VariAudio: kalibrierung auf Kammerton?

VariAudio ist ja eine ausgefuchste Angelegenheit die wirklich gut funktioniert. Eine Frage dazu ist aber bisher offen: auf welchen Referenzton bezieht sich die Funktion?
Ganz konkret: ich hatte eine Aufnahmesitzung, bei der das Ensemble auf den Kammerton 443 Hertz eingestimmt hat. Nun sind einige Töne intonationsmäßig korrekturbedürftig. Erkennt VariAudio aus dem Kontext der Audiodatei, auf welchen Kammerton eingestimmt wurde, oder wird immer in Bezug auf die Standard-Stimmung 440 Hz korrigiert?
Lässt sich die Funktion gegebenenfalls selbst kalibrieren? Zwei, drei Hertz (oder mehr) sind ja nicht wenig; bei einem Ensemble mit mehreren Streichern wäre es doch angenehm zu wissen, wie das Programm tickt.

Vermutlich sind’s einfach 440 Hz und fertig. Hab noch nix gefunden, wo ich das irgendwie beeinflussen könnte. Was im Idealfall heißt, dass es doch irgendwie geht :sunglasses:

VariAudio ist ohne Zweifel ein sehr feines onboard-Feature, ‘more advanced’, mit der von dir ersehnten Möglichkeit ausgestattet ist Melodyne Editor 2 http://www.celemony.com/cms/index.php?id=products_editor&L=1

Wenn ich darf (?)
also, hier meine Wunsch-Meinung zur Erweiterung des wunderbaren VariAudios:

  • frei wählbare Stimmung (siehe Thread hier)
  • frei wählbare und automatisch anpassbare Tonarten (mit einem Klick rutscht der Kram richtig hin!)
  • Quantisierungsmöglichkeiten
  • größere Auswahl an Algorithmen (!)
  • Formant-Korreturen möglich (Sounddesign, u. Instrumente!!)
  • Tuning von mehrstimmigem Material (auch hinsichtlich Wandlung in Midinoten)
  • bessere Transientenerkennung (Gitarren, Bässe, Drums etc.)
  • größerer möglicher Tonumfang (unterhalb E0, siehe aktuell anderer Thread hierzu)
  • Segment-Editing und Tuning in einem Tool (ohne Umschalten)

Das Ding hat doch so viel Potential! gerade weil es direkt in eine Cubase-Audiospur integiert ist! Da muss man doch echt optimieren, liebe Steinberger!

Aber was meint ihr (als User) dazu?

LG Central!

Voll, gute ideen…

  • frei wählbare Stimmung (siehe Thread hier)
  • Quantisierungsmöglichkeiten
  • größerer möglicher Tonumfang (unterhalb E0, siehe aktuell anderer Thread hierzu)
  • Segment-Editing und Tuning in einem Tool (ohne Umschalten)

finde ich persönlich sehr wichtig.





Was meinst Du mit:

  • Formant-Korreturen möglich (Sounddesign, u. Instrumente!!) ?

Polyphonie ist mir nicht so wichtig, wenn es sie aber geben sollte käme ich mir veräppelt vor wenn man nicht daraus direkt MIDI exportieren könnte, gibt aber genug andere Baustellen. (vor allem Automation und GR)

Lg

ja, hast Recht, LoopBreaker. Man muss zudem realistisch sein und täglich eher studiokonforme Wünsche wünschen.

Formantkorretur: Was Formaten sind, kann man gut ergoogeln (das würde den Rahmen sprengen)
Auch ist dies in Melodyne möglich. Es ist schon recht gut im Cubase Plugin PitchCorrect hörbar, was alles passiert, wenn man Formanten verschiebt. (Stimme z.B: Veränderung Mann<>Frau, hohe Mickey Mouse<>tiefe Monsterstimme z.B.) läßt sich sehr gut auch auf Instrumente, Synthsounds und Drums anwenden (!)

Danke! habs aber leider immer noch nicht geschnallt laut, WIKI sind Formanten:
Der Begriff wurde 1929 von Erich Schumann in seiner Habilitationsschrift in Berlin eingeführt und bildet heute ein breites Forschungsfeld sowohl auf analytischen, nachrichtentechnischen wie klangsynthetischen Domänen.
also auf Deutsch ferquenzbereiche?

Was soll Variaudio können mit Formanten?

Lg

Hm. Wie soll ich das genau erklären… besser ist ja immer Hören :wink:

Formanten sind in der Tat Frequenzbereiche, die als eine Art Resonanz den Klang massgeblich prägen, und dort immer vorhanden sind. So erkennt man z.B., dass es eine Stimme ist, oder ein Cello, ein Klavier, usw.
Verschiebt oder entfernt man diese Formanten, ist das eigentliche Ursprungsmaterial kaum bis nicht mehr auszumachen. (Fürs Sounddesign sehr nützlich!)

Anderes simpleres Beispiel aus dem bekannten Samping: nimmst du deine Stimme auf, und spielst sie auf dem Keyboard, werden alle Frequenzen gleichermassen je nach (Tasten)Tonhöhe mit verschoben (der bekannte “Mickey Mouse”-Effekt im hohen Bereich z.B.) Die Formant-Frequenzen im Sample werden dann natürlich mit transponiert - und das klingt daher völlig unnatürlich.
Um möglichst realistisch natur- und akustische Klänge abzubilden, erstellt man daher Sample-Multi-Mappings (viele kleinere Tonbereiche, mit je einem eigenen Sample). Vielleicht mal so grob gesagt erklärt.

Nun, vielleicht hilft dir das hier weiter (sehr interessant auch die Tabelle):
http://www.sengpielaudio.com/FormantenPraegenDieKlangfarbe.pdf

Vielleicht, um es grob hörbar zu machen, insertiere mal das “PitchCorrect”-Plugin in Cubase, auf einer Gesangsspur und auch auf anderen Instrumenten (Cello, Stringfläche, Piano, Gitarren usw.).
Dann spiel mal mit dem “Shift” Parameter (Formant) herum…
(Im Plugin: Speed so schnell wie möglich, Tolerance um Null)

So, genug Lehrstunde, ab in die Pause aka. Wochenende!!!
:smiley:

Gruss
C.

Danke Centralmusic!!!
Super erklär! :unamused:

Schönes Wochenende!



http://helpcenter.celemony.com/editor2/de/singletrack_tour_66.html
http://www.uni-leipzig.de/~jtrommer/phonetik07/k5c.pdf
http://www.youtube.com/watch?v=NuynU-TU3b4

+1,
Klar, Melodyne bietet ja hier schon einiges, aber die gelungene Integration von VariAudio in Cubase ziehe ich ebenfalls vor.
Gerade der Vorschlag “Tuning von mehrstimmigem Material (auch hinsichtlich Wandlung in Midinoten” wäre für mich als Gitarrist sehr hilfreich, entsprechende Mididaten bspw. in VSTi’s einzuspeisen und zu bearbeiten.
Wäre schön, wenn Steinberg hier weiterentwickelt
Alternative könnte natürlich sein, ARA (Melodyne Integration <-> Studio One 2).
Grüße

Das ist ein gutes Argument.

Andererseits wäre es nett wenn der sequenzer in die Richtung ausgebaut werden würde, dass man sich midi-loop backtreiber sparen könnte und endlich benutzerfreundlich, zB: LFO’s auf x-beliebige Automationen leiten zu können Automationsspuren im Project behalten könnte um sie mit anderen Plugins (vl. mehreren gleichzeitig [send])zu verwenden, oder Stack-Recording für Automationen, oder die Möglichkeit die Auswahl einer Automationspur in ein Event-Kasterl’l zu packen, dass man auf einer anderen Automationsspur zwischenparken kann, dass damit nichts passiert, sorry aber, das kann noch keine DAWhttp://www.steinberg.net/forum/viewtopic.php?f=28&t=20304

Hey LoopBreaker,
diese Idee hatte ich tatsächlich damals schon mal ähnlich im alten Forum gepostet!
Ein Plugin, in dem man frei LFOs definieren, Patterns (umschaltbar) oder Kurven einzeichnen kann, welches dann völlig frei auf alle (!) automatisierbaren DAW-Parameter routbar ist! Mit Hilfe der VSTExpressions z.B. könnte man dann diese Patterns schnell und simpel umschalten, also einfach einmalen. Das Potential wäre meiner Meinung nach damit immens…