Plugin-GUIs und Ladezeiten [Titel geändert]

Hallo,

seit v9.0 reagiert Einiges in Cubase ziemlich lahm, sodass ich mittlerweile leider die Lust an der C9/9.5 fast verloren habe. Auch das 9.5.21 Update hat mich da nun leider wieder enttäuscht, ich hatte gehofft, dass das nochmal wieder besser wird. Die Hoffnung habe ich da aber jetzt so ziemlich verloren. OK, mein PC ist Prozessor- und RAM-mäßig mittlerweile nicht mehr auf der Höhe der Zeit (s. Signatur), dnnoch: Während es mit der C8.5 noch rund läuft, ist das ab C9 nicht mehr der Fall.

Ein kleines Testprojekt verdeutlicht das mal beispielhaft:

  • 1 Audiospur (1x Studio-EQ, 1x NI Solid Dynamics) und 3 Intrumentenspuren (Halion 3SE, Retrologue 2 und 2x Kontakt 5, davon 1x leer, 1x Scarbee Rhodes), keinerlei Daten in den Spuren.
  • Das Öffnen aller Plugin-GUIs geht in C8.5 noch gefühlt sofort, in C9.5 dagegen teilweise sehr zäh: Halion SE dauert knapp 3 Sek., Retrologue gute 8 Sek., Kontakt je ~1 Sek.!
  • Der Programmstart hat sich von (bereits nicht berühmten) 28 Sek. (C8) auf 31 Sek. (C9.5) zwar nur leicht verschlechtert, dagegen dauert das Öffnen des obigen Mini-Projektes nun anstatt 12 Sek. (C8) ganze 35 Sek. (C9.5)! Da haben Änderungen unter der Haube Performance-mäßig einiges erheblich verschlechtert.

Mich stört das ganz erheblich, es unterbricht den kreativen Fluß. Bis die notwendigen Dinge jeweils am Start sind, vergeht einfach zuviel Zeit. Ich greife zum Skizzieren mittlerweile immer öfter zum Mobilfon oder irgendwelchen anderen Recorder-Apps, aber das kann es doch eigentlich nicht sein.

Stehe ich da allein? Wie sind Eure Erfahrungen diesbzgl. der Performance von C9/9.5? Wer kennt evtl. die Ursachen? Für eine Info wäre ich dankbar.

Ich habe den Eindruck das C9.5 schneller ist. Daher habe ich das mal mit dem Demo Projekt Cubase 6.5 - Teleporter getestet.

Cubase starten und dann laden des Projektes dauert mit
C8.5 -> 25Sek
C9 -> 21Sek
C9.5 -> 18 Sek
Nur das Projekt laden
C8.5 -> 10 Sek
C9 -> 8.5 Sek
C9.5 -> 8.5 Sek.


Beim messen sollte man beachten das Daten die von der Platte geladen werden gecached werden. Neben dem Festplattencache benutzt Windows teile des nicht benutzen RAMS als Cache.
Es sollte also vor jedem Test der Rechner gebootet werden. Oder den Test 2 mal machen.
Ich habe jeweils 2 mal gestartet und den zweiten start gemessen. Wenn ich daran denke dann werden ich diesen Test nochmal machen wenn ich die Koste wieder boote. Wer weiß was das für ein Ergebnis gibt.

Es kann folgendes durch den Cache passieren.
Wenn ich also C9.5 als erstes starte dann wird alles von Platte geladen. Starte ich dann C9 so sind einige Daten schon im Speicher. Also kann es sein das C9 schneller startet da nicht alles von Platte geladen werden muss. Starte ich umgekehrt erst C9 und dann C9.5 so kann es sein das C9.5 schneller ist.

Also 2 mal nacheinander C8.5 dann 2 mal C9 und dann 2 mal C9.5 starten und das Projekt laden.

Richtig messen ist nicht immer einfach.

Wiederhole das doch nochmal so wie ich es beschrieben habe. Ich gespannt auf die Ergebnisse.

Hallo Plan9,

danke für Deine rasche und konstruktive Rückmeldung. Meine Angaben beruhen bereits auf dem mehrfachem, wechselnden Start beider Cusbase-Versionen, d. h. der Cache-Effekt sollte wenn dann bereits bei beiden Angaben enthlaten sein. Direkt nach dem Booten habe ich allerdings noch nicht gemessen. Das kann ich heute Abend nochmal nachholen, und dann auch gleich nochmal zwecks Vergleichbarkeit mit dem Teleporter-Projekt, das Du erwähnst - gute Idee.

