RackAmp Effekte in Stereo

Hallo,

ich habe eine Frage an die Gitaren-Spezis! Wie macht ihr in Cubase wenn Ihr ein Gitaren Onboard-Effekt (Distornation-Amps usw.) von Cubase ueber ne Stereo-Spur laufen laesst aber Mono klingt aber den Sound doch in Stereo haben wollt?

Ich weiss, ne Moeglichkeit waere ja die Spur zu bouncen und ein Duplikat mit 0,x Secunden Verspaetung daneben abspielen. Dann klingts links und Rechts.

Habt Ihr vielleicht ne bessere Idee/Methode wie man das realisieren kann?

Vielen Dank,
Daniel

Hi Daniel,

nun, um Mono-Signale in Stereo zu fahren, gibt es ja viele Möglichkeiten.
Ein Amp ist herkömmlicherweise ja stets Mono, wie in der analogen Hardwarewelt halt.

Diese Delay-Verzögerungsgeschichten im Millisekunden-Bereich kann man auch mal machen, verursacht aber oft Phasenschweinereien. Das klingt in deinem Falle nach einem angezerrten Amp auch nie so gut.
Und ein simpler Stereo-Chorus matscht dann auch eher alles zu und klaut Attacks und macht das Sustain schwammiger.

Da es dir wohl primär um den auf nur einer Spur vorhandenen Gitarrensound geht, ist z.B. eine gute praktikable Möglichkeit, ein zweites Amp-Plugin mit veränderten Einstellungen quasi entgegengesetzt im Stereobild zu pannen. (natürlich nicht im Insertweg des ersten Amps, das klappt natürlich nicht. ;o)
Entweder Spur dublizieren, oder per Routing auf einen FX oder Gruppenkanal, dort den zweiten Amp einsetzen.
Die Technik des Mehrfach-Ampings nutzt man schon seit Jahrzehnten in der Hardwarewelt. (Rammstein hat pro Gitarre, so meine ich, mindestens 12 Amps im Aufnahmeraum am Start. Genug Auswahl zu Mixen und Pannen also. :wink: :wink:
Mit dem EQ kann man auch leicht unterschiedliche Einstellungen je Channel probieren, so dass ein echter Stereoeffekt ohne Laufzeitverzögerungen entsteht. Das kann also auch funktionieren.

Ach so, notfalls kannst du auch mal das interne Stereo-Spreader Plugin aus Cubase versuchen. Klingt aber natürlich völlig anders, weil es quasi nur das mittige Monosignal etwas in die Stereobreite zieht.
Das Teil ist sonst aber echt gut.

Wenn du aber die Möglichkeit hast, die Gitarre auf einer zweiten Spur noch einmal zu recorden, dann mach dieses Doppeln und Pannen bevorzugt auf diese Weise.

Sowieso: Immer aufpassen auf Monokompatibilität.

Gruss Cent.

Das VST Amprack kannst du auch stereo fahren, wenn Du ein Stereo signal reingibst - falls das die Frage war…

Danke an Centralmusic für die Info, anscheinend hast du meine Frage sehr gut verstanden :wink:

Ich glaub das erklärt auch einiges warum manche Rocker-Bands so viele Spuren an einem Song nützen, hab mir vorher gedacht "mann die müssen ja die Songs mit Sounds vollladen :laughing: " damit’s so geil klingt.

Ich hab da im Internet so’n stereo plugin von Antares gefunden, dass macht auch ziehmlich gute Arbeit. Macht ein Mono-Kanal so richtig Super-Stereo. Aber naja, bin kein großer Fan von Drittanbietern (Latenz-Probleme usw).

Hallo Daniel,

ich habe auch vor dem Problem gestanden und habe daher viel gelesen und probiert. Das was Centralmusic schreibt ist eine gute Möglichkeit. Meiner Meinung nach klingt es aber noch besser, wenn dasselbe Gitarrenthema zweimal eingespielt wird. Optimalerweise auch mit unterschiedlichen Gitarren, also z. B. links eine Les Paul und rechts eine Strat über unterschiedliche Amps bzw. Ampsimulationen.

Ein sehr fettes Gitarrenbrett bekommt man auch, wenn man das Ganze drei- oder viermal einspielt und die Spuren im Panorama
L - M - R oder L100 - L75 - R 75 - R100
verrteilt. Dafür muss man allerdings recht präzise spielen oder den Gitarristen zur Perfektion quälen …
Wenn ich als Hobbymucker aufnehme, dann von jeder der zwei,drei oder vier Gitarren jeweils zwei Spuren, einmal mit Ampsimulation und einmal trocken. Mit der trockenen Spur kann man dann nach mehrfachem Duplizieren auch noch die 14 unterschiedlichen Rammstein Ampsimulationen ansteuern.

Wenn es hier noch weitere Tipps gibt, wäre ich auch sehr daran interessiert. Danke!

Tschö

Danke Mistfy für deinen Beitrag! Deine Methode hatte ich sogar oft genützt aber dafür brauchst echt’n Profi Gitaren Spieler sonst gehts garned :wink: die meisten fangen beim 2ten nachspielen zum schwitzen an das is sogar lustig mit anzusehn :smiley:

Bei Musotalk gabs da sogar ein Stammtisch über “Preamping”

http://www.youtube.com/watch?v=hHjTwUf6M1M

Auch sehr interessant!

“Reamping” heisst das :wink:

Eine breite Gitarrenwand bekommt man, indem man zwei mal das gleiche einspielt und das Panning hart rechts/links einstellt.
Man kann das ganze auch 4-fach einspielen und jweils zwei Tracks hart links/rechts pannen, im Metal-Bereich usus.
Dabei kann man auch mit unterschiedlichen Sounds experimentieren, fährt aber auch mit 4x dem gleichen Sound normalerweise ganz gut.
Mit drei Tracks L - M - R oder 75% Panning würde ich nicht arbeiten, man verliert so die ja eigentlich gewünschte Stereo-Breite und müllt die Mitte zu, wo ja schon Bass, Kick, Snare und Lead-Vocals Platz für sich beanspruchen.

Absolut deiner Meinung! Wenn man diese Möglichkeit denn hat, immer ran an den Speck und recorden! :smiley:

Jau, das ist immer wichtig. gerade bei knapp synchroner “Stereo”-Einspielung, wenn da nicht genau die Anschläge/Attacks auf dem Punkt sind, wird´s schnell schwamming und unrhythmisch.
(gut, man könnte aufwändiger das eingespielte Audio korrigieren, warpen oder quantisieren - aber diese nervige Arbeit wollen wir sicher nicht machen. Wirklich nicht. Sonst vielleicht Praktikant anwerben) :wink: