Cubase 7.5 Aufnahme-Latenz-Problem bei einem einzigen Projek

Unter http://recording.de/Community/Forum/Sequencer/Cubase_und_Nuendo/179808/Post_1989421.html habe ich ein Problem mit einem Projekt in Cubase 7.5 berichtet, das ich mit Hilfe der Benutzer dort lösen konnte. In Kürze:

Habe Cubase kürzlich auf 7.5 aktualisiert. Alles gut, aber an irgendeiner Stelle muss ich eine Taste gedrückt haben, die unter vorherigen Versionen anders belegt war. Jedenfalls hat jetzt ein Projekt, in dem schon viel Arbeit steckt, ein Latenz-Problem bei der Aufnahme. Und zwar alle Kanäle, egal ob VST-Instrument oder Audio. Das stellte ich fest, als ich zur Mandoline griff und der Anschlag mit ca. 200 Millisekunden Verzögerung reinkam.

Und hier die Problemlösung:

Das Problem habe ich mittlerweile gelöst, aber die Lösung ist … einigermaßen esoterisch. Lächeln

Zunächst habe ich das alte Projekt und ein neues, mit lediglich einer Vokalspur, gleichzeitig geöffnet. Das neue Projekt war aktiviert, und im alten Projekt habe ich alle Spuren selektiert (genauer gesagt, alle Events in allen Spuren) und diese dann per Drag & Drop ins neue Projekt gezogen. Im neuen Projekt noch das Tempo auf 90 bpm angepasst, und kurz mal abgehört. Alles bestens.

Aber Abhören war ja auch im alten Projekt kein Problem, sondern “nur” die Aufnahmelatenz. Die vor dem Rüberkopieren angelegte Vokalspur im neuen Projekt benutzte ich, um auf Aufnahmelatenzen zu testen. Nach dem Kopieren war da immer noch keinerlei Latenz. Aber mir fiel auf, dass für sämtliche Audiospuren der rote Aufnahmeknopf ausgegraut war, ebenso der Mithören-Knopf. Grund: Es war kein Bus zugewiesen. Das habe ich flugs nachgeholt und für die Vokalspuren getestet, ob nun bei der Aufnahme Latenzen auftreten. Und siehe da: volle Kante, exakt wie beim alten Projekt. Als nächstes ran an die Effekte/Plugins. In den Vokalspuren nach und nach deaktiviert, und hurra – der Bösewicht war der Cloner-Effekt in einer der Vokalspuren. Den brauchte ich ohnehin nicht wirklich, also habe ich ihn gelöscht, und jetzt ist alles gut.

Bevor ihr mich jetzt alle für blöd haltet, zum esoterischen Teil des Problems. Im alten Projekt habe ich dann diesen einen Cloner-Effekt ebenfalls gelöscht. Aber: keine Änderung. Nicht mal nach Neustart von Cubase ändert sich etwas. Der Effekt scheint wie fest eingebrannt ins Projekt (und in sämtliche Backups des Projekts, die ich angelegt hatte). In einem der Backups habe ich sogar testweise alle Spuren gelöscht und dann eine neue Audiospur ohne irgendwelche Effekte angelegt. Doch auch diese Audiospur hatte das Latenz-Problem “geerbt”. Immerhin verschwand die Latenz jetzt beim Anklicken des Uhr-Symbols (Verzögerungsausgleich einschränken), was nicht der Fall war, als ich den ursprünglichen Post schrieb.

Um noch ein bisschen Esoterik draufzusatteln: Im alten Projekt war die Latenz nicht nur bei der Spur mit dem Cloner-Effekt vorhanden, sondern bei allen Spuren. Und zwar nicht nur bei den Audio-Spuren, sondern auch bei sämtlichen Instrumentenspuren. So, als hätte sich die eine Spur mit Cloner-Latenz infiziert, und alle anderen Spuren hätten sich angesteckt.

Ich vermute mal einen handfesten Bug in Cubase (7.5, vielleicht auch in Vorversionen). Ist aber wahrscheinlich ein Bug, der schwer zu reproduzieren ist. Wenigstens steht hier jetzt ein Workaround, falls jemand dasselbe Problem hat.

Bevor Ihr mich schlagt: Ist es okay, ein solches Problem mit Lösung hier zu posten, wenn ich das woanders schon gemacht habe? Ich wurde im anderen Forum explizit darum gebeten, das zu tun.

In jedem Fall werde ich das Problem dem Steinberg-Support berichten, da es sich höchstwahrscheinlich um einen Bug in Cubase 7.5 handelt.