Absolutwert für Schalldruck

Hallo,

ich würde gerne wissen, ob es möglich ist, mit einem kalibrierten Mikrofon, welches am Audiointerface (in meinem Fall UR22) angeschlossen ist, auf einen absoluten Wert des vom Mikro aufgenommenen Schalldrucks zu kommen.

Die Kette ist ja so: Das Mikrofon wandelt den Schalldruckpegel (dB) in eine Spannung (mV) um, die vom Audiointerface empfangen, über den Gainregler je nach Einstellung verstärkt und am AD-Wandler im Audiointerface digitalisiert wird. Das obere Ende der digitalen Messskala (bspw. am Pegelmesser in Cubase) ist der Wert 0 dBFS. Wenn ich wüsste, welcher Spannung dieser Wert entspricht, dann könnte ich das aufgenommene Tonmaterial wieder zurückrechnen (obige Kette) und den absoluten Wert für den Schalldruck (dB) im Raum bekommen. (Dazu ergänzend: Ich würde vorher ein definiertes (Sinus-) Signal (z.B. 1 V) auf das Audiointerface geben, den Gain Regler so einstellen, dass ich die 0 dBFS bekomme, und diesen Regler-Wert notieren, um die Kette vollständig zu haben.)

Ich hab im Steinberg Forum und im Netz gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Kann mir jemand da weiterhelfen ?

Vielen Dank

Messtechnik ist leider nicht ganz so simpel.
Aber prinzipiell kann man die Frage mit ja beantworten.
Der Schalldruck ist aber eine schwer vorstellbare Größe.

Nein tut es nicht.
Das Mikrofon wandelt die Druckunterschiede (Mechanische Schwingung der Luft) in eine Spannung. Wir als Menschen haben uns aber eine relative Größe gesucht, mit der wir besser Rechnen können. Den Schalldruckpegel.
Der benötigt aber eine Bezugsgröße.
Ohne Bezugsgröße keinen Schalldruckpegel.

Naja, auch das ist nicht ganz korrekt, hat aber nix mit der Messtechnik zu tun und wäre eine eigene Diskussion.

Was möchtest du denn genau machen?
Wahrscheinlich ist das aber das falsche Forum.

Hi @RiSto23 ,
ein passendes Forum, in dem Deine Frage bestimmt aufgegriffen und rege diskutiert wird (manchmal allerdings im Tonfall gewöhnungsbedürftig oder auch vom Thema abschweifend …), ist
(1) Forenübersicht | RECORDING.de

Hallo st10ss und P.A.T,

vielen Dank für Eure Antworten.

Kurz zum Hintergrund: Ich nutze das UR22 als Musiker. Dieses Thema, das ich hier erstellt habe, hat den Hintergrund, dass Ich in erster Linie Störgeräusche in meiner Wohnung messen möchte. Wenn ich dies auf hohem Standard machen wollen würde, dann bräuchte ich neben tiefen Kenntnissen vor allem auch teures Equipment.

Ich möchte gerne meine durchaus sehr qualitativ gut beschaffene Ausrüstung dazu nutzen, diese Messungen auf einem etwas niedrigeren Level zu machen (absolute professionelle Ergebnisse würden mir sowieso nicht soviel Vorteile verschaffen, es reichen auch Ergebnisse mit höherer Fehlertoleranz aus.

Es ist für mich einsichtig, dass dieses Thema nicht ganz in ein musikbezogenes Umfeld passt.

Daher wollte ich nur noch einmal kurz nachfragen und wäre auch nicht böse, wenn der Thread geschlossen wird.

Allerdings glaube ich, dass der Thread durchaus interessant sein kann für Studiotechniker, Tontechniker etc., die sich bspw. mit Raumakustik oder auch Lautsprechermessungen und dgl. beschäftigen. Von daher wäre es evtl. auch sinnvoll, das Thema zu bearbeiten. Denn eine Absolutwertangabe von Schalldrücken mit dem UR22 zu erhalten, wenn das einfach möglich ist, ist doch durchaus attraktiv für Besitzer eines solchen Geräts ?

Vielleicht ist die Lösung auch sehr einfach und kann in kurzen Sätzen gefunden werden ?

Also ich hab nochmal zwei Bilder erstellt, die Interessierten evtl. weiterhelfen können und den Sachverhalt darstellen.

So wie ich es sehe, fehlt mir eigentlich nur der Wert für die Spannung, den der AD-Wandler des UR22 annimmt, wenn er den digitalen Wert 0dBFS ausgibt. Wenn dieser bekannt wäre, könnte man alle Größen zurückrechnen und einen Wert für den Absoluten Schalldruck im Raum bekommen (wenn man wie erwähnt, den Gainregler mit einem Testsignal von 1V „normiert“.

Hier sind meine Bilder:

Hat mir übrigens geholfen, diese Bilder zu machen, um für mich selbst noch etwas Klarheit zu bekommen.

VGRisto

Es geht viel einfacher.
Das eigentliche Problem beim Ermitteln von Schalldruckpegeln (wenn du eine dB Angabe möchtest) ist das Kalibrieren der Messstrecke.
Dazu benutzt man einen Kalibrator, der jedoch nur auf Messmikrofone passt, die meisten Studiomikrofone lassen sich nur sehr schwer in den Kalibrator packen.

Für absolute Pegelmessungen brauchst du also zusätzlich zum Audiointerface eine Software, die das kann, ein Messmikrofon und einen Kalibrator.

Software:

Gibt es auch Demoversionen von, die würden wahrscheinlich ausreichen.

Messmikrofone und Kalibratoren kann man auch mieten.
Ganz viele Tontechniker, die Beschallung machen, haben zumindest Messmikrofone.
Ich habe meinen Kalibrator gerade verlegt und müsste ihn erst suchen.

Ach noch was, der Schalldruckpegel ist keine absolute Größe, es ist eine relative Angabe zu einem Bezugswert. Das ist bei dB Angaben immer so.
Die absolute Größe wäre der Schalldruck. Der ist aber so abstrakt, dass es keinen Sinn ergibt.

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Das passt schon in ein Musikbezogenes Umfeld, bin mir nur nicht sicher, ob das in einem Herstellerforum gut aufgehoben ist.
Vielleicht hier?
PA-Forum

Hallo st10ss,
danke für Deine weiterführende Antwort. So fühle ich mich mit meiner Frage respektiert und merke, dass mir weitergeholfen wird.
Also ich bin das erste Mal aktiv im Steinbergforum. Deshalb möchte ich mich lieber erstmal zurückhalten mit weiteren Fragen und schau mich weiter um, wie es hier so läuft.
Ich weiß noch nicht, ob im Forum Themen von den Admins auch wieder rausgenommen oder bearbeitet werden. Vielleicht schau ich auch nach einem halben Jahr oder so nochmal in den Thread rein, wenn jemand vielleicht die gleichen Fragen hat, könnte ich dann bestimmt zu diesem späteren Zeitpunkt meine bis dahin gewonnenen Erkenntnisse zeigen, wenn ich weiter hier im Forum aktiv bin.

VG
Risto

1 Like

Ich glaube nicht, dass diese Beiträge jemand von den Admins löschen wird.
Sowas ist nicht unbedingt das zentrale Thema hier, das meinte ich mit vielleicht nicht der richtige Platz. Es geht ja in deinem Thread eher um allgemeine Dinge. Aber warum nicht…
Kann ja auch nix schaden, sich mal ein bisschen mit Messtechnik zu beschäftigen.

Hallo @RiSto23,

nachdem dir der wirklich kompetente Kollege @st10ss schon die nötigen Hinweise gegeben hat, kannst du ja vielleicht auch noch einen Blick auf die folgende Website werfen [E. Sengpiel, mittlerw. leider verstorben, gehört(e) zu den führenden Tonmeistern überhaupt]:

http://www.sengpielaudio.com/TabelleDerSchallpegel.htm

Wichtigstes Stichwort: “Schallwechseldruck”.

Grüsse,
Markus

Ok. Wie gesagt, ich will mich noch ein wenig hier orientieren, wie es hier läuft. Danke für Deine Hilfe :slight_smile: