Der Key-Editor ist nicht mehr zeitgemäß

Das grundlegende Design des Key-Editors ist ziemlich alt. Soweit ich weiß, hat es sich seit Atari-Zeiten kaum geändert. Hier mein Vorschlag für eine komplette Überarbeitung:

  1. Eine frei definierbare Zoneneinteilung des Key-Editors in 3 vertikale Zonen:
    a) eine zentrale Noten-Zone, in der man die zu spielenden Noten eingeben und bearbeiten kann (wie schon jetzt)
    b) je eine Zone unterhalb und oberhalb für Keyswitches und andere spezielle MIDI-Events. Die Tonhöhen dieser Zonen sollten nicht durch Keyboard-Tasten symbolisiert werden, sondern frei beschriftbar sein, z.B. um Namen der Keyswitches eingeben zu können. Das Zonenlayout sollte als Map (ähnlich wie Drum Maps) abspeicherbar sein. Die obere und untere Zone sollen von Tonhöhentranspositionen ausgeschlossen sein. Und falls der Einwand kommt, das könne man doch alles mit Expression Maps realisieren: Nein, sie sind leider nicht für jedes virtuelle Instrument geeignet.

  2. Eine neue Bearbeitung von Velocity-Daten: Liegen Noten zeitlich dicht beisammen, so überlappen sich ihre Velocity-Balken, sodass es schwer bis unmöglich ist, die Velocity einer einzelnen Note gezielt mit der Maus zu ändern, ohne die andere mit zu beeinflussen. Die Note vorher auszuwählen, nützt leider nichts. Gezielt kann man sie einzeln nur in der Status-Leiste durch Eingabe eines Zahlenwerts ändern. Das ist sehr umständlich. Ich würde mir wünschen, dass, wenn man Noten auswählt, nur deren Velocity mit der Maus geändert werden kann.

  3. Klickt man auf eine „Taste“ im linken Keyboard-Bereich, wo die Notenhöhe angezeigt wird, wird die Note immer mit der höchsten Velocity wiedergegeben, was bei manchen Instrumenten sehr irritierend sein kann, insbesondere wenn diese über Velocity-Switching verfügen. Besser wäre, dass die Velocity davon abhängt, wo man auf das Keyboard klickt (ganz links: leise, ganz rechts: laut).

  4. Wie schon vielfach gewünscht: Eine Bearbeitung von MIDI-Controller usw. durch Bezier-Kurven (ggf. als Präferenz in den Voreinstellungen).

Diese Punkte habe ich auch im englischen Frature Request Forum gepostet.

Edit: Mir sind noch zwei Verbesserungsvorschläge eingefallen, die sich auf das Editor-Fenster beziehen (nicht auf den MIDI-Editor in der unteren Zone):

  1. Die Möglichkeit, das Editor-Fenster immer im Vordergrund zu halten (wie etwa bei Plugin-Fenstern).

  2. Eine Voreinstellung, dass sich der Editor auf Wunsch so öffnet, dass der oder die ausgewählten Parts das ganze Fenster von linker bis rechter Partgrenze ausfüllen. Aktuell ist es so, dass sich der angezeigte Inhalt immer nach der letzten Zoom-Einstellung des Editors richtet, das heißt, es kann sein, dass sich Noten außerhalb des Fensters befinden und man erst hinscrollen muss, oder dass der Part so klein dargestellt wird, dass man erst hineinzoomen muss, um damit arbeiten zu können.

Der Threadtitel ist nicht ganz stimmig…
Dir geht es primär um visuelle Optimierungen.

Cubase hat mit Abstand wohl den mächtigsten Midi Key Editor überhaupt.
Da kommt kein anderer Konkurrenz-Sequenzer mit, funktional ist das in Cubase wirklich Oberliga…
und: was sich über Jahrzehnte bewährt hat, muss nicht “alt” sein. Und ist es in diesem Falle auch nicht -
denn selbst die Konkurrenz klaut immer wieder Midi Features von Cubase und aus dem Midi Editor.

zu deinen Punkten:
zu (1) die Idee mit “3 vertikalen Zonen” teile ich nicht komplett. Ich wäre eher für einen Ausbau der Expression Maps und deren Darstellung, ob ich da noch mehr Zonen benötige, möchte ich eher bezweifeln, auch weil hier überlegt werden muss, wie das alles in der Lower Zone untergebracht werden könnte, denn dort ist es eh schon eng genug, wie man weiss.
Für einen Ausbau der Note Expressions und deren Darstellung stehe ich aber sehr positiv gegenüber.

zu (2) Hier teile ich deine Meinung, in Sachen Darstellung zweier überlappender Midi Velocity Balken. Da gibt es bestimmt schöne visuelle Lösungen.

zu (3) damit komme ich soweit gut klar. Aber ich schaue mir das nochmal an. Aber jeder arbeitet ja anders, das ist das Ding hierbei…
Für Optimierungen bin ich aber immer zu haben, keine Frage.

zu (4) das haben die Steinberg Leute eh auf dem Zettel. Bin mir sicher, das das eh kommen wird.


Das man Midi-Daten auch als Automation im Arrange anzeigen lassen kann (was eh sehr übersichtlich ist) ist sicher bekannt.
Ein Video, wie das geht “Midi CC in Automation Lanes wandeln”:

https://www.youtube.com/watch?v=HxnDIuQiWzc

Gruss C.

Hey Rolander,

zu Punkt 2)
Das geht, mit gedrückter “Strg+Shift”-Taste über die Note (Event) fahren, der Pfeil ändert sich zu einem Lautsprechersymbol, jetzt einfach mit der Maus nach oben oder unten fahren und du hast das gewünschte Ergebnis. Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist das das, was du wolltest.
zu Punkt 3)
Da sind die Vorstellungen der User sicher sehr individuell, ich würde das nicht gut finden, da die “Tasten” dafür zu klein sind. Das erscheint mir nur sinnvoll bei Tasten/Pads, die wie im GrooveAgent eine gewisse Grösse haben. Ich habe mir die Velocity für neue Noten auf 100 eingestellt und im Logical Editor ein Preset gebastelt, dass diesen Wert dann “randomisiert”. Zusammen mit etwas Nachbearbeitung komme ich damit sehr gut klar.

Die anderen Punkte sind für mich nicht relevant, da ich nicht mit “grossen” Projekten mi viel MIDI zu tun hab, dafür, stelle ich mir aber vor, wären deine Vorschläge eine grosse Erleichterung.

Grüssl, Andreas

Ja, das fände ich auch gut. Am besten man kann die Beschriftung gleich aus dem Instrument importieren, so wie die Funktion bei Drummaps “aus dem Instrument erstellen”. Naja, das wird so schnell nix, aber praktisch wäre es schon.

Und irgendwie komme ich nicht mit dem dunklen Hintergrund im Key-Editor zurecht. Im Projekt-Fenster ist der prima, aber im Editor habe ich zu wenig Kontraste, meine Augen irren hilflos umher. Deshalb habe ich da immer noch den hellen Hintergrund. Vielleicht kann man da die Midi-Events und das Raster nochmal grafisch überarbeiten. Es ist ja auch bald Weihnachten, da darf man sich doch was wünschen (wenn man brav war :wink:).

Gruß
Thilo

Danke für Eure Beiträge!

Ich möchte Punkte 1 noch einmal erläutern und etwas besser erklären:

Der Key-Editor wird durch die Möglichkeit, ihn in Zonen zu unterteilen, ja nicht größer. Er umfasst ja nach wie vor 127 Noten, die praktisch von keinem Instrument voll genutzt werden. Das Piano hat mit 88 Tasten noch den größten Tonumfang, die allermeisten Instrumente besitzen einen geringeren Umfang. Es gibt aber immer mehr Instrumente mit Keyswitches, die die ungenutzten Bereiche der Tastatur ausnutzen. Ich habe welche mit über 30 Keyswitches (!), teils links, teils rechts auf dem Keyboard angeordnet, mit dem Notenbereich in der Mitte.
Die Zoneneinteilung im Key-Editor würde vom Benutzer auf Wunsch vorgenommen, so wie man etwa mehrere Controllerspuren anlegen kann. Sie wäre also keine Default-Vorgabe. Jeder kann entscheiden, ob er sie nutzt und wie groß die Zonen sein sollen.

Für meine Orchesterbibliotheken nutze ich natürlich Expessionmaps, sie sind ja gerade dafür entwickelt worden. Für einige andere Instrumente sind sie schlicht ungeeignet. Deshalb würde eine Weiterentwicklung hier auch nicht helfen. Dazu müsste man das Konzept komplett umkrempeln. Außerdem wäre das mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Man kann es mit den von mir vorgeschlagenen Keyswitch-Zonen im Editor viel einfacher haben.

Ich nutze für einige Keyswitch-Instrumente als Workaround den Drum-Editor und Drum-Maps, in die ich die Namen der Keyswitches eingebe. Das bedeutet allerdings Einschränkungen bei der Notenbearbeitung. So ist es zum Beispiel nicht möglich, im Drum-Editor eine Gruppe von Noten auf verschiedenen Tonhöhen vertikal zu verschieben, um sie zu transponieren.

Mir sind übrigens noch zwei zum Key-Editor Wünsche eingefallen, die ich oben nachgetragen habe.

Ah, verstehe, danke dir, das hatte ich etwas anders aufgefasst. Stimme dir zu, coole Sache.

zu (5) haha. Most wanted Wunsch, sozusagen. Seit Jahrzehnten schon. :wink:

Ein kleiner Tipp am Rande, für reguläre Midi Noten Bearbeitungen: ich bin mittlerweile absoluter Fan vom Kontext Editor. Das Ding ist genial, speichert zudem je Spur die Zoomeinstellungen, mit Shortcut kann man diesen bequem auf/zumachen. So habe ich kein Gefummel mehr in der eh schon knappen Lower Zone, und das große Main Midi Editor-Fenster verdeckt mir nichts. Als Zusatzoption jedenfalls top im Cubase. :sunglasses:

C.

Hi Rolander, Deine Vorschläge unterstütze ich voll!
Besonders die User-einstellbare, speicherbare Zoneneinteilung würde den Workflow deutlich verbessern.
Wahrscheinlich nutzt Du auch viele Kontakt-Libs, und über das Handling der MusicLab-Gitarren hatten wir uns ja schon mal ausgetauscht.

Das Problem der Velocity-Überlappung löse ich wie von BookOfTaliesin beschrieben.
Hilfreich wäre es aber, wenn die ausgewählten MIDI-Events in der entsprechenden Controllerspur wenigstens im Vordergrund erscheinen würden.

Und an dieser Stelle wiederhole ich nochmal meinen Wunsch, den Keyeditor - wie auch den Noten- und Drumeditor - unten mit einer zuschaltbaren Transportzeile (wie im Projektfenster) auszustatten. Ich nutze die Editoren meist im Vollbildmodus, um einen möglichst großen Tonumfang sehen zu können (siehe Rolanders Punkt Nr. 1), und das F2-Transportfenster ist dann immer im Weg…

Gruß
PAT