Unterstützung von Xbox-Controllern in zukünftigen Cubase-Versionen

Sehr geehrtes Steinberg-Team,

Hallo Forum,

ich nutze Cubase seit vielen Jahren und schätze die kontinuierliche Weiterentwicklung sowie die hohe Qualität Ihrer Software sehr. In diesem Zusammenhang möchte ich einen Vorschlag einbringen, der aus meiner Sicht einen echten Mehrwert für viele Anwender bieten könnte: die native Unterstützung von Xbox-Controllern in einer zukünftigen Version von Cubase.

Gamecontroller wie der Xbox Controller sind weit verbreitet, preislich attraktiv, ergonomisch sehr ausgereift und auf nahezu allen Betriebssystemen sofort einsatzbereit. Viele Kreative besitzen bereits einen solchen Controller, auch außerhalb des klassischen Gamings. Eine direkte Unterstützung in Cubase würde es ermöglichen, Parameter wie Transportfunktionen, Mixer, Instrumente, Effekte oder kreative Performance-Elemente (z. B. Filterfahrten, XY-Kontrollen oder Expression) intuitiv und haptisch zu steuern.

Darüber hinaus würde eine solche Implementierung auch die Nutzung moderner Handheld-Geräte wie dem Steam Deck, dem ROG Ally oder dem Legion Go deutlich erleichtern. Diese Geräte basieren technisch auf Gamecontroller-Eingaben und gewinnen zunehmend an Bedeutung als mobile, leistungsfähige Kreativplattformen. Eine Xbox-Controller-Unterstützung in Cubase würde damit indirekt auch neue mobile Workflows ermöglichen und Cubase für den Einsatz auf diesen Systemen deutlich attraktiver machen.

Gerade im Bereich moderner Musikproduktion, Live-Performance, Sounddesign und experimenteller Arbeitsweisen könnte ein Gamecontroller eine sinnvolle Ergänzung zu Maus, Tastatur und klassischen MIDI-Controllern darstellen. Die analogen Sticks, Trigger und Tasten bieten großes Potenzial für dynamische, ausdrucksstarke Steuerungen, die mit herkömmlichen Eingabegeräten nur schwer umzusetzen sind.

Eine Xbox-Controller-Integration würde aus meiner Sicht:

  • die Einstiegshürde für neue Nutzer senken,

  • Cubase für jüngere und technologieaffine Zielgruppen attraktiver machen,

  • bestehende Remote- und MIDI-Konzepte sinnvoll erweitern,

  • mobile und alternative Hardware-Plattformen besser unterstützen,

  • und Cubase weiterhin als innovative und offene DAW positionieren.

Selbst eine grundlegende Implementierung über das bestehende Remote- oder Mapping-System (z. B. als HID-Device) wäre bereits ein großer Schritt und würde von vielen Anwendern sicherlich positiv aufgenommen werden.

Ich bitte um eine rege Diskussion!

Grüße,

Felix

Willkommen hier im Forum.

Ich will gleich ehrlich sein, ich halte von einer solchen Integration gar nichts. Alle genannten Teile sind Gaming Devices und ich wüsste nicht einen einzigen Punkt wo mir so ein Gerät irgendetwas erleichtern, oder flexibler machen sollte.

Für Live Performance gibt es VST Live, da ist Cubase nicht die richtige Wahl (imho).

Mich würde allerdings interessieren wie genau du dir das vorstellst, wie würde für dich ein Einsatz z.B. beim Sound Design aussehen? Was sollte da der Xbox Controller denn machen?

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Danke dir für die Nachfrage, ich versuche es noch etwas weiter zu konkretisieren und auch den grundsätzlichen Gedanken dahinter zu erklären.
Ein wichtiger Punkt für mich ist, dass Menschen, die an Gamecontroller, Konsolen oder Handhelds gewöhnt sind, grundlegend anders über Bedienung nachdenken als klassische DAW-Nutzer. Für diese Zielgruppe sind Analog-Sticks, Trigger, Fokus-Steuerung, Kontextmenüs und Zustandswechsel völlig selbstverständlich. Was für Maus- und Tastatur-Nutzer umständlich wirkt, kann sich für andere sehr direkt und intuitiv anfühlen.

