Cubase 7.0 -7.02 - Erfahrungsbericht

An dieser Stelle erlaube ich es auch mir als langjähriger Cubase-User seit seligen Atari-Zeiten, meine Praxiserfahrungen mit Cubase 7 im Forum kundzutun.

Bei der folgenden kurzen Praxisbwertung bitte ich zu berücksichtigen, dass ich nicht die Zeit hatte, alle (neuen) Funktionen von Cubase 7 zu testen, zumal ich nebenbei auch noch einen Zweitrechner einrichtete, der später den jetztigen Produktivrechner ablösen soll, wenn dort endlich die leidigen Probleme mit der PowerCoreExpress-Karte gelöst sind, aber das ist eine andere Baustelle…

Da ich gerade mitten in einem Projekt mit glücklicherweise genügend Zeitraum für dererlei Experimente stecke, verwendete ich die neue Programmversionen (7.01, 7.01, 7.02) nur für das Abmischen bereits nahezu vollständig eingespielter MIDI- und Audio-Parts in Form von Cubase 6.5-Projekten.
Neue Features wie beispielsweise “Chord Assistant” oder “VST Connect” spielen diesbezüglich keine Rolle und wurden auch von mir noch nicht getestet, wobei ich zugeben muss, dass mein Interesse an diesen beiden Features auch nicht sehr ausgeprägt ist. Die Bewertung gilt gleichermaßen für beide PC-Systeme - sofern nicht extra angegeben.

DAW 1 (Produktiv-System):
Cubase 7.0.2 64Bit, Cubase 6.5 64Bit, OS: WINDOWS 7Pro 64Bit, Motherboard: ASUS P6T SE, CPU Intel Core i7 2.67 GHz, RAM: 8 GByte RAM, HD: 2x SATA 2TByte SOUND: FOCUSRITE Pro40, Grafik: 2x ATI Radeon HD4500 (für 4Monitor-Betrieb), Contoller: STEINBERG CC121, Software: JBridge 1.5, diverse Instrument- und Effekt-VST-Plugins (64- und 32-Bit)

DAW 2 (Experimental-System):
Cubase 7.0.2 64Bit, Cubase 6.5 64Bit, OS: WINDOWS 7Pro 64Bit, Motherboard: GIGABYTE GA-970-UD3, CPU: AMD FX™-8350 4GHz, RAM: 32 GByte, HD 2x SATA 2TByte, Sound: FOCUSRITE Pro40, Grafik 2x ATI Radeon HD6450 FleX (für 4Monitor-Betrieb), Contoller: STEINBERG CC121, Software: JBridge 1.5, diverse Instrument- und Effekt-VST-Plugins (64- und 32-Bit)

Die Installation verlief problemlos. Allerdings musste ich noch den Voreinstellungsordner von Cubase 6.5 manuell umbenennen, da sonst meine mit dieser Version erstellten Projekte beim Öffnen in Cubase 7 zum Programmabsturz führten.
Traurig, dass Steinberg es nicht geschafft hat, dieses altbekannte Problem auch bei der Installationsroutine der neuen Version zu lösen oder zumindest als Meldung darauf mit einem Workaround hinzuweisen. In der beiliegenden dürren Installationsanleitung steht dazu auch kein Wort. Probleme bei weniger erfahrenen Cubase-Usern sind somit im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert.

Programmstabilität und Performance:
Ich hatte bislang kaum Abstürze trotz täglichen, mehrstündigen Arbeitens (den oben erwähnten Punkt zum Laden von Projekten, die mit früheren Programmversionen erstellet wurden, einmal berücksichtigt).
Bei langen, opulent mit VST-Plugins bestückten Titeln hatte ich bei der DAW 1 zwischenzeitliche Audio-Aussetzer, die aber beim zweiten bis dritten Abspielen gänzlich verschwanden. Diese traten gleichermaßen mit Cubase 6.5 und 7.x auf. Bei der leistungsstärkeren DAW 2 hatte ich dererlei Phänomen nicht.