Seltsam, dass es bei Dir - zumindest beim Öffnen - eine Verbesserung gegeben hat. Mich würde noch interessieren: Wie steht es denn jeweils mit dem Öffnen des Retrologue2-GUI?

Bevor ich den Vergleich mit C8.5 systematisch gemacht hatte, hatte ich zunächst die Befürchtung, dass sich vielleicht ein Windows-Meltdown-Spectre-Update-Effekt bei mir bemerkbar macht (ohne dass ich jetzt genau verfolgt hätte, welches ggf. die betreffenden Windows-Updates gewesen wären). Allerdings dürfte sich das dann ja wohl bei beiden Cubase-Versionen bemerkbar machen, d. h. der Performanceunterschied wäre dadurch nicht zu erklären. Weshalb ich den Gedanken erstmal wieder verworfen habe.

Retrologue öffnet ratzt fatz.
Um besser messen zu können habe ich 20 Spuren gleichzeitig angelegt. Das dauerte bei allen 3 Cubase Versionen 10,10 Sekunden. Also 0.5 Sekunden pro Retrologue. Geht schnell.

Auf und zu machen der Retrologue GUI durch das Keyboard Symbol (Instrument bearbeiten) geht auch schnell.


2 Mal hintereinander das gleiche Programm öffnen ist schon wichtig. Der Cache ist nicht unendlich groß.

So, ich habe das Ganze jetzt nochmal mit dem Teleporter-Projekt getestet, und zwar auf meiner Backup-Parallel-Installation (Dual-Boot), die weniger Freeware-Plugins hat, Windowsmäßig aber auf nicht ganz aktuellem Stand ist, und andere HDD-Treiber (Intel-RST anstatt MS-AHCI) hat. Da sieht das etwas anderes aus:

Nur Cubase (bis Hub-Window-Anzeige)
C8.5 -> 18 Sek.
C9.5 -> 11 Sek.

Cubase + Teleporter
C8.5 -> 39 Sek.
C9.5 -> 32 Sek.

Nur Teleporter-Projekt
C8.5 -> 19 Sek.
C9.5 -> 20 Sek.

Insofern muss ich jetzt einen Teil meiner Aussagen revidieren. In diesem Fall ist C9.5 tatsächlich schneller als C8.5. Und auch das Retrologue 2-GUI öffnet sich hier schnell. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen herausfinde, was die Ursachen für diese Unterschiede bei den beiden Installationen sind. Windows-Updates, Treiber oder Anwesenheit bestimmter Plugins, die speziell C9.5 aus dem Tritt bringen. Wobei bei den Tests ja nur Steinberg–Plugins (bzw. zusätzlich NI-Plugins im Falle meines Mini-Testprojektes) geladen wurden.

Ladezeiten sind bei mir okay, aber auch trotz neuer SSD nicht ideal. Vor allem Kontakt 5 bleibt beim Schließen jetzt sehr lange weiß und eingefroren. Das ist komisch. Hab aber keinen Vergleich zu C8.

Hallo,

ich dachte, ich gebe Euch nochmal ein Update meiner Erkenntnisse zu den Ladezeiten in Cubase 9.5. Das hat jetzt etwas gedauert, weil ich zunächst ziemlich ratlos war, weshalb Cubase bei mir in einer Win7-Installation anders als in der anderen reagiert. Es scheint jetzt aber weder an bestimmten Windows-Updates noch zusätzlich installierten Plugins in einer der beiden Installationen zu liegen. Auch der Virenscanner (Avast Free) macht sich hier nicht wesentlich bemerkbar, an oder aus ist egal. Vielmehr hängt es irgendwie an meinem User-Account zusammen.

Als Administrator laufen die Testprojekte erheblich schneller (s. Messergebnisse unten)! Auch die Zeit, die Ciubase zu Beenden benötigt - ein Phänomen, das hier im Forum ja schon öfter angesprochen wurde -, ist im Administrator-Modus erheblich kürzer. Ich vermute einen Zusammenhang mit Lese-Schreibberechtigungen, was ich allerdings noch verifizieren muss. Wohlgemerkt ist es nicht so, dass die Projekte als normaler User gar nicht geladen werden, was fehlt, oder es Fehlermeldungen gibt. Ich hoffe, da mit Hilfe des “Process Monitors” von Sysinternals noch genauere Erkenntnisse gewinnen zu können. Aus Sicherheitsgründen möchte ich es vermeiden, grundsätzlich im Admin-Modus zu arbeiten.

