Timing von gedoppelten Gesangsspuren anpassen

Hi Leute,

also ich gehe mal davon aus, dass das eigentlich ein Standard-Prozedere in modernen Produktionen sein müsste…

Also in meiner Phantasie stelle ich mir das so (einfach) vor:

  • Ich habe zum Beispiel 2 Spuren untereinander im Projekt-Fenster
  • Sagen wir mal ich will die untere Spur vom Timing her an die obere anpassen
  • Jetzt setze ich in die zweite Spur an geeigneten Stellen Warp-Anker…
  • und zieh mir anschließend die Warpanker in dieser zweiten Spur so zurecht, dass sie vom Timing oben zur ersten passt
  • idealerweise bekomme ich beim “ziehen” der Warp-Anker eine Senkrechte Linie angezeigt, die auch die obere Spur durchkreuzt so dass ich die Worte / Silben der zweiten Spur genau an die Wortanfänge / Silben der ersten Spur anpassen kann


    Irgendwie geht das aber so nicht, vielleicht bin ich zu doof - ich hab jedenfalls bisher nur zwei Möglichkeiten herausgefunden wie ich das machen kann, die aber beide recht umständlich sind:
  1. Ich nutze die sehr praktische Audio-Warp Funktion in der man zwar wunderbar die Warpanker herumziehen kann, wie es einem gefällt, da dabei aber immer nur eine einzelne Audiodatei gleichzeitig angezeigt wird, weiss ich ja nicht wo ich die Anker genau hinziehen muss, damit die Wortanfänge zur anderen Spur passen

  2. Ich zerschnippel die zweite Spur und passe sie dann mit rumschieben, verkürzen und Timestretching-Werkzeug an. Das ist aber viel fummeliger als mit dem Audio-Warp Werkzeug und man muss vorher immer erst alles zerschnippeln, außerdem bekommt man schnell mal unschöne Übergänge, wenn man z.B. mitten in einem langgezogenen Wort schneiden und anpassen muss. Das kann einem mit dem Audiowarp eigentlich nicht passieren
    Dafür kann ich mir aber die Spuren genau untereinander legen und sehe genau wo oben die Worte / Silben anfangen und aufhören


    Gibts da nix, was die Vorteile der beiden Möglichkeiten vereint, also Warpanker-Bearbeitung bei der ich eine zweite (Referenz)-Spur anzeigen lassen kann??? Das wär der Hammer? Vielleicht hab ichs ja auch nur noch nicht gefunden … oder wie macht ihr das eigentlich??

Grüße
Codex

mit melodyne

Das würde mich auch mal interessieren, wie man das mit Boardmitteln macht.
Melodyne ist natürlich eine Lösung. Wenn Du es aber automatisiert haben möchtest, dann schau Dir mal Vocalign an. Schneller gehts kaum.

Das wäre eigentlich voll schade wenn das mit Cubase nicht gehen würde - vor allem wäre es unnötig, da Cubase alle technisch notiwendigen Tools ja an Board hat. Es gibt eben nur keine sinnvolle Anzeige in der man sich einen Referenztrack synchron mitanzeigen lassen kann…

Liebe Steinberger, es gäbe zwei ganz einfache Möglichkeiten, dieses Feature in Cubase einzubauen

  1. Man ermöglicht das Anzeigen einer zweiten Audiospur als Referenzspur (könnte rein READ-Only sein) innerhalb des Audioeditors. Man könnte sich dann alles wunderbar mit Audiowarp zurechtschieben

oder…

  1. Das setzen und Bearbeiten von WarpAnkern innerhalb einer Audiodatei direkt im Arrangementfenster. Man würde sich dann einfach die Spur drüber / drunterschieben zu der man es synchronisieren will und könnte die gedoppelte Audiospur dann entsprechend an die Referenzspur anpassen…


    Hab mal versucht es mir selbst zusammenzufrickeln, in dem ich den Audioeditor als Fenster geöffnet habe und versucht habe ihn genau so zu positionieren und zu zoomen, dass er einigermaßen (optisch) snychron mit einer Spur im Arrangewindow liegt. Ist aber echt fummelig und das Ergebnis ist nie ganz perfekt…


    Wär das nicht was?? (Vor allem was, was eigentlich schon längst in Cubase möglich sein sollte???)
    Grüßle
    Sven

Wie auch schon von einigen usern im alten Forum gepostet:
Vocalign hat die Lösung. Look here: http://www.youtube.com/watch?v=6vD2Eu8JFh0
Vocalign gibt es zwar als VST Plugin und Testversion.
Da ich auf einen Einbau in Cubase hoffe, hab ichs auch noch nicht gekauft.
Würde mir wirklich sehr wünschen, wenn man diese Funktion fix ins Cubase-Programm einbauen könnte?
Die Voraussetzungen wären mit Variaudio und Timestretch ja bereits da.