Abstürze hatte ich nur in zwei Situationen auf DAW 1:

  1. Regelmäßig fror Cubase 7 beim Laden eines zweiten Projekts mit anschließender Aktivierung ein. Das funktioniert dagegen weiterhin einwandfrei mit Cubase 6.5.
    2.Gelegentliche Abstürze beim Projekt-Mixdown (32 Bit).

Kompatibiliät:
Tadellos, Audio-Interface sowie alle in Cubase 6.5 verwendeten VST-Plugins egal ob 64 Bit oder 32 Bit (entweder per interner VST-Bridge oder über JBridge eingebunden) arbeiten einwandfrei.

Bei den noch verbliebenen 32-Bit-VST-Plugins handelt es sich hierbei um:
VST-Instrumente
Name: wird unterstützt von interner VST-Bridge
B4: ja, aber Performance per JBridge besser
Castor II: ja
Cosmo 201: ja
Hypersonic I: nein, JBridge erforderlich (darüber hinaus manuelle Installation des Instruments)
Kompakt: nein, JBridge erforderlich
M-Tron: ja
Virtual Guitarist 2: ja
Wavesphere: ja

VST-Effekte
Name: wird unterstützt von interner VST-Bridge
Density MKIII: ja
epicVerb 1.5: ja
Ferris TDS 1.5.1 : ja
Modern Analoguer: ja
ModernPremier: ja, aber Performance per JBridge besser
preFix 1: ja
Rescue: ja, aber Performance per JBridge besser
RescueAE: ja, aber Performance per JBridge besser
TeslaPro: ja, aber Performance per JBridge besser
TC Voice Strip 4.0: ja
TC PowerCoreCL 4.0: ja
TC Mega Reverb 4.0: ja
TC Master X3n 3.0: ja
TC EQSat 4.2: ja
TC Compensator 1.8: ja
TC Chorus Delay 4.0: ja
TC Classic Verb 1.9.: ja

Obwohl bei mehreren 32Bit-Plugins - je einzeln geladen - anhand der Cubase-Performance-Anzeige nicht ersichtlich war, ob das betreffende Plugin nun über die interne Cubase-Bridge oder über JBridge eingebunden war, ist es dennoch empfehlenswert, für 32Bit-Plugins grundsätzlich die JBridge zu verwenden. Denn als ich probehalber im DAW 1 nur diejenigen 32Bit-Plugins via JBridge lud, die gar nicht oder nur unter deutlichem Performance-Verlust von der internen Cubase-Bridge unterstützt werden und die restlichen als Original-32Bit-Plugins, fror Cubase regelmäßig mitten beim Laden der zuvor erwähnten opulent mit VST-Plugins bestückten Titel ohne Fehlermeldung ein und konnte nur noch per Task-Manager beendet werden.
Look And Feel:
Zwiespältig… Die voreingestellt dunkel gestaltete Oberfläche spricht mich nicht sonderlich an. Immerhin kann man aber die Farben für verschiedene Bereiche ändern. Damit lassen sich dann beispielweise auch wieder die feinen Automationskurven erkennen, in 7.02 jetzt gleich besser voreingestellt.
Der Mixer sieht mit seinem düsteren Plastik-Look recht billig aus - und das in Zeiten, in denen bei vielen virtuellen Instrumenten und Studioeffeten eine möglichst realistische Nachbildung der realen Vorbilder oft sehr ansprechend umgesetzt wird. Sehr bedauerlich, dass es auch mit dem neuen Update weiterhin nicht möglich ist, hier eine Anpassung vornehmenzu können, um beispielsweise allen Kanäle grundsätzlich den helleren Farbton eines ausgewählten Kanals zuzuteilen, was den Mixer wohl für viele gleich deutlich attraktiver aussehen ließe.
Immerhin lassen sich andere Mixerbereiche farblich anpassen. Leider muss für die Anpassung der allgemeinen Grund- und Hintergrundfarbe jedesmal das komplette Programm neu gestartet werden, sehr lästig, war allerdings auch schon in Cubase 6.x der Fall.
Die Aufteilung der wichtigsten Kanalinformationen oberhalb und unterhalb des Faders verhindert, dass man sie mit einem Blick erfassen kann. Auch die teils sehr kleinen, aussagelosen Bedienelemente, wie Punkte zum Ein- und Auscchalten des EQs im Kanal-Fenster, erfordern gerade bei hohen Auflösungen gute Augen und Zielsicherheit mit der Maus. Ein durch und durch arbeitsergonomisches GUI stelle ich mir etwas anders vor…

Großartig finde ich dagegen die Möglichkeit, jeden Mixerkanal mit individuellen Icons auszustatten. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, sämtliche verwendete Instrumente und Effekte mit farbigen eigens erstelleten Icons zu visualisieren. Die schwarzweißen Default-Icons, habe ich kaum verwendet, der Mixer ist mir schon düster genug… Abgesehen davon, dass es recht nett aussieht, wenn einem beim entsprechenden Kanal sofort eine Gibson Les Paul, eine Hammond-Orgel oder ein Fender Bass anlacht, ist diese Form der Markierung gerade beim Durchscrollen eines umfangreichen Mixers äußerst hilfreicht. Ich finde so nun deutlich schneller den Kanal, als in Cubase 6.5 trotz penibler Farbmarkierungen, sehr schön!
Zwar lassen sich auch die individuellen Icon jedem Track im Spurfenster zuordenen, aber dort stehen sie leider unter der Bezeichnung und nicht links daneben, um von der gesamten Höhe zu profitieren zu können. So bleiben die Icons meistens zu winzig, um etwas zu erkennen oder die Spurhöhe muss so weit erhöht werden, dass man nur noch beim vertikalen Scrollen ist. Beides ist für mich nicht praktikabel.

Usability:
Die Möglchkeit, nun alle Mixersektioenn ausklappen zu können (genügend Monitorfläche vorausgesetzt), erleichert den direkten Vergleich und Zugriff deutlich.
Zwar lassen sich mit dem 7.02-Update in den Sends nun wieder - wie früher gewohnt - die Pegelwerte bequenm per Doppelklick numerisch eingeben und nicht noch umständlicher bei 7.0 und 7.01 via Linksklick und Enter-Taste, aber dafür lässt sich nun das betreffende Gerät nur noch per Kontext-Menü aufrufen. Der bequeme Zugriff per Mausklick wie bei bei 6.x und früher ist nicht mehr möglich, weil schlicht und einfach der vor 7.x stets gewohnte Button am Sendregler fehlt.
Mit dem 7.02-Update wollten die Entwickler wohl in den Sends wieder alle Pegelwerte von vornherein sichtbar machen, so, dass man nicht über jeden einzlnen mit der Maus darüber fahren muss, wie es unter 7.0 und 7.01 noch nötig war. So löblich diese Rückbesinnung auch ist, die Umsetzung ist schlicht misslungen. Die Sends werden nämlich nun teils nur mit Namen oder nur mit Sendpegelwert angezeigt, wahllos durcheinander gemischt! Bei den Sendeinträgen, die nur den Pegel zeigen, kann man nur noch raten, um welchen Effekt es sich handeln könnte. Selbst ein Rüberfahren mit der Maus bringt keinen Hinweis. Als Notbehelf kann man für jeden einzelnen Kanal das Kanalfenster aufrufen und dort nachschauen, wahrlich sehr umständlich.
Überhaupt ist das in diesem Punkt stetig wechselnde Bedienungskonzept sehr verwirrend, wenn man parallel mit mehreren halbweg aktuellen Cubase-Versionen arbeiten muss. Denn ein Doppelklich auf einen Send bewirkt bei 6.5 etwas anderes als bei 7.0 und bei 7.01 etwas anderes als bei 7.02. Eine saubere Konzeption vom funktionalen Layout sieht anders aus…
Auf den EQ wurde die neue/alte grundsätzliche Pegelanzeige übrigens nicht übertragen. Das mag bei der momentanen fehlerhaften Umsetzung bei den Sends hier eher von Vorteil sein, ist aber für ein funktional-einheitliches Erscheinungsbild nicht gerade förderlich.

