 5 und 16 Mikrosekunden trotz Aero-Oberfläche und Windows-Indexdienst, aktivem Virenscanner usw.

Einzige Komponente, die ich beim nächsten Mal überdenken würde, ist der CPU-Kühler; der Mugen ist sehr geräumig, so dass der Gehäusedeckel des 19’’-Gehäuses noch gerade so zugeht - dafür hätte ich mir eine etwas bessere Kühlleistung erwartet. Ansonsten würde ich den Rechner wieder genau so zusammenstellen.
DPC-Latenz-neuer-Rechner.jpg

Herzlichen Glückwunsch :sunglasses:

Der Thread muss wieder nach oben.

Danke sehr. :slight_smile:

Habe seit Tagen einen Heidenspaß mit der Kiste.

Gut gekontert ! :open_mouth:

Gruss

Hier noch ein paar Infos.
Cinebench R10 - CPU Benchmark Rendering: 24003 Punkte
Cinebench R11.5 - CPU Benchmark Rendering: 8,11 Punkte

Die kleinste einstellbare Latenz meiner RME 9652 (Puffergröße 64, 1,5 ms) läuft bis 50% CPU-Last verlässlich knackfrei. Gut zu wissen, auch wenn ich diese Latenzeinstellung allenfalls beim Einsingen von Vocals nutzen werde.

128 Stimmen des Bright Grand Piano in HALion Sonic 1.52 lt. Lastanzeige Cubase 5.5.3:
bei 6ms Latenz 28%
bei 3ms Latenz 30%
bei 1,5ms Latenz 40%

8 Instanzen Wizooverb W2, Programm Large Studio (default), CPU-Load-Einstellung auf ‘High’ (also mit 0 Latenz) lt. Lastanzeige Cubase 5.5.3:
bei 6 ms Latenz 18%
bei 3 ms Latenz 20%
bei 1,5 ms Latenz 25%

8 Instanzen Steinberg Warp VST (kennt das noch einer?) in Plexi-Einstellung lt. Lastanzeige Cubase 5.5.3:
bei 6 ms Latenz 45%
bei 3 ms Latenz 45%
bei 1,5 ms Latenz 48%

Wie man sieht ist der Unterschied zwischen 3 und 6 ms Latenz praktisch vernachlässigbar, darüber tut sich überhaupt nichts mehr. Der i7 2600k ist wirklich ein sehr leistungsfähiger Prozessor.

Lediglich vor extremen RAM-Fressern muss ich mich wegen des 32-Bit-Systems hüten. Die 8 Instanzen Wizooverb brauchten zusammen übrigens ‘nur’ ca. 400 MB Arbeitsspeicher - wer wie ich in der 32-Bit-Welt gefangen ist, für den ist dieses Plug eine richtig gute Alternative (zumal gebraucht sehr günstig in der Bucht zu bekommen, da ausgelaufen). 8 Instancen von Steinbergs Reverence mit Default-Programm ‘LA Studio’ brauchen im Vergleich 1,3 GB an RAM, etwas mehr CPU-Last, und latenzfrei geht das Ding leider auch nicht.