ich habe über 15 Jahre die DAW Sonar genutzt, bin aber das ewige Hin- und Her leid. So erfolgt nun der Umstieg auf Cubase. Ich will das Ganze Schritt für Schritt angehen. Als erstes nur ein Midi-Keyboard mit dem PC und Cubase ohne irgendwelche externen Programme/Instrumente. Klappt alles, geht es nach und nach weiter. In diesem Zusammenhang werde ich viele Fragen habe und hoffe, dass ich in den Tiefen des Forums hier viele Fragen schon beantwortet bekommen habe.
Aber bevor ich starte mit der Einrichtung eine Grundsatzfrage. Ich bin vielleicht ein wenig naiv und daher da Ansicht, dass bei Musik vor allem das Audio-Interface für eine geringe Latenz und sicherem Arbeiten wichtig ist. Bei meinem derzeitigen Setting (anderer PC und uraltes Audio-Interface) kann ich kaum mehr live etwas machen, da mich die Latenz vom Tastendruck bis zum Tonhören derart irritiert, dass die Finger sich nicht bewegen wollen.
Sohnemann hat einen Spiele PC über. Ich bin eigentlich der Meinung, dass dieser ausreicht. Intel Core i7-9700F 3 GHz (8 Kerne 4,7 Ghz), 32 GB DDR4 (die erweitere ich ggf), Audiointerface Motu M4. Windows 11. Für das Betriebssystem ist eine kleine SSD drin, für die Software möchte ich eine etwas größere SSD einbauen (1 TB) und für die Daten eine externe sehr große USB Festplatte.
Liege ich falsch und sollte doch besser mich in Kosten für ein neuen PC stürzen?
Hallo,
also ich hab schon auf schlimmeren Kisten Musik gemacht…
ich denke, der sollte auf jeden Fall gehen.
RAM ist ordentlich und CPU dürfte auch einiges leisten.
SSD sorgt für flüssiges Arbeiten, besonders bei Sample-Libraries.
Solltest du später deine Libraries erweitern, oder gar John Williams Scores nachspielen, kann man ja dann weitersehen. Aber zum Starten reicht der sicherlich.
Das Motu M4 kenn ich jedoch nicht, kann zu den Latenzen nichts sagen, bin auf RME.
Falls du vorhast, mit virtuellen Instrumenten zu arbeiten, stößt die 1TB-SSD schnell an ihre Grenzen. Die Ladezeiten von einer externen Platte sind dann auch zu groß. Da wirst du an 4 TB SSD denken müssen, wegen den recht großen Libraries.
Dein Gedanke mit dem neuen Interface ist richtig, das ist der Anfang. Der PC an sich sollte es locker schaffen. Möglich ist aber, dass ich falsch liege, ich betreibe KEIN Studio.
Ich besitze 14 TB extern auf einer USB-Platte, die nutze ich aber nur für die endgültigen Ergebnisse des Recordings. In Cubase arbeiten kann ich damit nicht, die ist viel zu langsam.
Danke. An das, dass die externe Festplatte bei USB3 zu langsam wird hätte ich jetzt nicht gedacht. Denn ich möchte gerne “live” in Cubase spielen und spiele gerne auch mit Sample-Liberies. Und da komme ich mit 1 TB tatsächlich nicht weit.
Vor allem ein Umschalten von einem Instrument zu einem andern dürfte dann zu Zeitproblemen führen. Aber einmal geladen, müsste das doch gehen. Oder?
Wenn es geladen ist, ja. Das wiederum erfordert eine gewisse Menge an RAM. Ich habe 128GB und keine Sorgen damit. 64 sollten genügen, evtl. auch 32. Kommt auf die Menge der Instrumente an und die Größe deren Libraries. Allerdings gehe ich von kompletten klassischen Orchestern aus.
Willkommen in der Cubase-Welt! Wie bereits geschrieben, sollte der Rechner erst mal gut ausreichen.
Und da es ihn schon gibt: einfach ausprobieren, was geht. Gerade bei den aktuellen Preisen für RAM und SSDs würde ich versuchen, ohne Upgrade auszukommen
Vielen Dank für die vielen Tipps. Da ich noch DDR4 RAM über habe, werde ich hier auch noch aufrüsten. Ich habe mal gehört, dass man aufpassen müsse, wenn man unterschiedliche Speicher einbaut. Die wären ggf. nicht auseinander abgestimmt. Ich weiß nicht, denn sonst wäre das Nachrüsten immer eine Herausforderung exakt die Speicher zu bekommen. Oder weiß hier jemand mehr?
Noch eine kleine Frage: Ich weiß nicht, wie es in diesem Forum hier üblich ist. In einem anderen Forum zum Videoschnitt wollte man wirklich nur Probleme/Herausforderungen und deren Lösungen sehen. Das hat durchaus Sinn, ist aber eine bestimmte Art von Forum. Wie sieht es hier aus. Soll ich zum Beispiel über meine Erfahrungen vom Umstieg von Sonar auf Cubase berichten, sollte ich der Meinung sein, dass es für den einen oder anderen interessant sein könnte, oder soll ich besser so ein “allgemeines Gerede” weglassen?
