Enhancer Effekt

Hallo allerseits,

ich hatte mal einen dbx268 oder wie die Mikrofon-Vorstufe hieß. Da war unter anderem ein Enhancer mit drin, der eine tolle Brillianz auf die Stimme brachte. Gibts sowas innerhalb Cubase (also ist so ein Plugin irgendwo in de Pro Version mit an Board)?
Ich konnte bisher noch nichts finden.

Falls nicht - hat jemand einen Tipp von Euch?

Hallo Stefan-franz

Wenn ich nach dem Gerät google, welches du erwähnt hast, komme ich auf den “DBX Project 1 Model 286”. Falls es das sein sollte. ist hier der Artikel

http://www.soundonsound.com/sos/1997_articles/jan97/dbxproject1286.html

unter “enhancer” steht dann …

“Some enhancers work by adding a controlled amount of distortion to the signal. This one doesn’t and is more akin to an equaliser. The LF Detail control applies a boost at 80Hz and a cut at 250Hz simultaneously. As you are probably aware, boosting low frequencies can often make the sound quite ‘muddy’. This is usually due to boosting frequencies other than those that would subjectively add bottom end to the signal. You might wonder why the 80Hz boost frequency is the same as the frequency you may have chosen to cut in the mic preamp stage. The preamp comes before the compressor, of course, and you are correcting a problem that could make the compressor do strange things to the signal. Here you have the opportunity of being just a little more creative. The HF Detail control, once again, is more than a simple EQ. Here the signal is apparently analysed intelligently, and automatically determines the amount of equalisation necessary at each moment. It’s claimed to produce audio that is detailed, defined and never shrill or over-sibilant. That’s a lot for one little knob to attempt, but within the limits of what you can do with 270 degrees of rotation, it’s certainly effective and offers something just a little different to the norm. And you can still EQ on your console, or with an external EQ unit via the 286’s insert point, if you need to.”

Also, wenn ich das richtig verstehe, ist es eher ein EQ als ein Enhancer. Beim drehen von “LF Detail” wird zwar bei 80Hz angehoben, und zu gleicher Zeit bei 250Hz abgesenkt. Beim drehen vom “HF Detail”, wird je nach “Material” vermutlich ein high Shelf filter angewendet. Wo sich dieser in der Frequenz bewegt ist mir unklar. Die wahrscheinlichkeit dass man das mit einem “dynamischen EQ” wie zb der Hofa IQ EQ hinkriegt ist erlativ gross :slight_smile:.
Aus meiner Sicht müsste ein guter EQ reichen, um den Effekt zu erzeugen.

Solltest du trotzdem noch an “Enhancer’s” interessiert sein, so hat meines Wissens nach Cubase keines “on board”.
Die enhancers die ich gerne brauche sind

Sonnox inflator
UAD Precision Enhnacer HZ (tiefe frequenzen)
UAD Precision Enhnacer khZ (hohe frequenzen)
Waves R-Bass (tiefe frequenzen) nicht unbedingt ein klassischer enhancer
Waves Lo air (tiefe frequenzen) nicht unbedingt ein klassischer enhancer

und sonst gibst noch einige Röhren/ Trafo Simulatoren die ebenfalls Obertöne generieren… Zb der Plugin alliance
Twintube, oder der Vitalizer Mk2-T auch von Plugin alliance und viele mehr …

Hoffe das bringt dich weiter,

gruss Siegfried

Gab es im ganz alten Wavelab oder mal als “Steinberg Mastering Bundle” (um 2001, meine ich)
das Teil nannte sich Spectralizer:

uralt, wie gesagt.

Den bekannten Aural Exciter hatte ich mal damals im Studio, auch habe ich den Exciter von Waves.
Diese Enhancer- oder Exciter-Effekte sind ursprünglich dafür gedacht worden, dumpfes Material, z.B. Cassetten, Tonbänder, oder gar mit Rauschunterdückungsmassnahmen “Dolby NR” behandelte Aufnahmen usw., wieder aufzuwerten und mit künstlichen harmonischen Obertönen aufzufrischen. Das ist also eine künstlich erzeugte “Brillianz”.

