VST Connect Problem

Hallo zusammen,
habe schon viel in div Foren gesucht aber keine Lösung gefunden.
Wir versuchen eine Session mit VST-Connect zum Laufen zu bringen, aber es gelingt immer nur einseitig.
Config:
Studio: iMac, 8GB Ram, OS X 10.10 Yosemite, Cubase Pro 8.5, Internet: VDSL (50.000kBit)
Performer: PC Win7 64Bit, 8GB Ram, Cubase Pro 8.5, Internet: DSL: 16.000kBit
Beide Rechner per LAN-Kabel am jeweiligen “Modem” angeschlossen.

Wir haben schon div Einstellungen ausprobiert: Audio + Video Upstream, Buffer Size, etc. aber in der obigen Konstellation gibt es sofort Abbrüche + Stotterer. Aufnahmen sind so nicht möglich. Ständig springen die LEDs für die Verbindungsqualität NET + SYNC auf rot, so bald im Studio die Aufnahme gestartet wird. :imp:

Seltsamer Weise klappt alles bestens, wenn die Konstellation umgedreht wird: PC = Studio, iMac = Performer. Hier geht es problemlos.

Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Lösungsvorschläge?
Wir haben es mit Connect SE + Pro getestet = kein Unterschied! Die Internetverbindung scheint nicht das Problem zu sein: die gemessenen Werte (DSL-Speedtest) sind gut. Auch zu unterschiedlichen Tage-/Nachtzeiten gab es keine Unterschiede.
Kann es sein, dass VST-Connect Probleme mit Mac hat? Es ist wie verhext! Auch sind die Fader für Monitoring Studioseitig ständig ausgegraut. Manchmal sind sie anfangs bedienbar, dann werden sie plötzlich grau, aber immer nur auf der Studioseite, nicht beim Performer. Das passiert sowohl beim iMac, wie auch beim PC.

Wer weiß Rat?

Hi Tonkutscher,

ein Musikerkollege und ich haben das für eine Session unlängst mal ausprobiert. Selbst mit einer ollen 6000er Leitung gab es keine Probleme, alles flutschte wie am Schnürchen. Das ist ein sehr interessantes Tool mit viel Potential, finde ich, macht Spass. Wobei ich anmerken muss, dass wir auf PC sind.
Versuche doch dies mal im englischen Forum zu posten, es gibt dort ja eine eigene VSTConnect Sparte:
http://www.steinberg.net/forums/viewforum.php?f=221&sid=0030ce50804413932dd9f60d7069aacb

Da die angezeigten DSL Raten nur den optimalen Download-Stream angeben aber nichts über den Upload-Stream verraten, vermute ich dass hier der Flaschenhals bei einem der beteiligten Provider liegt. Darum funktioniert es dann nur in die eine Richtung, wenn der Daten Upload über den schwächeren Provider Upload-Stream nicht zu groß ist. Dagegen hilft nur auf beiden Seiten breitbandigere Upload Zugänge zu verwenden.

Testen kannst du deine ungefähre DSL Geschwindigkeit z.B. hier:

http://avm.de/service/zack-der-speedtest-fuer-ihre-breitbandverbindung/

Wir haben ja die Werte gemessen. Ich hab auch mal deinen Link jetzt benutzt: der “schwächere” Provider ergibt
Download: 13,636 MBit/s
Upload: 1,045 MBit/s
Pingzeit: 21,43 ms
Jitter: 0,83 ms

Damit sollte das möglich sein! Ganz davon abgesehen habe ich ja die “schwächere” Leitung, d.h. auf der Performer-Seite = PC. Wenn wir dann das ganze umdrehen, also auf der schwächeren Seite Studio (PC) und der Performer = Mac, dann geht es ja auch problemlos.

Würde ja gern mal mit jemandem der einen Mac hat und Erfahrungen mit VST-Connect ne Test-Session machen, um die Probleme einzugrenzen. Aber das wäre wohl was für nen neuen threat? …

Hier findest du abertausende Leute mit VST Connect im Einsatz zum connecten:
http://www.steinberg.net/forums/viewforum.php?f=221&sid=1784be3cc6e05216219c42099b06b5b1

Ja eben. Der upstream vom Performer zum Studio ist entscheidend, also wenn der Performer nur nominell 1 MBit schafft, kann es schon sein, dass es Stress gibt (ich hatte das selbe Problem mit einem Sänger im Bergischen).
“Eigentlich” sollte es klappen, wenn man die Performer upstream rate niedrig einstellt und ggfs. das video ausschaltet.