Würde jedenfalls gut zum neuen Cubase Motto: “Back to Music” passen, was ich persönlich eine spitzen Firmen-Philosophie finde und daher nur begrüßen kann.

Bravo Steinberg! and lots of greets from a “Back to Music” Unterstützer weil ich als echter Music-Producer auch mit echten Stimmen und echten Instrumenten und echten Musikern und Sängern arbeite.

Ja sehe ich genauso…

Würde perfekt in das “Back to music” Konzept von Cubase 6 passen. Viele der Veränderungen beziehen sich ja tatsächlich auf einen verbesserten Workflow für typische Studioaufgaben. Die neue Multi-Compingfunktion ist z.B. super!! Ich konnte sie bei meiner aktuellen Produktion bereits einsetzen und kann bestätigen, dass der Workflow dadurch enorm verbessert wird!

Also bitte noch die Bordmittel zum anpassen von gedoppeltem Audiomaterial einbauen!!! Dann sind wir wirklich “Back to music”!!


Güße
Codex

Gibt es denn vielleicht irgendwo einen Thread in dem man Verbesserungsvorschläge machen kann??

Ist mir unbegreiflich, warum bei Cubase 6 so etwas Elementares, wie Timing-Anpassung von gedoppelten Spuren fehlt… hoffentlich bald nicht mehr!

Also meine Stimme zu dem Verbesserungsvorschlag hast Du!!!

“Back to music” sind wir meiner Ansicht nach so lange nicht, wie Leute ohne solche “ich-brauch-was-das-mir-jede-Original-Aufnahme-zerlegt-und-automatisch-alles-anpasst” tools scheinbar nicht mehr “arbeiten” können.

Natürlich kann man das Ganze auch ohne solche Tools bewerkstelligen. Dies kostet aber jede Menge Zeit. Mit Vocalign bist Du z.B. nach 10 Minuten mit der Arbeit durch. Somit kannst Du Dich mit der gewonnenen Zeit einem angenehmeren Thema zuwenden. Es ist wie mit dreckigem Geschirr. Natürlich kannst Du mit der Hand spülen. Aber mit einer Spülmaschine bist Du doch auch viel glücklicher, oder?

Oder ich hab jemanden, der das “mit der hand spülen beherrscht” Dann brauch ich auch keine Spülmaschine und hab kein dreckiges Geschirr und mit der Hand gespült…
Mal ehrlich, wenn Du das “schlagzeug-multi-Dingens” wirklich brauchst, dann hast du den falschen Schlagzeuger für die Aufnahme gehabt, und wenn wenns um die Schnelligkeit geht, dann hast Du´s schneller Programmiert, für was dann überhaupt den Schlagzeuger…? Zu behaupten das wäre er, der da spielt ist doch dann sowieso gelogen…

Jemanden zu haben, der für einen arbeitet, ist selbstverständlich die beste Lösung :wink:

Die Drum Bearbeitung ist durchaus ein nützliches Feature. Es ist ja nicht so, dass ich mir irgendeinen Drummer suche. Die Bands kommen nunmal mit dem Drummer, welcher in ihrer Band spielt. Der eine ist eben super, und der andere eben nicht. Er freut sich aber, wenn er hinterher besser klingt.

Das war nicht der Sinn meiner Aussage.
Jemanden zu haben, der sein “Handwerk” versteht (und damit meine ich vor allem mal den Sänger, der doppelt, oder den Schlagzeuger, der spielt) ist die beste Lösung, für wen auch immer der arbeitet…
Mir ist natürlich schon klar, was ihr meint (ich hab mich auch schon oft gefragt warum manche es nicht einfach lassen, und was man da jetzt alles rumbescheissen muss, dass es einigermassen nach was klingt), aber mit “back to the music” hat das für mich einfach wenig zu tun…

Ich habe Deine Aussage schon verstanden. Ich habe nur einen Scherz gemacht!

Man kann sich die Künstler, welche ins Studio kommen aber nicht aussuchen. Und jeder ist nunmal verschieden. Dennoch möchte man auch mit weniger betuchten Künstlern das beste Ergebnis erzielen, und da erleichtern solche Tools einem sehr das Leben.

Ja, ist ja leider auch völlig klar… :wink: