Altes Manuskript - Symbole

An alle Altemanuskriptkenner unter euch: Was bedeuten folgende Symbole.

Die ersten 3 sind vermutlich eines aus dem Generalbass (dieser springt hin und her, mal unter mal über der Notenzeile. Daher kann man nicht immer mit Sicherheit bestimmen)

Das letzte ist aus der Violinstimme im alten französischen Violinschlüssel. G-Moll. Ich hätte auf Auflöser getippt, aber mal vor der Note mal über?… Und bei f steht im Takt zuvor kein Versetzungszeichen.

Bildschirmfoto 2025-11-09 um 14.28.07

Bildschirmfoto 2025-11-09 um 14.30.48

Bildschirmfoto 2025-11-09 um 14.28.14

Könntest du bitte etwas mehr Kontext zeigen? Meistens ergeben sich die Vorzeichen aus dem Zusammenhang.

Hier, mit mehr Übersicht. Mehr kann ich nicht zeigen, wie du sicher verstehst.

Könnten evtl. Erhöhungen (sowohl kreuze als auch Auflöser) sein… Oder?

Genau, das Kreuz meint einfach immer “einen halben Ton höher”. Auflösungszeichen gab es noch nicht. Die Spieler wussten, wie das zu spielen war.

Zum Beispiel wäre das

in modernerer Schreibweise

Zu den Generalbass-Zeichen: Das erste sieht wie eine durchgestrichene 5 aus und ist im Zusammenhang ein Quint-, eher Quintsextakkord mit verminderter Quinte

Das durchgestrichene ♭meint einfach kleine Terz.

Ich habe vor einiger Zeit das Stabat Mater von Vivaldi transkribiert, das ja viel später entstanden ist und in der “vertrauten” Barock-Schreibweise geschrieben ist. Dort gab es sehr, sehr viele fehlende Vorzeichen in den Geigen (weniger im Continuo), aber im Zusammenhang und Stil ist es immer klar, dass der jeweilige Ton erhöht und erniedrigt werden muss. Die Musiker waren im “Kontext-lesen” viel geschulter als wir heute.

Danke Vadian, du hast mir weitergeholfen.