Ja, weil das Studio (jetzt als Performer) genügend “push” hat.
Du sagst, dass die Aussetzer nur beim recorden entstehen? Dann würde ich empfehlen, mal die “Remote Latency” auf 2 Sekunden oder so zu stellen, dann hat das System mehr Zeit zum puffern. Man muss nur ein wenig länger warten, wenn Cubase gestartet wird.
Hoffe das hilft…

So, nach langem Gefummel und endlosem englische threads lesen konnten wir den Trick mit “Remote Delay” finden. In Einstellung “2 Seconds” sind die Stotterer endlich weg. Aber nun kommen die nächsten Probleme:

  1. Echo im Monitorweg. Als Performer höre ich immer mich selbst doppelt (mit Verzögerung), sobald auf Studioseite der Monitorknopf in der Performerspur betätigt wird. Sonst bin ich im Studio nicht hörbar.
  2. Wenn im Studio der Song (1 Audiomixdown) gestartet wurde, blieb auf Performerseite da Zählwerk stehen und die Play-LED leuchtete nicht. Der Song war trotzdem hörbar. Eine Aufnahme fand statt, aber im Studio kam sie nicht synchron an, obwohl sie auf Performerseite synchron war. :question: Eigentlich sollte der Steinbergserver doch die Latenz ausgleichen, oder?

Es ist langsam zum Haareraufen! Ich denke es sind Fehleinstellungen studioseitig, ober wo?

@musicullum: ha! da hast du schon geantwortet, wärend ich noch am tippen war. Das mit der Remote Latency hat sich also erledigt. Aber Danke für den Tip. Nun kauen wir an den anderen Punkten…

Ja eben. Der upstream vom Performer zum Studio ist entscheidend

Das hatte ich immer andersherum gesehen. Das ist interessant! :astonished:

Na, prima :slight_smile:

Den Monitor Knopf nicht benutzen.
Hast du das VST Connect Monitor plugin im Control Room (hinter dem Master out)? Damit hörst du jederzeit den Performer direkt. Evtl. “repair” benutzen im VST Connect menu (auf deutsch wahrscheinlich “reparieren”).

Ja klar, das tut er auch sample-synchron. Aber natürlich sollte das Zählwerk auf Performer Seite auch loslaufen. Sonst würde ich auch erwarten, dass die entsprechenden LEDs rot sind?

Ich weiss leider nicht, wo diese Einstellungen beim Mac sind, unter Windows im AppData Ordner (auch beim Performer). Wie hoch hast du denn den Performer upstream eingestellt? Da solltest du eher weniger nehmen. Ansonsten ist es eigentlich so gedacht, dass man die “Create VST Connect” Funktion benutzt, das installiert alles (bis auf Studio Talkback) so, dass es direkt funktioniert.

Den Monitor Knopf nicht benutzen.
Hast du das VST Connect Monitor plugin im Control Room (hinter dem Master out)? Damit hörst du jederzeit den Performer direkt. Evtl. “repair” benutzen im VST Connect menu (auf deutsch wahrscheinlich “reparieren”).

Nun, ich bin ja auf der Performerseite. Die repair-Funktion werden wir mal ausprobieren.

Sonst würde ich auch erwarten, dass die entsprechenden LEDs rot sind?

Nee waren sie nicht + das Zählwerk stand. Seltsamerweise lief es, als wir die Verbindungsprobleme (Stotterer) noch hatten.

Ich weiss leider nicht, wo diese Einstellungen beim Mac sind, unter Windows im AppData Ordner (auch beim Performer). Wie hoch hast du denn den Performer upstream eingestellt? Da solltest du eher weniger nehmen. Ansonsten ist es eigentlich so gedacht, dass man die “Create VST Connect” Funktion benutzt, das installiert alles (bis auf Studio Talkback) so, dass es direkt funktioniert.

Der Performer Upstream stand auf 128 kBit/s, Video auf 96 kBit/s. Also Audio geht ja nicht weiter runter. Das Blöde ist halt, dass beim vorletzten Test die Probleme mit Echo, der Latenz und dem Zählwerk nicht da waren, dafür aber die Aussetzer.
Noch eine Frage: ich hatte heute den Eindruck, dass der Track den ich als Performer hörte mono war. Dazu das Problem mit der Latenz, also im Studio war die Aufnahme unbrauchbar, weil meine Einspielung verzögert war zum Track. Ich denke dass da was zerschossen ist in den Einstellungen.
Hintergrund: wir mussten heute zuerst die Demoversion vom Connect Pro deinstallieren, weil der Testzeitraum abgelaufen war + Cubase sich weigerte die Connect SE version zu starten. Auch lief die Deinstallation äußerst problematisch. Laut Handbuch sollte die Lizenz im Dongel entfernt werden, was aber erst beim 5 oder 6 Versuch gelang. Auch brauchten wir mehrere Neustarts bis der Eintrag in Cubase weg und die SE-Version wieder lauffähig war.

Update: 08.01.16

Wir sind heute noch einmal alle Einstellungen Studioseitig Schritt für Schritt durchgegangen. Zuanfangs war sofort eine Verbindung da und di Kommunikation klappte gut. Jedoch beim Start des Cubase (studioseitig iMac) gab es wieder Stotterer und Abbrüche. Ich habe eine Messung der Verbindungsgeschwindigkeit auf Performerseite durchgeführt, Ergebnis: 13.340 kBit/s Download, 964kBit/s Upload, Ping: 21ms. Firewall + Router auf beiden Seiten gecheckt, also Portforwarding UDP 51111-51113 eingeschaltet und okay, in der Firewall auf “grün”.

Weitere Einstellungen: Remote Latency: 2 Sec. Audio Upstream: 128kBit/s Video Upstream: 96 kBit/s.
Hat jemand noch ne Idee?

Port forwarding ist nicht notwendig.
Ich frage nochmal, ob die Stotterer erst dann auftreten, wenn das Studio Cubase startet? Dann würde ich beim Performer die buffer size mal testweise hoch stellen. Auch von einer zu hohen Sample Rate (z.B. 96 kHz) würde ich bei so einer schwachen Verbindung abraten. Von den Netzwerk-Werten her sollte es ja gehen, wenn der Performer upstream niedrig eingestellt ist und (!) keine anderen Netzwerk-Dienste (browser, download, skype etc) im Hintergrund laufen, das gilt für beide Seiten. Allerdings sind diese Messungen ja Durchschnittswerte, 1 MBit upstream ist evtl. schon grenzwertig, aber bei 2 Sekunden Remote Latency sollte das schon gehen. Vielleicht mal noch höher (4 Sekunden) probieren, wenn das einen wesentlichen Einfluss hat würde ich vermuten, dass die Verbindung des Performer miserabel ist (im Durchschnitt ok, aber in Spitzen Aussetzer).

Ja. Video + Communikation (Talkback, etc) sind bestens.

Haben wir gemacht. Buffer steht bei 286. Auch höhere Werte brachten kein besseres Ergebnis. Samplingrate: 44.1 kHz.
Kennt eigentlich jemand die Internetadresse oder die IP des Steinbergservers? Dann könnte man mal mit Tracerout die Verbindungswerte checken. Es muss ja nicht zwangweise an meinem Provider liegen. Der Engpass kann auch irgentwo auf der Strecke zum Server sein. Hab sowas schonmal gemacht, weil ich dachte mein Provider würde einige Downloads mit mieser Verbindungsqualität ausbremsen. Dann lag es aber an einen überlasteten Konten bei der Telekom irgendwo im Stuttgarter Raum an dem dann der Server hing.

Nachdem man sich verbunden hat wird eine peer to peer Verbindung aufgebaut, also da ist dann kein server mehr dazwischen.

Ich dachte der Server macht den Latenzausgleich? Ich meine das hier immer wieder gelesen zu haben …

Nein. Der Server vermittelt nur, er liefert die key Nummer und gibt den beiden Parteien ihre Adressen, damit sie sich direkt (“peer-to-peer”) verbinden können.
Sobald man verbunden ist, gibt es entweder den “chat mode” (Studio ist in “Stop” mode), das ist wie Skype, mit fester Verzögerung.
Startet das Studio den Transport (“run mode”), passiert auf der Studio Seite solange nichts, bis die “Remote Latency” Zeit abgelaufen ist. Erst jetzt startet das Cubase im Studio.
Während dieser Zeit wurde aber intern schon abgespielt, nämlich der cue mix, der dem Performer sofort und direkt gesendet wird. Dieser Audio Stream ist mit Zeitstempeln versehen, sodass der Performer Transport weiss, wo das Signal gerade ist. Der Performer “performed” jetzt also dazu und schickt seinerseits das mit seinem Zeitstempel versehene audio direkt (ohne server) an das Studio zurück, wo das mit dem Zeitstempel zusammen gepuffert wird. Wenn dann der Transport im Studio startet, sind die Daten vorhanden und können Sample-synchron aufgenommen und zu Gehör gebracht werden.
Daher entstehen auch delays (Verzögerungen), wenn man den Monitor anmacht oder sonst einen Fehler in den Verbindungen hat.
Vielleicht hilft’s ja…

Aha! Danke für die Erklärung. Das könnte tatsächlich bei der Lösung der Probleme helfen. Das heißt also: wenn alle Grundeinstellungen korrekt sind, dann müssen Knackser + Aussetzer auf das Konto einer mangelhaften Internetverbindung gehen, da peer-to-peer. Trotzdem sheint dann der Studiorechner die höhere Rechenlast zu haben, weil da ja die Sachen zusammengführt werden.