Aber ich bin der Meinung, dass man so einen Effekt nicht benötigt heutzutage !
Die Soundqualität aller DAW & Wandler-Systeme sind in heutigen Zeiten so von excellenter Qualität, dass man ein “künstliches Auffrischen” eigentlich nicht braucht - sonst macht man ganz sicher etwas falsch…
Ein gezielter, punktueller Einsatz von EQs im Höhenbereich oder gar dem Anheben des oberen Bandbereich eines Multibandkompressores, u.a. sollte bei müdem Material ausreichend Abhilfe schaffen.

Natürlich wäre ein Exciter/Enhancer als Plugin-Erweiterung und als OnBoard-Tool in Cubase nicht verkehrt, ja.
Eher würde ich mir aber einen neuen Ringmodulator und Vocoder wünschen.
Ebenso einen 6 oder gleich 8 Band Studio EQ, das wäre ideal für meine Arbeitsweisen.
Diese letztgenannten Effekte halte ich für wichtiger im allgemeinen Studioeinsatz.

Gruss
Central.

Danke für die ausführliche Antwort. Nicht dass er mir (für meinen Gesang fehlen würde) aber ich war grad am einsortieren ein paar neuen Scheiben und da ist mir ein Duo aufgefallen, welches eine enorme Sprachverständlichkeit und Brillanz auf der Stimme hat - und ich glaube nicht, dass deren Stimme in echt so gut klingt…die kommen superseidig rüber und ohne S-Zischlaute…wäre noch interessant, welches Mikro die benutzen.

Es gab früher auch von Behringer so Geräte, die Exciter/Enhancer mit dabei hatten oder einen extra Bassregler.
Nachdem ich mir dann vor 15 Jahren für Live einen guten 31 Band EQ geholt hatte und neue Boxen, waren die dann nicht mehr notwendig.

Ich hab heute noch in meinen Projekten eine Gruppenspur parat auf der manche Instrumente (vor allem Drums) durch einen externen Behringer UltraFex II laufen.
Leichte Auffrischung des Signals, dezente Stereoverbreiterung und Hervorheben bestimmter Frequenzbereiche

Gruß, Vacsy

Aha…gibts die Funktion(en) nicht als Plugin?

Ich benutze für Signale jeglicher Art die Noveltec Plugins “Vocal Enhancer” und “Character” und bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Einziger Nachteil: sie kosten Geld :slight_smile:

Es wurde schon geschrieben, die ganze Miete ist ein gut aufgenommenes Signal bei dem man eigentlich gar nix mehr machen braucht, weder EQing noch Kompression noch Enhancing.
Soweit die Theorie :mrgreen:

Mir gelingt das recht oft, und meine Erfahrung zeigt, diese Signale sind später bei der Mischung und Co. die unproblematischsten Signale.
Wenn dies nicht gelingt, für Vocals unbedingt einen guten EQ (passive wie RS56, Pultec und Co.) verwenden.

Erst dann wenn gar nix mehr geht, wenn quasi die AUfnahme nicht gut gelungen ist ein Enhancer verwenden.
Diese klingen immer irgendwie merkwürdig und “künstlich”, was sie ja auch künstlich hinzufügen.

Allerdings gibt es eine Reihe von Sounds die mit einem guten Enhancer aufblühen.
Bspw. sind manche Mellotronsounds geradezu prädestiniert für den Einsatz von Enhancern.
Das Problem ist, das viele den Enhancer Effekt zu stark einsetzen.

Ein guter Enhancer ist der von Waves.

Wie gesagt bei Vocals wäre ich vorsichtig.
Nehmt das Signal mit geeignetem Mikro so gut wie möglich auf.
Wenn man mehr Höhen will, dann verwendet man ein Mikro dass das genau auf gute Weise kann!
Oder, so mache ich es, ich nehme immer ein präzise und natürlich wie recht neutral klingendes Mikro, und pushe dann massiv die Höhen mit einem hervorragend EQ, der dafür passt.
Das Signal bleibt natürlich, klingt nur heller.

Ein Enhancer erzeugt durch Verzerrung zusätzliche Obertöne, die ein Signal brillianter klingen lassen. Dazu gibt es zwei denkbare Konzepte: Die Erzeugung geradzahliger harmonischer (entspricht z. B. der Röhrenverzerrung) oder ungeradzahliger harmonischer Teiltöne (wie z. B. bei der Tonbandsättigung).

