Überlappung von Notensystemen - Seite auf 114,1 %


Guten Tag,
trotz verschiedener Einstellversuche in Layout-Optionen “Vertikale Abstände” gelingt es mir nicht, die Überlappung zu vermeiden. Die Seite ist zu 114,1 % überfüllt.
Mit “Rahmenumbruch erzeugen” in der Notensatz-Ansicht bekomme ich das System auf die nächste Seite. Aber das sollte doch nicht die Lösung sein, oder?
Da habe ich wohl irgendetwas noch nicht gefunden. Bloß was?

Das kann passieren, wenn Dorico sich nicht zwischen zwei Einstellungen bzgl. Layout entscheiden kann.
Sollte die Partitur nicht zusammengeführt sein? Und sind die sehr grossen Seitenränder oben und unten beabsichtigt?

Danke für die schnelle Antwort. :slightly_smiling_face:
Hier kommt die Seite 12 (andere Seite als vorher) aus der zusammengeführten Datei mit derselben Erscheinung.

Dabei fällt auf, dass der linke Einzug der beiden Systeme sich offensichtlich unterscheidet.
Anm.: Das ist inzwischen behoben. Grund waren die Instrumentenbezeichnungen: Eine der beiden Trompeten stand im oberen System in voller Länge “Trp. in C 2” und hat den Einzug des Systems nach rechts gedrückt. Im unteren System gibt es keine Zeile für die Trompeten.

Seitenränder stehen auf rundum 14,82 mm. Notenrahmenränder 14,11 mm 10,58 mm.
Das ist aber keine besonders trickreiche Absicht, sondern bloß noch nicht sorgfältig eingerichtet: Ich warte noch auf das entsprechende dorico-Template vom Verlag.

Der Einzug der Systeme hängt von der Länge der Instrumentenbezeichnungen ab. Es liegt an der “Trp in C”, bei den Trompeten solltest du sowieso die Instrumentennamen vereinheitlichen. Es gibt auch eine Einstellung für einen “Mindest-Einzug”.

Zur Überfüllung: Wenn Ränder und Rastral die Vorgaben vom Verlag sind und zwei Systeme auf die Seite sollen, dann musst du an die Abstände ran. Zum Teil geht es in den Notensatz- und Layout-Optionen, zum Teil nur von Fall zu Fall manuell mit Augenmaß.

Ansatzpunkte für Optionen:

  • Notenzeilen-Abstände verkleinern
  • Weniger Abstand zwischen Gesangstext und Notenzeile
  • Dynamik näher an die Notenzeile, vor allem bei den Singstimmen

Und für manuelle Notfall-Anpassungen:

  • Dynamik vor statt über die Noten und Triolenklammern (im dritten Takt)
  • die Nummer des Spielers bei Trp I ausblenden, Dynamik vor die Note
  • … und dann die Zeilen so weit zusammenschieben, wie es jeweils gerade noch passt.

Ich glaube, mit allem zusammen schaffst du die 100% vertikal.

Danke für die hilfreichen Hinweise! :slightly_smiling_face:
Der “Mindesteinzug” war mir bisher völlig entgangen.
Kann man das, was Du unter “Ansatzpunkten” nennst, in den Layout-Optionen generell einstellen, oder muss ich das händisch mit den entsprechenden Werkzeugen basteln?

Eine Frage bleibt dennoch: Warum schiebt dorico das untere System nicht automatisch auf die nächste Seite, sondern lässt die Überlappung zu?

Notenzeilen-Abstände werden in den Layout-Optionen eingestellt, die anderen beiden Punkte in den Notensatz-Optionen (gelten also für alle Layouts).

Warum Dorico die Systeme nicht automatisch auf zwei Seiten verteilt? Wahrscheinlich hat es zuerst ausgerechnet, dass es passen müsste, und ist erst danach über die nötigen Abstände gestolpert. Darüber mache ich mir normalerweise keine großen Gedanken. Entweder ich kriege es mit Optionen und Handarbeit hin oder ich setze einen Rahmenumbruch. Ich hatte verstanden, dass in diesem Fall wirklich zwei Systeme auf die Seite sollen. Wenn nicht, dann mach doch einfach einen Rahmenumbruch. Es kommt auf das Gesamtbild des Werkes an: auf locker gefüllten Seiten würden die engeren Abstände stören.

Danke, damit sollte ich auch in Zukunft klar kommen.
Durch deine Antwort habe ich eine Menge gelernt.

In Finale gab es eine Funktion im Menü Seitenlayout “Akkoladen gleichmäßig verteilen”. Gibt es eine ähnliche Funktion auch in dorico?