Ich glaube daher, dass man mit etwas Umdenken tatsächlich große Teile von Cubase auch ohne klassischen Desktop-Workflow bedienen könnte:
Navigation durch Projekt, Spuren, Inspector oder Mixer über Fokus-Logik
Parametersteuerung über Sticks/Trigger, kontextabhängig je nach aktivem Fenster
Buttons für Umschalten von Modi (Edit, Mix, Instrument, Automation etc.)
Das ist natürlich kein Ersatz für präzises Editing, sondern ein alternativer Zugang – ähnlich wie es auch Touch-Bedienung oder Control-Room-Controller sind.

Ein weiterer sehr praktischer Aspekt ist für mich der Einsatz beim Recording alleine im Studio. Ein kabelloser Controller lässt sich problemlos mitnehmen – etwa zum Schlagzeug, zu einem Gitarrenamp oder in eine Aufnahmeecke. Transportfunktionen wie Start, Stop, Punch In/Out oder Marker lassen sich so direkt vom Instrument aus steuern. Das ist deutlich unkomplizierter, als Maus und Tastatur zu platzieren oder ständig zwischen Aufnahmeposition und Rechner zu wechseln.

Spannend wird das aus meiner Sicht außerdem in Kombination mit einem Fernseher oder großen Display:
Cubase auf dem TV, Bedienung vom Sofa aus mit Controller, dazu ein gutes Audio-Interface am Rechner – technisch ist das heute problemlos möglich. Für Sounddesign, Arrangieren, Rough Mixes, Ideenfindung oder entspannte Editing-Sessions fernab vom klassischen Studiotisch könnte das ein sehr kreativer Workflow sein.
Mir geht es also weniger darum, ein „Gaming Device“ in Cubase zu integrieren, sondern vielmehr darum, eine weitere Bedienphilosophie zu ermöglichen. So wie Cubase heute Maus, Tastatur, MIDI-Controller, Remote-APIs und Touch parallel zulässt, könnte ein Gamecontroller einfach eine weitere Option sein – für diejenigen, die genau damit vertraut sind.

Dass das nicht für jeden sinnvoll ist, ist mir völlig klar. Aber ich bin überzeugt, dass es eine Nutzergruppe gibt, für die genau dieser Ansatz einen echten Mehrwert darstellen würde.

Danke dir auf jeden Fall für den offenen Austausch – genau solche Diskussionen finde ich spannend.

Viele Grüße

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Ok, ich würde sagen ich gehöre definitiv nicht zu der Zielgruppe die du hier ansprechen möchtest. Nicht falsch verstehen, aber ich halte diese Devices für völlig ungeeignet um damit irgendetwas in der Anwendung von Cubase zu erleichtern.

Dafür habe ich Elgato Stream Deck auf einem Tablet und kann es mit mir rumtragen. Da brauche ich auch heute schon weder Maus noch Tastatur.

Ich bin gespannt ob da etwas in deiner Richtung kommt, ich werde es auf jeden Fall beobachten :slight_smile:

Genau so sehe ich das auch :+1:

Da ich keine Ahnung vom Gaming hab, frag ich erstmal, ob sich denn die genannten controller über midi remote einbinden lassen.

Das ist ja schonmal eine ziemlich gute Entwicklung. Ich benutze z.B. einen footcontroller von Line& der eigentlich zum Steuern ihrer amps gedacht ist. Dieses FBV ExpressMK2 gibt netterweise auch midi aus. Damit kann man sich z.B. ganz simpel Start, Stop, Rücklauf und Vorlauf auf die vier Taster legen, und das Teil untern Tisch. Gerade beim Schneiden etc. sehr bequem.

Fußsteuerung scheint aber bezüglich DAW ein völliges Nischenthema zu sein.

Danke für dein Feedback und das Beispiel mit dem Footcontroller – das illustriert sehr schön, wie alternative Eingaben bereits heute über MIDI Remote funktionieren können. Genau diesen Ansatz meine ich bei Gamecontrollern: Wenn Xbox-Controller MIDI- oder HID-Signale ausgeben, ließen sie sich auf ähnliche Weise in Cubase einbinden – nur deutlich breiter verfügbar, ergonomischer und vielseitiger.

Im Unterschied zu Fuß-Controllern bieten Gamecontroller analoge Sticks, Trigger und zahlreiche Tasten, sodass nicht nur einfache Funktionen wie Start/Stop möglich sind, sondern auch kontinuierliche Modulationen, Parameterfahrten oder XY-Kontrollen direkt spielbar wären. Das erweitert die kreativen Einsatzmöglichkeiten enorm, z. B. beim Recording, Sounddesign oder Arrangieren.

Natürlich ließe sich das über MIDI abbilden, aber eine native Einbindung ohne MIDI-Umweg würde die Bedienung wesentlich intuitiver machen, Mapping vereinfachen und direktes, kontextabhängiges Steuern vieler Cubase-Funktionen ermöglichen – quasi Plug & Play für alle, die bereits Erfahrung mit Controllern haben.

So wie dein Footcontroller für einfache DAW-Funktionen praktisch ist, könnten Gamecontroller eine optionale, komfortable Erweiterung für Nutzer sein, die bereits mit solchen Eingabegeräten vertraut sind – kabellos, handlich, für zwei Hände bedienbar und vielseitig einsetzbar.

Viele Grüße

Juergen,
denke das doch mal von der anderen Seite. Nämlich das man keinen tollen Musikcontroller besitzt, aber so ein Gamepad herumliegen hat.
Da hätte man neben ein paar Drucktastern auch zwei x,y-Joysticks und zwei, sollen wir es mal Modulationsräder mit automatischer Zurücksetzung auf null nennen? Da kann man schon etwas mit anfangen.

Einfach so geht das nicht. Es gibt zwei theoretische Ansätze. Der eine ist eine Software zu installieren, die die Gamepad-Eingaben in MIDI umwandelt und einen entsprechenden Midi-Port erstellt. Ich glaube, so eine Software gibt es bereits. Die andere ist, dass Steinberg dieses Softwaremodul direkt in Cubase erstellt. Bei letzterem könnte man sogar überlegen, ob die Umwandlung in Midi zwingend erfolgen muss oder lediglich eine Option darstellen soll.

Ok, Controller liegt hier rum :wink:

Ok, das ist durchaus möglich, aber vielleicht bin ich zu eingefahren um das für mich vorzustellen. Wenn ich nicht direkt vor dem Monitor sitze habe ich mein Tablet mit Stream Deck vor mir (auf einem Tablet Ständer) und kann darüber alles auf dem Cubase Rechner steuern.

Ich will nicht abstreiten das es Einsatzfälle gibt, für mich ist es zu umständlich. Liegt auch daran das ich selbst beim originären Einsatz eines Controllers eher tolpatschig bin :grin:

Ich besitze beides und hoffe inständig, dass ich aufgrund zunehmenden Alters und der Gefahr der aufkommenden Senilität die beiden Sachen nicht verwechsele. Eurotruck mit dem Keyboard fahren, hat bestimmt was.

Das Streamdeck ist tatsächlich ein geniales Stück Hardware.
Aber es ist doch bereits alles vorhanden, um es mit Cubase, Dorico u.v.a. Programmen zu nutzen. Dafür gibt es auch fertige Profile, die man zudem selbst an eigene Bedürfnisse anpassen kann.

Ich besitze 2 Streamdeck XL - eins für den Liveeinsatz (u.a. zur Steuerung von Organteq 2 auf meinem Macbook Pro) und eins am PC, vor allem für Dorico.

Mit dem genialen (und kostenlosen) MIDI-Plugin von “Trevliga Spel” kann man mit ein wenig Einarbeitung fast alles programmieren, was man sich vorstellen kann.
An Cubase werden ganz normale MIDI-Befehle oder Tastatureingaben gesendet. Darüber hinaus ist aber auch eine Kommunikation über Softwareschnittstellen möglich.

Was @Felix1 meint ist das “Steam Deck” ohne r drin :blush:

Ich setze Streamdeck Mobile ein, das läuft auf meinem Tablet und ich kann es ohne Kabel rumtragen.

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Wer lesen kann … :face_with_crossed_out_eyes:

Ja, das hatte ich zu Beginn auch, aber inzwischen habe ich das Abo gekündigt.
Mir sind fühlbare Tasten lieber.