Jedoch noch ärgerlicher finde ich die seit 7.x fehlende Möglichkeit, im Read-Modus einen automatisierten Effekt, egal ob Send, Insert oder EQ, mal kurz zur Probe - wie zuvor in Cubase stets üblich - mit gedrückter linker Maustaste für einen beliebigen Zeitraum ausschalten bzw aktivieren zu können.
Auch lässt sich nicht der immerhin nun realisierte globale Bypass (sehr gut!) für einzelene Kanalsektionen auf oben genannte Weise vollziehen. Dies kann man immerhin etwas umständlicher mit dem Kontextmenü “Send deaktivieren” (ALT-A) erreichen. Aber auch hier werden einzelne Kanal-Sektionen nur global bypass geschaltet, solange die einzelnen Parameter darin nicht automatisiert und im READ-Modus abgespielt werden. Ist dies der Fall, werden trotz globalen Bypass grundsätzlich nur die unautomatisierten Effekte/Bereiche abgeschaltet. Der neu im Mixer implementierte globale Bypass wird in diesem Fall ab adsurdum geführt. Sind beispielsweise alle Sends automatisiert, bewirkt der globale Bypass für die Sends im Read-Modus gar nichts!
Grundsätzlich gilt nun also:
BYPASS-SCHALTEN EGAL OB GLOBAL ODER NUR FÜR EINZELNE EFFEKT-SENDS, INSERT-SENDS ODER EQ-BÄNDER SIND IM READ-MODUS BEI AUTOMATISIERTEN EFFEKT- ODER EQ-SPUREN NICHT MEHR MÖGLICH!!! WEDER AM MIXER NOCH IM KANAL-FENSTER!
Das finde ich eine massive Beeintächtigung!!! Solche Funktionalität war vor 7.0 seit jeher Standard in Cubase und wurde von mir permanent genutzt im Studioalltag! Ich hoffe inmmer noch, dass ich hier eine Einstellung übersehen habe. Wenn es jemanden gibt, der eine Lösung gefunden hat, die ursprüngliche Funktionalität wieder zu aktivieren, wäre ich sehr dankbar, wenn er dies hier mitteilen könnte.
Kurioser Weise lassen sich mit gedrückter linker Maustaste im READ-Modus noch die Automationen von Kanal-Mutes, Panorama und Kanal-Fader übergehen.
Immerhin ist es seit 7.x dafür hilfreich, aus dem Mixer heraus automatisch die passenden Automationsspur von jedem Effekt oder EQ-Bereich komfortabel per Kontetxt-Menü öffnen zu können. Leider ist dieser Luxus nicht konsequent umgesetzt, da er für Kanal-Mutes, Panorama und Kanal-Fader nicht zur Verfügung steht, wahrlich keine seltenen Automationen.

Der schon erwähnte endlich realisierte Bypass-Schalter ab 7.x für verschiedene komplette Kanalsektionen, der A/B-Vergleich im Mixer und Kanalfenster und die zuschaltbare Kanalübersicht im Mixer sind wiederum sehr nützliche, neue Features.
Das derzeitige Ignorieren der EQ-Automation beim Import von 6.5-Projekten ist dagegen sehr unschön. Einige Songs werde ich deshalb schon aus diesem Grund mit Cubase 6.5 fertigstellen. Leider hat es diesbezüglich auch im Update 7.0.2 noch immer keinen Bugfix gegeben, sehr schwach! Solch ein hauseigener Bug, der nun nicht in Zusammenhang mit fremder Soft- oder Hardware steht, hätte eigentlich schon in der Alpha-Phase erkannt und spätestens in der Beta-Phase gefixt werden müssen.

neue Plugins:
Die neuen Effekt-Plugins sind größtenteils sehr gut zu gelungen. Bereits in jedem Kanal integrierte High-Pass- und Low-Pass-Filter sind durchaus eine Bereicherung, wenn auch etwas halbherzig umgesetzt, sofern man wirklich professionelle Ansprüche daran bindet, da eine Umschaltmöglichkeit der Filtergüte von 24 auf 12 dB fehlt. Hier sind wohl doch noch in dem einen oder anderen Fall zusätzliche Pass-Filter von Nöten sein.
Der Brickwall Limiter genügt dagegen auch höheren Ansprüchen. Auch der überarbeitete Vintage Compressor ist hervorragend für perkussive Einzelsignale zu verwenden (das war er allerdings schon in früheren Cubase-Versionen).
Ein richtiges Sahnestücke ist aber der Tube Compressor, hervorragend auch für Summen geeigent, selbst in einer guten Mastering-Kette macht er eine gute Figur, wirklich high-end!
Nur die tape/tube saturation konnte mich nicht überzeugen. Da gibt es diverse kommerzielle und kostenlose virtuelle Bandsättigungen, deren Resultate weitaus subtiler und realistischer ausfallen. Da wäre es meiner Meinung nach sinnvoller gewesen, dem hauseigenen De-esser endlich mal eine wählbare Filterfrequenz zu spendieren…

Den Channel Strip als zusätzlichen Container für Insert-Effekte sehe ich eher als überflüssig an. Er ninmmt aufgeklappt sehr viel Platz im Mixer ein, so dass ich zu sehr am Scrollen bin. Ich verwende derzeit drei 27"-TFT via Pivot-Funktion hochkant, damit ich die Ansicht der einzelnen Kanazüge des Mixers in ihrer vollen Länge mit allen anderen aufgeklappten Sektionen vollstänig auf den Monitor sehe, ohne scrollen zu müssen. Mit zuzüglich aufgeklappten Channel Strips wäre das ein aussichtsloses Unterfangen.
Alle Channel-Strip-Effekte (wohl bis auf die mäßige Bandsättigung) kann ich auch in die 8 Inserts pro Kanal laden, die mir bislang immer gereicht haben. Hierbei bin ich auch flexibler, da ich dort auch interne und externe Effekte (von anderen Anbietern) laden kann, was beim internen Channel-Strip nicht geht. Auch im Kanalfenster habe ich dann alle Inserteffekte in einem Blick und muss nicht für die Übersicht der Insert-Effekte stetig zwischen Insert- und Channel-Strip-Ansicht hin- und herschalten.

Fazit:
Auch wenn ich mich glücklicherweise nicht mit schweren Bugs rumschlagen musste, teile auch ich die Meinung, dass die Version zu hastig veröffentlicht wurde, nicht nur wegen dem zweimonatigen Fehlens einer deutschen Anleitung.
So hinterlässt Cubase 7 bei mir trotz zweier Updates noch immer einen - gelinde gesagt - durchwachsenen Eindruck. Einseits läuft es relativ stabil und weist einige neue für meine Arbeitspraxis durchaus nützliche Features und Plugins auf, wenn auch nicht durchgängig konsequent und im einen Fall fehlerhaft umgesetzt.
Anderseits fehlen auch noch in Cubase 7.02 leider einige sinnvolle, jahrelang bewährte Features, die bislang in vorigen Cubase-Versionen stets vorhanden waren und wohl nicht nur meinen Arbeitsfluss beträchtlich unterstützten. Es kommt mir ein wenig so vor, als ob die Entwickler, womöglich geblendet vom neuen - durchaus fragwürdigen - optischen Design, das funktionale punktuell etwas aus den Augen verloren haben.
Glücklicherweise ist der unsägliche Tranzparenzverlauf der unweigerlich Rätselraten bei längeren ähnlich klingenden Effektsends und -inserts nach sich zog bei der Beschriftung auf dem Mixer gleich mit dem Update 7.01 wieder verschwunden.
Von der oben erwähnten Verschlimmbesserung bei anderen Rückbesinnungen einmal abgesehen ist auch löblich, dass sich endlich wieder ganze Kanalzüge von einem Projekt zum anderen per vmx-Files übertragen lassen, wenn auch etwas versteckt im Funktions-Menü des Mixers und nicht so elegant gelöst wie bei 6.5 und früher, als diese Funktion intuitiv gleich im Kontextmenü der betreffenden Kanäle zu finden war. Diese Feature empfinde ich übrigens als ein ungemein wichtiges und es mir völlig unverständlich, warum es überhaupt bei 7.01 verschwunden war.
Da kann man nur hoffen, dass die letzten noch fehlenden Funktionalitäten, wie oben erwähnt, mit dem nächsten Update wieder belebt werden, wohlgemerkt alles Dinge, die bislang in frühren Versionen jahrelang vorhanden und bewährt waren und den Arbeitsfluss hervorrragend unterstützen.
Nichtsdestotrotz halte ich Cubase 7x - wenn bislang leider auch nur grundsätzlich - vom Konzept her schon als gelungen. Es müsste nur konsequent, praxisgerecht und ohne Fehler umgesetzt werden. In der jetzigen Form mit 7.02 ist es in den oben erwähnten Punkten für mich deutlich umständlicher zu Bedienen als 6.5. Das finde ich schon sehr ernüchternd. Der Anspruch der Entwickler und vor allem der User an die Version war wohl ein anderer…
Doch setze ich auf die (weiterhin) engagierte Produktpflege, die sich hoffentlich bald mit einem weiteren Update zeigt. Vielleicht kann dann das Programm endgültig dem bislang weiterhin gefühlten Beta-Status entwachsen und die leistungsfähigste und bedienerfreundlichste Cubase-Version werden, die es je gegeben hat.
Und wer weiß, vielleicht gibt es in Cubase 8 dann nicht nur einen funktionalen sondern auch richtig ansehnlichen bzw. besser optisch anzupassenden Mixer (vielleicht sogar mit Skins?) und eine VST-Bridge, die dann mit nahezu allen 32-Bit Plugins endlich optimal zurechtkommt, wie JBridge schon seit Jahren erfolgreich demonstriert. Eigentlich dürfte man das auch von Steinberg, dem Erfinder der VST-Architektur längst erwarten…
Und vielleicht wird dann der auch noch in Cubase 7x weiterhin existierende Bug behoben sein, bei dem mitunter die Ausgangs-Geräteports des Studio-Monitor-Busses “vergessen” werden. Vielleicht kommt das aber auch erst in Cubase 9 …

Kompliment,

sehr sachlich und gut formulierter kritischer Beitrag! Lohnt sich zu lesen, trotz der Länge.

ser gut beschrieben. aber wegen der bridge brauchst du dir keine hoffnung machen. da wird nix von steinberg mehr geändert. das haben sie schon mal verlauten lassen.

Danke für die Mühe!

Mike

Hut ab, SamplePlayer!
Dein erstes Posting, und dieses dann auch noch so ausführlich und sachlich!
Liest sich ja fast schon wie ein Testbericht, in neutraler Form natürlich.
Als ich den Topic-Titel las, dachte ich, na was da wohl wieder kommt… :wink:
Die vergangenen Wochen waren ja für uns alle etwas, nun ja, “anstrengend”. Ihr wisst ja, was ich damit meine.

SamplePlayer, ich habe mir dein Statement tatsächlich komplett durchgelesen, und teile deine Meinung im Großen und Ganzen ebenso.
Richtig enttäuscht bin ich von C7 aber wirklich nicht, den Mixer mag ich funktional sehr, optisch sprechen mich sowieso dunklere GUIs mehr an.

Ich denke, wir sind absolut auf dem richtigen Weg.
Aber ich bin auch der Meinung, es wurde vielleicht etwas zu voreilig veröffentlicht: Nachbesserungen erwarten wir nun sicher alle. Was auch kommen wird.
Nein: muss.

Gruss
Cent.

Ausführlicher und unaufgeregter Erfahrungsbericht. Gut!

Die HIntergrundfarbe und Grundfarbe ändert sich nun auch, ohne neu zustarten.
Klappt nur beim ersten, zweiten Mal nicht, denn da bekommt man eine ENGLISCHE! Meldung, nach Neustart von Cubase ist die Anpassung durchgeführt.
Diese Meldung taucht nicht mehr auf, und die Farben ändern sich nun aber auch sofort ,wenn man die Eisntellung macht. Zumindestens bei mir :wink:

wat? ach ja! deswegen!! Danke Whitalbum, hab mich schon wild gewundert, von wegen der Farbeinstellungen und der engl. Anzeige. man, man. funzt. komisch, komisch.

Warum waren die letzten Wochen sehr anstrengend?
Zu viel Lebkuchen an Weihnachten?
:wink:

Ansonsten komme ich zu einem ähnlichen Fazit wie ihr.
C7.02 ist noch nicht perfekt.
Teilweise stören mich andere Kleinigkeiten als die, die in dem Bericht oben aufgezählt wurden, teilweise sind sie auch deckungsgleich.
VST Connect finde ich z.B. super.
Die neue Konsole ist auch klasse, wenn man die Konfiguration erst mal global abspeichern kann.
Das erweiterte e-Fenster ist sowieso super.
Der A/B Vergleich in den Plugins ist genial einfach, oder auch einfach genial.

Es sind eben die vielen kleinen Workflowoptimierungen, die mir gut gefallen.
Ich brauche in diesem Punkt auch nicht unbedingt Neuentwicklungen.
Es reicht mir, wenn sich Steinberg von anderen DAWs inspirieren läßt.

nee, nee, Acid! haha… ich bezog das eher auf den vielleicht überstürzten Cubase 7 Release und die “wackelige” Zeit danach, welche wir als leidtragende User ja hatten. oder haben. :wink:

Schöner hätte ich es nicht schreiben können, vor allem der letzte Satz.
Keine Ironie, das tolle e-Fenster, das simple A/B, aber sehr effektiv, jetzt könnte sich Steinberg bspw. vom genialen objektorientierten Ansatz von Samplitude das wesentlcihe Abgucken (Studio ONE hat dies m.W. ja auch gemacht, Sonar X2 in zu kleinen Teilen).
Dann wären Delays nur auf einem spezifischen Event gültig, oder Verzerrungen in einem anderen Event ohne Automation und gedöns.
Mir fallen da auch noch andere Sachen ein, wie den Punch In/Out Record Cycle (Helge hat das ja schon aufgenommen), wenn das wirklich kommt, außer Cubase und Studio ONE , hat den Punch Cycle JEDE DAW!
Ja, dann mache ich ein Fass auf :mrgreen:

@tillenburg, @mackie1402, @milamu, @Centralmusic, @whitealbum:
Vielen Dank für das tolle Feedback!

@whitealbum:
Vielen Dank für den Hinweis zur HIntergrundfarbe und Grundfarbe!

@Centralmusic:
Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich bin nicht völlig enttäuscht von C7, ich arbeite ja auch zum Teil weiter damit, ein wenig allerdings schon, das gebe ich zu.

Ich begrüße ja auch grundsätzlich das neue Mixerkonzept. Nur in der jetzigen Realisierung, kann ich - so gern ich es auch tun würde, denn ich bin ja wirklich ein mittlerweile jahrzehntelanger, meistens durchaus zufriedener Cubase-User - leider nicht behaupten, dass die damit verbundenen Verbesseungen die jetzigen Nachteile aufwiegen.
So sehr ich nun die bessere Übersicht und den besseren Komfort beispielsweise durch dirketes Aufrufen der (wenn leider auch nicht aller auf den Mixer bezogenen) Automationsspuren schätze, so sehr behindert mich der neue Mixer aber auch, wenn ich teilweise nicht mehr ablesen kann, welche Effekt-Sends geladen sind oder ich nicht mehr die Möglichkeit habe, im Read-Modus einzelnene automatisierte Effekte ein- oder auszuschalten. Das sind ganz wichtige Basics, die vor C7.0 bzw. C7.02 stets völlig problemlos zur Verfügung standen.

Ja, auch ich hoffe auf eine rasche und dringend notwendige Nachbesserung.

hoffnungsvolle Grüße

Irgendwo hat mal einer im englischen geschrieben, dass er zum ernsthaft arbeiten Cubase 6.5 nutzt. Aber zum Herumspielen und Spass haben Cubase 7 verwendet.
:wink:

Hi SamplePlayer schöner Bericht ,ich habe letztens etwas bei Reaper entdeckt.
Audio Warp geht hier direkt aus dem Arrange Fenster was ich schon verdammt geil finde! http://www.youtube.com/watch?v=5xo6ufYhx7w
Dabei hab ich mir gedacht wie es wohl wäre alle Funktionen vom Audio Editor direkt in der Arrange Info zu haben.
Soll heißen alles was man an Clips anwählt taucht dann in der Info auf!
Das währe doch mal was nicht immer den Editor aufmachen zu müssen bei vielen Audio Clips,was echt der Workflow Killer schlecht hin ist wenn man fast nur mit Audio Arbeitet.
Bzw.dann brauche ich auch kein Editor mehr,weil für was brauche ich 2 Ebenen wenn man auch im Arrange zum Ziel kommt!? OK für VariAudio müsste man sich was einfallen lassen.

Das sind so die Sachen die machen andere Programme leider besser!
Ich will jetzt Cubase nicht schlecht reden ich Liebe das Programm aber der Code gehört mal “ordentlich” überarbeitet.
Und nicht nur schöne neue Balkone dran gebaut,die was eigentlich gar nicht so schön sind wie ein User hier schon erwähnt hat. Also Steinberg ihr habt doch die Man Power dazu greift mal radikal durch und schmeißt den alten misst raus! Wenn schon nicht mehr in der 7 dann bitte in Cubase 8!

Schöne Grüße! :sunglasses:

Die Standard Icons kriegst Du auch farbig, indem Du im Vorschau Bereich die Intensität erhöhst. Das Icon färbt sich damit stufenlos wie die entsprechende Spurfarbe der Spur.

Ansonsten: toller und vor allem im positiven Sinne kritischer Bericht!

das unterschreibe ich aber auch…

Guter Bericht. Dass allerdings irgendwas an der 32bit VST-Bridge gemacht wird kann ich mir nur schwer vorstellen.
32bit ist auf dem absteigenden Ast im Audio-Sektor. Da wird Steinberg andere Prioritäten setzen und die Hersteller der Plugins in die “Pflicht” nehmen, 64bit Versionen bereit zu stellen, sofern diese noch nicht verfügbar sind.

Da hast du sicherlich recht, zumal es ja genügend Prioritäten aus aktuellem Anlass gibt. In dem Zusammenhang habe ich übrigens meinen Erfahrungsbericht noch um einen Absatz zum derzeit problematischen Verhalten des globalen Bypass der einzelnen Kanalsektionen im Read-Modus erweitert. Für diejenigen, die den Bericht bereits gelesen haben und nicht extra danach suchen wollen, zitierie ich an dieser Stelle die erweiterte Passage:

Auch lässt sich nicht der immerhin nun realisierte globale Bypass (sehr gut!) für einzelene Kanalsektionen auf oben genannte Weise vollziehen. Dies kann man immerhin etwas umständlicher mit dem Kontextmenü “Send deaktivieren” (ALT-A) erreichen. Aber auch hier werden einzelne Kanal-Sektionen nur global bypass geschaltet, solange die einzelnen Parameter darin nicht automatisiert und im READ-Modus abgespielt werden. Ist dies der Fall, werden trotz globalen Bypass grundsätzlich nur die unautomatisierten Effekte/Bereiche abgeschaltet. Der neu im Mixer implementierte globale Bypass wird in diesem Fall ab adsurdum geführt. Sind beispielsweise alle Sends automatisiert, bewirkt der globale Bypass für die Sends im Read-Modus gar nichts!
Grundsätzlich gilt nun also:
BYPASS-SCHALTEN EGAL OB GLOBAL ODER NUR FÜR EINZELNE EFFEKT-SENDS, INSERT-SENDS ODER EQ-BÄNDER SIND IM READ-MODUS BEI AUTOMATISIERTEN EFFEKT- ODER EQ-SPUREN NICHT MEHR MÖGLICH!!! WEDER AM MIXER NOCH IM KANAL-FENSTER!

beste Grüße