Oder auch so Diskussionen über das Verwenden von Loops. Ich denke immer in Spuren und in Zeitstrahl von links nach rechts. Loops würde ich ggf. als Audioschnipse einbauen. Wenn ich allerdings sehe, wie andere mit Loop-Playern arbeiten, finde ich das Ergebnis schon spannend. Ich finde so Diskussionen über Vor- und Nachteile von Loops (das Abreiten mit Loops fühlt sich bei mir z.B. nicht wie eigene Musik an) gut, kann aber durchaus in “Plauderei” ausarten. Ich fände das nicht schlimm, kann aber auch gut verstehen, wenn ein solches Forum das eher nicht will.
Wie sieht es hier aus? Oder gibt es hier irgendwo ein “Forums-Knigge”?
Ja und nein. Was du nicht machen darfst ist Speicher unterschiedlicher Spezifikationen mischen. Also z.B. DDR4-1600 mit DDR4-2400 mischen (unterschiedliche Geschwindigkeiten), oder auch verschiedene Timings. Das sind diese kryptischen Angaben bei den Modulen wie “CL16 18-18-38” oder ähnlich.
Diese Mischungen können zu verschiedensten Problemen führen, aber solange diese Angaben stimmen kann es auch Speicher unterschiedlicher Hersteller sein. Hier läuft ein Rechner mit Kingston und G.Skill Speicher, der ist völlig problemlos.
Es gibt einen Forum Guide in Englisch, der trifft aber auch auf das deutsche Forum zu. Diskutiert wird hier allerdings alles Mögliche, solange es um die jeweiligen Produkte geht. Das wird dann durchaus mal “Plauderei”.
Wenn du mal ein wenig abschweifen willst kannst du auch in die Steinberg Lounge gehen, da sind die Diskussionen dann auch durchaus philosophischer Natur
Danke. Das mit den Geschwindigkeiten hatte ich nicht auf dem Schirm und hätte einfach blind DDR4-Ram eingebaut. Dein Einwand ist aber vollkommen logisch.
Was mir übrigens besonders gut bei Cubase gefällt, ist die Möglichkeit Midi-Remote zu parametrieren. Diese Funktion scheint auch machbar zu sein, wenn man sich damit beschäftigt. Denn ich habe ausgerechnet die zwei Controller von NI, die von NKS nicht mehr unterstützt werden (Maschine JAM und das S25). Und da werde ich was basteln müssen. Das S25 werde ich für die Steuerung von Leap nutzen …
Aber ich denke, dass ich für tiefergehende Fragen im englischen Bereich besser aufgehoben bin (gemeinsam mit meinem Freund DeepL). Dort erreicht man wohl mehr Personen!?
Ja, da sind naturgemäß noch viel mehr User unterwegs als hier im deutschen Forum. Aber auch hier sind absolut kompetente Leute dabei, also fragen schadet nicht.
Nur eine Anmerkung zu voreingebauten SSD. Oftmals handelt es sich um solche mit geringer Qualität, die nach einiger Zeit abrauchen, so wie das bei mir der Fall war. Zum Glück hatte ich ein Backup gemacht mit einer Software von O&O. So konnte ich eine gute Samsung SSD kaufen und einsetzen. In Zukunft werde ich bei neuem PC sofort eine allfällige OEM SSD (vielfach Kingston) ersetzen, es lohnt sich das sofort zu machen. Es gibt auch weniger Latenz mit guten SSD. Ich arbeite mit einem MINISFORUM UM890 Pro Mini PC. Cubase läuft darin wie geschmiert.
Ich habe ja folgendes vor (weiß natürlich nicht, ob das eine so tolle Idee ist).
Der PC ist der alte Gaming-PC von Sohnemann. Häufig sind da eher gute Komponenten drin. Hoffentlich. Aber ich schaue nochmal genau rein, was da drin ist und google mal nach der Verlässlichkeit. Die “alte” SSD soll “nur” für Windows sein und ggf. das eine oder andere Hilfsprogramm (Windows-Commander oder was auch immer). Alles was Musik angeht soll auf eine zweite SSD. Ich bin ein wenig komisch und mag ungern funktionierende Teile in die Tonne werfen. Ansonsten hätte ich ja einfach nur die alte SSD durch die neue ersetzen müssen. Latenz beim Live-Musizieren ist mir tatsächlich sehr wichtig. Daher auch das Audio-Interface, dass laut allem, was ich gelesen habe, hier die geringsten Latenzen aufweisen soll.
Funktionierende Teile wegwerfen muss ja auch nicht sein.
Wenn die System SSD älter ist solltest du sie aber tatsächlich austauschen, so wie @aaandima es empfohlen hat. Die “alte” SSD kannst du in ein externes Gehäuse packen ( ICY-Box z. B.) und dann für Sicherungszwecke verwenden.
Zum Klonen der alten Disk gibt es diverse Produkte, ich setze für Backup und auch Klonen TrueImage von Acronis ein, aber das ist nur eins von vielen.