Das ist die Standard-Einstellung von Dorico :wink:

OK, danke! :slightly_smiling_face: Stimmt, sollte ich eigentlich wissen.

Und kann ich auch auf einer Seite mit zwei Systemen, zwischen denen noch viel Leerraum besteht, die Zeilenabstände einigermaßen gleichmäßig vergrößern, so dass die Seite optisch besser gefüllt ist - und das natürlich automatisch? Könnte viel Handarbeit ersparen.

Automatisch bei einem Layout mit ausgeblendeten Leer-Notensystemen nicht. Entweder ist der Abstand zwischen den Akkoladen oder den einzelnen Notensystemen optisch zu gross.

Ich mache das jetzt immer so, dass ich manuelle Sichtbarkeits-Änderungen einfüge und Leerzeilen mitlaufen lasse. Das ist zwar etwas aufwändig, sieht aber am besten aus.

Das hört sich interessant an. Leider habe ichkeine Vorstellung, worum es sich bei “manuellen Sichtbarkeits-Änderungen” handelt und wie man so etwas einfügt.

Tut mir leid, da mein System auf Englisch läuft, liege ich mit den Deutschen Begriffen oft daneben.

Ich meine das

Damit muss ich erst mal experimentieren. Das wird ein bisschen dauern.
Aber jedenfall schon mal: Vielen Dank für Vorschläge und Ideen!

Ab meiner Frage “In Finale gab es eine Funktion im Menü Seitenlayout “Akkoladen gleichmäßig verteilen”. Gibt es eine ähnliche Funktion auch in dorico?” hätte ich besser ein neues Topic begonnen. Nachträglich bekomm’ ich es nicht hin.

Deswegen hier weiter:
Vadians Hinweise sind immer zielführend. Deswegen habe nun eine ganze Weile versucht herauszufinden, wie mir der Einsatz der “Manuellen Notenzeilen-Sichtbarkeit” helfen kann, mit Hilfe von Leerzeilen die Abstände der Notenzeilen auf einer Seite optisch zu optimieren. Ich komme einfach nicht dahinter, wie das funktionieren soll. :frowning:

Ich bitte Vadian um weitere Hinweise auf seine Arbeitstechnik.

Manuelle Notenzeilen-Sichtbarkeit zeigt oder versteckt einzelne Notenzeilen unabhängig von der Einstellung in Layout-Optionen, es kann auch Notenzeilen verstecken die Musik enthalten.

Da sich die Manuelle Notenzeilen-Sichtbarkeit immer auf eine ganze Akkolade auswirkt, macht man das am Anfang einer Akkolade, dort wird gleichzeitig ein Systemumbruch eingefügt.

Beispiel:

Du willst (nur) auf Seite 3 die Paukenzeile anzeigen, die leer ist.

  • In der Seitenansicht am Anfang von Seite 4 (!) wähle irgendwas im ersten Takt aus und dann aus dem Kontextmenü Notenzeile > Manuelle Notenzeilen-Sichtbarkeit (der Kontextmenüeintrag wird nur an einer Notenzeile angezeigt, das nicht zusammengeführt ist).
  • Im Dialog-Fenster aktiviere die Paukenzeile und wähle Zurücksetzen.
  • Am Anfang von Seite 3 rufe wie in Schritt 1 wieder das Dialogfenster auf, aktiviere die Paukenzeile und wähle Anzeigen

Das kontrollierte Zurücksetzen auf die Standardeinstellung hat den Vorteil, dass Leerzeilen nicht bis zum Ende der Partie angezeigt werden, oder noch schlimmer, Notenzeilen dauerhaft versteckt werden, die Musik enthalten.

Wenn du die Funktion (wie ich) öfter brauchst, empfehle ich ein Tastaturkürzel zu definieren.

Danke für die schnelle Antwort. Die Funktionsweise der Manuellen Notenzeilen-Sichtbarkeit kann ich jetzt nachvollziehen.
Was mir nicht klar ist: Inwiefern kann mir das helfen, die Verteilung der Notenzeilen auf einer Seite mit 2 Systemen, zwischen denen ein viel zu großer Abstand besteht, optisch ansprechend zu verbessern?

Jede zusätzlich angezeigte Notenzeile — auch eine leere — verringert den Abstand zwischen den Systemen.

Die grossen Verlage machen das ja auch, um das Erscheinungbild zu „beruhigen“

Verstanden, ein wertvoller Hinweis! :slightly_smiling_face: :+1:
Danke!