Erstellen einer Indoor-Bike Session mit Cubase 15 Pro

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und totaler Cubase-Anfänger.

Ich habe mir Cubase 15 Pro zugelegt, um musikgeführte Sessions für das Trainieren auf Indoor-Bikes zu erstellen. Die Videointegration lasse ich jetzt mal komplett außen vor, das kommt später, ich habe genug damit zu tun, Cubase überhaupt erst mal in seinen Grundlagen zu verstehen und zu erlernen.

Da ich eher der Typ “Learning by doing” bin, möchte ich mit einfachen Sessions anfangen, zum Beispiel mit der Aneinanderreihung und dem Mixing von 3 oder 4 Songs mit entsprechender Tempoänderung wie z.B. Warm-up, Belastung und Cool down.

Ich habe das Web durchforstet, bin aber nicht richtig fündig geworden. Klar, mir sind Begriffe wie Continuos-Mix, Stem-Separation und Tempospuren begegnet, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie und wo ich anfangen soll; wie gesagt, Cubase Anfänger…

Manch einer von euch mag jetzt denken, “wieso legt der sich gleich Cubase 15 Pro zu?” Ganz einfach: Wenn ich etwas anfange, dann mache ich es auch richtig. Das Fernziel ist eine (auch mobile) App für die o.g. Sessions mit Videografik.

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen und mit Tipps und Tricks den Einstieg in dieses Thema ermöglichen. Alles andere außer das Erstellen von Indoor-Bike Sessions ist erst mal nebensächlich für mich (Recording etc.). Ich hoffe, ihr versteht das.

Vielen Dank schon mal für jede hilfreiche Quelle.

Markus

Hi Markus,

um zu verstehen, wo bzw. wie wir Dir genau helfen können, müsstest Du bitte nochmal genauer erklären, was Du vorhast.
Möchtest Du von Null auf eigene Musikstücke erstellen (z.B. mit virtuellen Instrumenten) und diese aneinanderreihen, oder möchtest Du Musik von externen Quellen in Cubase aufnehmen oder möchtest Du vorhandene Musik, z.B. mp3-Files, in Cubase importieren und dann bearbeiten oder, oder … ?

Für Tempoänderungen gibt es in Cubase die Tempospur, dort kannst Du sowohl Temposprünge als auch stufenlose Änderungen einzeichnen.

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Hallo P.A.T.,

Ich möchte vorhandene mp3-files importieren, bearbeiten und zu einem „langen Song“, der Trainingssession mischen. Dabei kommt es naturgemäß zu Tempoänderungen, die von Session zu Session völlig unterschiedlich sein können und manchmal linear, manchmal sprunghaft sein können.

Ich trainiere selbst bereits mit einer abonnierten App, die das ganz gut umsetzt. Songs gehen ineinander über oder werden auch übereinander gelegt; letzteres funktioniert natürlich nur, wenn der Takt gleich ist und synchron läuft, und es hört sich auch nur dann wirklich gut an, wenn beide übereinander gelegte Songs die gleiche Tonart haben. Diesbezüglich lässt die eben erwähnte App zu wünschen übrig, was mich beim Training völlig aus dem Konzept bringt, da Harmonie und Rhythmus für mich das A und O sind.

Hilfreich bei dieser Art des Trainings ist auch ein zur Musik hinzugefügter Beat, der eigentlich nicht in den verwendeten Songs enthalten ist, aber nach der Bearbeitung mit Cubase während der ganzen Session im Hintergrund mitläuft. Das können eine base drum, claps oder andere Rhythmuselemente sein.

Manchmal ist das „künstliche“ Hinzufügen eines solchen Beats allerdings gar nicht nötig, weil viele Songs bereits einen deutlich hörbaren Beat haben. In solchen Fällen möchte ich, falls überhaupt nötig, den Beat ein wenig hervorheben.

Wahrscheinlich kommt auch das „Zerlegen“ eines Songs (Stem-Separation?) irgendwann zum Tragen, um einzelne Instrumente oder Stimmen herauszuschneiden, zu bearbeiten und im Mix einzubauen. Ich weiß nicht, ob und in wie weit samples dafür vorhanden sind bzw. verwendet werden können.

Und später möchte ich dann über eine Vocal-Spur das Training moderieren, und zu guter letzt soll eine Videografik hinzugefügt werden, die den Verlauf des Trainings visuell widerspiegelt. Das kann der Verlauf der angestrebten Herzfrequenz sein oder die Höhe des jeweiligen Widerstands, mit dem gerade trainiert wird etc. Die Videografik erstelle ich mit DaVinci Resolve, aber die Integration und Synchronisierung muss ich mit Cubase machen, oder?

Ja, und über das abschließende Mastering habe ich mir noch keine Gedanken gemacht; vielleicht Wavelab, wenn‘s professionell werden und in einer noch zu kreierenden App landen soll…?

Falls noch Fragen sind, bitte nur zu, schließlich bin ich der Hilfesuchende und froh, dass mir geholfen wird.

Markus

Wenn ich Dich hoffentlich richtig verstehe, möchtest Du die “Tonspuren” für (ebenfalls noch nicht existierende) Trainingsvideos erzeugen. Diese Tonspuren sollen aus vorhandenen mp3-Musikstücken zusammengesetzt werden, die Du zunächst aneinanderreihen und dann bearbeiten bzw. ergänzen möchtest.
Die Musikstücke sollen von der Tonart und vom Rhythmus synchronisiert werden, und es sollen Tempowechsel einprogrammiert werden.

Soweit wäre das alles mit Cubase kein Problem.
Auch zum Mastern würden die Bordmittel von Cubase Pro ausreichen.

Falls ich Deine Pläne halbwegs korrekt wiedergegeben habe, kommt sicher die Frage, wie man das nun genau macht.

Weil Du schreibst:

… führt kein Weg daran vorbei, zunächst die Grundlagen der Arbeit mit Cubase zu erlernen.

Vielleicht ist es auch noch hilfreich zu erwähnen, dass Cubase Dir zwar helfen kann, aber nicht auf diese Arbeit spezialisiert ist. Du würdest ca. 1% vom Leistungsumfang von Cubase verwenden.
Das ist okay, aber ich kenne Deine Erwartungshaltung nicht. Eventuell denkst Du, dass Cubase auf diese Art von DJ-Mix ausgerichtet ist.

Beim Importieren von mp3s, werden von diesen Dateien .wave-Dateien erzeugt, mit denen Du dann in Cubase arbeiten wirst.

Wenn ich das machen würde, was Du machen möchtest, würde ich zunächst bei jedem Song, wo die Zählzeiten sind und damit dann auch das Tempo festlegen. Dafür gibt es in Cubase die Tempoerkennung im Projekt-Menü. Danach würde ich das Tempo in die jeweilige Datei übertragen. Dazu gibt es eine Funktion im Audio-Menü, die sich “Definition von Tempo…” nennt. Wenn Cubase nachfragt, bitte die Tempoinfos in die Datei schreiben lassen.

Erst danach würde ich das eigentliche Projekt (welches dann Deine Session ist) anlegen und alle Dateien dort hinein importieren. Es ist wichtig, dass alle Dateien nach dem Import im sogenannten “musikalischen Modus” sind, d.h. sie folgen Tempoänderungen im Projekt.

Nun kannst Du die einzelnen Songs aneinander arrangieren.
Mittels eine Tempospur, die Du in der Spurliste erstellst, kannst Du dann gewünschte Tempoänderungen vornehmen.

Ich merke beim generellen Beschreiben der Arbeit, dass es ganz schön viel Arbeit ist, dies einem Anfänger Schritt für Schritt zu erklären. Deswegen habe ich erstmal einen grundsätzlichen Ablauf beschrieben mit einigen Schlagworten, die Dir bei der Suche im Handbuch und für YouTube-Videos weiterhelfen können.

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Sehr nett von Johnny, grundsätzlich würde ich das grob auch so angehen, allerdings

…würde ich nicht anfassen; die funktioniert - wie soll man das irgendwie nett formulieren - noch nicht ganz so perfekt.

Damit Du irgendwo an den Start kommst mit Cubase, fange doch erst einmal ganz simpel an.
Song 1: Anxiety von Deocci.
Gibt Du bei Tunebat den Namen ein und erfährst, dass der Song 129 bpm hat und in C-Dur ist.

  • Song ins Projekt ziehen (ja, Samplerate bitte anpassen ans Projekttempo ankreuzen)
  • Projekt/Spur hinzufügen/Tempo und ganz am Anfang mit dem Stift einen Punkt einsetzen und hier 129 bpm einstellen
  • Auf C klicken, nun wird der Klick hörbar
  • den Song so verschieben, dass der Klick auf den Beats ist (einmal J drücken, falls das Raster eingestellt ist und Du nicht beliebig verschieben kannst)
  • passt alles? Dann auf den Song klicken und Audio/Erweitert/Definition aus Tempospur übernehmen und ruhig in das Audiofile schreiben

Song 2
Ed Sheeran - Shape of You

  • Tunebat sagt 96bpm und C#m
  • hinter den ersten Song in die Tempospur klicken und einen neuen Knoten setzen mit 96bpm
  • Song hier reinschieben (gerne eine neue Spur nehmen, ist übersichtlicher) und dann wieder verschieben bis er auf dem Beat ist und den letzten Schritt von oben noch nehmen

Darauf achten, dass bei beiden Tracks die Zeitbasis auf musikalisch gestellt ist

Tempotrack muss aktiviert sein; nun kannst Du mit dem Tempo runspielen wie Du möchtest, die Tracks folgen immer

Wenn Du Übergänge haben willst mit Drums, dann Spur einfügen (siehe oben) / Instrument und zb Groove Agent. Jetzt müsstest Du allerdings selbst ein wenig recherchieren, wie man Instrumente bearbeitet (guck mal im Hub, da findest Du Tutorials).