Probier mal FerricTDS auf der Stimme, damit kriegt man einen sehr schönen Schmelz hin, wenn man ihn scharf genug anfährt:
https://varietyofsound.wordpress.com/vst-effects/
Wurde hier auch “gemessen”; man sieht vorbildlich die Erzeugung von ungeradzahligen Harmonischen (k3, k5, k7, k9):
https://www.gearslutz.com/board/5435003-post433.html

Im Vergleich kannst du dir ein beliebiges PlugIn mit Röhrenverzerrung schnappen und die Stimme damit subtil (!) anzerren. Ich würde das jeweilige PlugIn in einem Effektkanal nutzen, einen EQ anschließen der alle Frequenzen unter 5-8 kHz wegschneidet. Send der Vocal-Spur volle Kanne auf den Effektkanal routen und dann den Pegel des Effektkanals dynamisch aufdrehen bis der Sound angenehm wird.

Das wäre auch mein erster Vorschlag. Stimmt alles. :slight_smile:
Ich möchte primär ein bestmöglichstes Abbild der einzufangenden Stimme, und keine hinzugefügten “künstlichen” Obertöne durch psychoakustische Effekthaschereien. (wobei Letzteres auch nett und gewinnbringend sein kann, klar)

Würde aber immer zusehen, dass es schon gaaanz vorne schon passt, so die gezielte Auswahl eines adäquat auf die jeweils zu recordende Stimme passenden Micros. Denn jede Stimme ist anders als andere.
Und: man sollte nicht am Mikro sparen. Ein gutes Mic lohnt IMMER.


Das wäre/war mein zweiter Vorschlag. (s.o.) Der Waves ist ein Guter! Ich mag Waves. :wink:


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Wenn’s drum geht, sexy Obertöne bis subtile Verzerrung anzuflanschen: das macht Magneto II ganz gut! In der Filtersektion einfach mal einen hübschen Bereich freistellen und medium bis heiß anfahren, evtl. beim HF-adjust-Regler noch etwas Gas geben…

Am Besten ist es natürlich, wenn es vom Mikro her schon super klingt - Ja.

Welche(s) Mikro(s) hast Du im Einsatz, um ein schöne Brillanz zu recorden, ohne gleichzeitig die S-Laute zu “stechend” auf der Aufnahme zu haben?

Ich habe hierfür verschiedene Großmembrankondensatormikrofone (langes Wort) im Einsatz.

Die präzisesten Mikros, die auch die Dynamik am natürlichsten abbilden sind die Microtechgefell Mikrofone.
Das Gefell M930 klingt leicht hell, aber Frikative werden sauber und präzise abgebildet.
Das nehme ich dann gerne für solche Vorhaben, vor allem dann, wenn es direkt, modern und offen klingen soll.
Weiterhin eignet sich das CAD e350 (das es leider nicht mehr gibt) auch sehr gut.
Wenn man es klanglich etwas runder haben möchte, eignet sich das AT4060a auch sehr gut.

Anmerkung:
Die natürlichste Abbildung der Stimme gelingt mit Mikros die die M7-Kapsel (erste Versionen des Neumann U47 hatte diese) verbaut haben.
Diese Kapsel wird heute nur noch von Microtechgefell hergestellt, und wird in den Mikros MT71s, UMT70s und in den Röhrenmikros von Gefell wie das UM92.1s verbaut.
Wenn man diese Mikrofone mit einem HiShelf in den Höhen bearbeitet, geht sprichwörtlich die Sonne auf :slight_smile:

Mal wieder eine sehr geile technische Hintergrundinfo, Whitealbum!
Diese Kapselgeschichte ist äusserst interessant, danke! :smiley:
Finde es klasse, dass hier auch so Audiofreaks, wie du es einer bist, dabei sind.
Ich mag die CAD-Teile wirklich gern auf Stimmen einsetzen, oft lieber als irgendwelche Neumänner (hier 103, U87)
So ist u.a. das 300er oft im Einsatz (um mal etwas Werbung für diese Firma machen zu dürfen: denn Preis/Leistung ist top) :mrgreen:
Und das Gefell M930 hatte mein Studiokollege letztens erst auf ner Ak Guitarre. Auch sehr schöne Abnahmen gelingen mit diesem Mic, gut neben Stimme auch für Instrumente.

Hey Hey…die Sache mit den Mikros…ihr seid ja drauf :wink:

…gibts so im bezahlbaren Rahmen auch einen Tipp?

Was ist mit Neumann 102 oder 103?

Das Gefell M930 bewegt sich in der Preisklasse des TLM 103, und somit ist es auch noch bezahlbar :wink:
In einigen Foren wird das M930 als das bessere TLM 103 gesehen.
Das TLM103 hat in den Hochmitten eine leichte Härte und zu viel Bass/Tiefbass, was für Gesang eher hinterlich ist.
Das M930 hat genau diese Problematik nicht.
Mit dem Gefell M930 kann man alles aufnehmen, gerade auch bei akust. Gitarre oder ähnl. Saiteninstrumenten ist es sehr fein. Dadurch das es leicht hell klingt, aber ohne zu verfärben, braucht man sehr selten eine Anhebung um die wichtige 4,8 khz-Frequenz.
Das M930 habe ich schon recht lange, und es überrascht mich immer noch wie gut es Lead Vocals im Mix nach vorne bringt ohne groß zu schrauben. Auch extremere EQ, Comp oder Choruseinstellungen lässt das Signal immer noch gut da stehen.
Das TLM102 kann hier nicht mithalten.

ich verwende das tlm103 zusammen mit dem universal audio LA610 mk2 > für MEINE stimme top!

es war zwar eine ziemlich lange phase, bis ich die preamp-settings nach meinen geschmack gefunden habe, um wenig in der postpro machen zu müssen - aber nun bin ich sehr zufrieden damit und ich kann mit perfektem abstand zum mikro auch keinen tiefbass feststellen, der beim mix hinderlich ist!
es kommt halt echt darauf an, ob man den proximity-effekt haben möchte oder nicht. für sprachaufnahmen (werbung, telefonansagen etc.) nutze ich den jedoch recht gerne! aber wie gesagt: mit perfektem abstand zum mikro beim gesang gibts eben diesen tiefbass (bei mir) nicht!

gutes plugin in sachen “AIR” und “SEIDIGKEIT” ist imho der MAAG EQ4 | nativ | UAD!
http://www.maagaudio.com/EQ4_Plugin.html

… und evtl. noch TONELUX TILT von softube | nativ | UAD!
http://www.softube.com/index.php?id=tilt

Ich würde noch den D82 Sonic Maximizer von BBE mit in den Topf werfen. Eine echte Geheimwaffe, um Obertöne hinzuzufügen (funktioniert sowohl für Bässe als auch für Höhen). Es ist übrigens, anders als der Name vermuten lässt kein Maximizer sondern eben auch ein Gerät das Obertöne hinzufügt.
ansonsten muss ich den anderen hier Recht geben: das was dir so gefallen hat war vermutlich einfach eine handwerklich gut gemachte Aufnahme mit einem passenden Mikrofon in einem wohlklingenden Raum. da muss man danach fast gar nichts mehr mit EQ oder Enhancer machen. Generell Vorsicht bei Enhancern: Man neigt dazu, zuviel reinzudrehen und nachher beißts in den Ohren…
ansonsten versuche es einfach mal mit einer EQ Absenkung irgendwo zwischen 200 und 400Hz. Oft wirkt auch das Wunder, und klingt so als hätte man die Höhen freigestellt ( obwohl man an denen dann faktisch gar nichts gemacht hat). Das ist so ähnlich, als würdest du aus einem Foto einen Grauschleier entfernen. Alles wirkt danach heller, brillanter und detaillierter.

… oder als Freeware :wink:

http://www.flstudiomusic.com/2013/02/sonic-enhancer-and-sonic-maximizer-free.html

Ich mag den “Sonic Enhancer” dezent eingesetzt total…

VG Andy

Die Seite mit dem vermutlichen Download Link gibt’s nicht mehr…kann ich den von Dir haben? info@party-dj-stefan.de