Bei der Installtion von C9.5 und Updates habe ich mir leider nicht gemerkt, ob und wobei evtl. Administratorrechte angefordert wurden (war ziemlich sicher so). Oder ob ich mich von vorneherein in den Administrator-Account eingeloggt hatte, um C9.5 zu installieren. (Und, wie es dagegen bei C8.5 war, was ja bei mir die längeren Ladezeiten im User-Modus nicht zeigt.)


Ladezeiten

Nur Cubase
C9.5 -> 32 Sek.
C9.5 -> 13 Sek. (Admin)

Cubase + Teleporter
C9.5 -> 1:45 Min.
C9.5 -> 35 Sek. (Admin)

Teleporter
C9.5 -> 1:09 Min. (bzw. C9.5 -> 3:30 Min.?)
C9.5 -> 23 Sek. (Admin)

Beenden (Cubase + Teleporter)
C9.5 -> 40 Sek.
C9.5 -> 7 Sek. (Admin)

Mini-Test-Projekt
C9.5 -> 38 Sek.
C9.5 -> 9 Sek. (Admin)

Nicht zu vergessen: Das Öffnen z.B. des Retrologue2-GUIs in der betroffenen C9.5-Intallation geht im Admin-Modus sofort, im normalen User-Modus dagegen dauert es gute 8 Sek., wie von mir eingangs beschrieben.

Da die Ladezeiten nun anscheinend nicht unmittelbar mit der Cubase-Version in Zusammenhang stehen, muss ich meine ursprüngliche Kritik an C9.5 relativieren und habe deshalb auch den Threadtitel entsprechend umbenannt. Ich hoffe, das meine Erkenntnisse vielleicht auch dem/der Einen oder Anderen in irgendeiner Weise zugute kommen und halte Euch auf dem Laufenden, wenn ich mit dem Process Monitor noch zu weiteren Erkenntnissen komme. (Das Teil ist nicht ganz trivial zu handhaben, und zunächst wird man mit der Menge an Infos erschlagen. Da muss man erstmal eine Filter-Strategie finden, um an die wesentlichen Infos zu kommen.)

Gruß an alle Interessierten.

Benutzt du denn den “echten” Administrator Account? (muss erst kompliziert freigeschaltet werden)

Ich vermute mal, dass du eher den normalen Admin meinst. Wenn du dich nicht gerade ausschließlich im Darknet aufhälst und nicht jede verführerische Werbung anklickst, würde ich behaupten, dass das Sicherheitsrisko bei entsprechenden Einstellungen (UAC, Antivir, evt. auch Sandbox, …) äußerst gering ist. Mache das seit gefühlten Jahrzehnten so und hatte noch nie einen Virus.

Mach dich am besten noch mal schlau über die tatsächlichen Risiken und dass Admin nicht gleich Admin ist. Vielleicht kann das dir die Angst nehmen.

PS:
Mit regelmässigen Backups hast du auch noch weitere Sicherheit

Das ist richtig.

Bis einschließlich XP habe ich es auch so gehalten, mit Win7-Einführung dann aber konsequent auf Normalbetrieb ohne Admin-Modus umgestellt. Obwohl das häufig notwendige Einloggen als Admin schon lästig ist. Hatte das seit der Umstellung dann auch nie mehr wirklich hinterfragt. Ist sicher mal eine Überlegung wert. Antivirus, Sandbox usw. nutze ich konsequent, und ich habe auch noch nie ein Virus-Problem gehabt. Andererseits ist es irgendwann immer das 1. Mal, und die Gefahr, dass man im Tran doch mal einen zu schnellen Klick macht, ist durchaus gegeben.

Die mache ich selbstredend regelmäßig (Daten und Systemplatten), sogar doppelt. Aber es bleibt im Falle des Falles doch immer noch ein ordentlicher Zeitaufwand, auch zu überprüfen, ob auch wirklich alles wieder da ist.

Bzgl. meiner Cubase-Installation möchte ich einfach genau wissen, was denn nun die genaue Ursache für die Performancebremse ist. Muss ja eigentlich auch im Normaluser-Modus ordentlich laufen. Und besonders schräge Sachen habe ich mit meinem System nicht angestellt. Trotzdem danke für die Anregung, vielleicht läuft es dann pragmatisch darauf (User-Account mit Admin-Rechten ausstatten) hinaus, wenn der Zeitaufwand zu groß wird.