So, mehr Anbschub geht nicht und meine gute Tat des Tages ist damit getan :slight_smile:

Viel Spaß!

Ach ja, Du kannst die Songs auch transponieren mit dem Wissen aus Tunebat und auf einander anpassen… nur so als Info > findest Du oben in der Infozeile im Projekt, aber das wirst Du schon finden :wink:

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@P.A.T

Ja, du hast mich richtig verstanden, P.A.T, was meine Pläne angeht. Ob das in Cubase so umgesetzt wird wie von dir beschrieben, kann ich noch nicht beurteilen, aber es hört sich gut an.

Ich dachte mir, dass ich Grundlagen erlernen und mein Vorhaben verbinden kann, damit es nicht so trocken ist. Na gut, wir werden sehen.

Warum nicht? Wenn dann konkrete Fragen aufkommen, z.B. wie man das Projekttempo an eine Audiodatei anpasst, dann wirst Du hier schnell ebenso konkrete Antworten bekommen. Einige Tipps haben ja bereits @Johnny_Moneto und @Reco29 gegeben.

Aber so, wie jeder Programmierkurs mit print(“Hello World”) anfängt, solltest Du Dir zu Beginn auch erstmal einige einfache Projekte vornehmen.

Wie wäre es mit dem Import eines Deiner mp3-Files und dem Hinzufügen einer passenden Drumspur?

Ja, Johnny, tut mir leid, dass ich euch so viel Arbeit aufhalse, ich wusste mir einfach nicht mehr zu helfen. Die Masse an YouTube-Anleitungen erschlagen einen wirklich, und die trockenen Handbücher etc. wirken auch nicht gerade motivierend.

Daher weiß ich es echt zu schätzen, dass ihr euch die Mühe macht, mir ein paar grundsätzliche Dinge zu erklären, mit denen ich dann arbeiten kann.

Ah, klar, so habe ich das noch gar nicht gesehen, vielen Dank für den Hinweis.

Super Reco29, ihr seid wirklich spitze mit eurer Hilfe. Dann kann ich mich ja mal langsam an die Arbeit heranwagen, jeden Tag ein bisschen, damit man nicht den Mut verliert.

An dieser Stelle noch mal eine weitere Frage in die Runde:

Was haltet ihr von den Lernvideos von Holger Steinbrink? Der ist ja zertifizierter Steinberg-so wie noch und bietet ja eine Menge Material.

Mir wurde mitgeteilt, dass demnächst neue Tutorials zu Cubase 15 Pro erscheinen. Das wäre doch eine große Hilfe für die Grundlagen (und mehr, hoffe ich), oder?

Nur zu! Aus meiner Sicht bietet Holger, der auch hier im Forum als @Tsching aktiv ist, die besten deutschsprachigen Kurse und Tutorials an. Auch sein Cubase- Buch ist eine Zierde jedes Studio- Bücherregals.

Sehr schön, dann hoffe ich, dass der Holger mich nicht mehr so lange warten lässt.:wink:

Keine Angst, der ist fleissig am Arbeiten und will das bis ende des Monats alles fertigstellen :wink:

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:+1: :laughing:

Ich möchte jetzt schon einmal etwas für später anmerken:
Wenn Du die Songübergänge machst, ist ja eine klassische DJ-Technik, bei einem Song den Bass rauszunehmen und bei dem anderen die Mitten und Höhen. Cubase hat dafür einen eigenen Effekt:

Da braucht man dann nicht viel einstellen, sondern drückt unten einfach nur den passenden Knopf.

Ich habe früher auch mal so Mixe gemacht, fürs Fitness-Studio. Und mit früher meine ich Ende der 90’er. Ich wollte so einen EQ gerne in Cubase haben und bin deswegen mal an Steinberg herangetreten. Ich weiß nicht, ob sie das Plugin wegen mir eingebaut haben, oder ob es noch einen anderen Heini gab, der auf die gleiche Idee gekommen ist. :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Das hab ich bisher noch nie genutzt, jetzt weiß ich wenigstens, wozu es gut ist :smiling_face_with_sunglasses:

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Ah, jetzt, ja…:wink:

Lesen bildet. Ja, hab ich noch nie gebraucht, und deshalb mich auch gefragt, wozu?

Brauch ich zwar (aktuell) immer noch nicht, aber wer weiß….

Ich kann förmlich die neonfarbenen Aerobic-Stulpen mit Steinberg-Aufdruck vor meinem geistigen Auge sehen…:rofl: Der Kreis schließt sich :slight_smile: