Mehrwersteuersenkung. Steinberg sackt ein.

Hallo Steinberg Support,

gerade hatte ich mir Polarities gekauft und musste feststellen, dass zwar der geringere Mwst Satz von 16 Prozent angewendet wurde, aber die 3% Ersparnis einfach auf den Grundpreis aufgeschlagen wurde :imp: Statt wie von der Bundesregierung vorgesehen die Ersparnis an den Käufer weiter zu geben, steckt Steinberg das Geld lieber in die eigene Tasche. :frowning:

Fehler oder Absicht?

Ich meine, wenn ich bei Steinberg von der Senkung keinen Effekt habe, dann investiere ich lieber jetzt bei anderen Anbietern.
Für Steinberg wäre das ein Schuss ins eigene Knie. Es gibt auch andere die so denken.

VG
Andreas

Boykott hilft leider nichts.

Früher war der deutsche Steinberg-Onlineshop der teuerste Platz der ganzen Welt, wenn man Steinberg-Produkte kaufen wollte. Cubase war zum Beispiel zeitweise doppelt so teuer wie in den USA. Rabatte gab es kategorisch nicht. Niemals. Trotzdem haben die Deutschen gekauft wie blöde. Ganz im Gegenteil. Viele fanden es sogar toll, Teil dieses elitären Zirkels wohlhabender deutscher Cubase-Nutzer zu sein, in den nicht jeder Hans und Franz einfach so nach einer Black-Friday-Aktion herein schneien konnte.

Steinberg weiß also, dass die deutschen Kunden traditionell extrem pflegeleicht sind und einfach alles mit sich machen lassen ohne zu murren. Von daher wundert mich diese Aktion irgendwie gar nicht.

Deutsche geben Traditionell auch mehr für Autos und Medikamente aus, für Lebensmittel so gut wie nichts (im Vergleich). Als Unternehmer wirste immer eine aussagekräftige Marktanalyse machen um die Leute da abzuholen was ihnen an Status wichtig ist. Siehe Grill vs. Fleisch.

Wenn man in Krisenzeiten die staatliche Hilfen, die eigentlich zur Entlastung der privaten Endverbraucher und zur Stärkung des Konsums gedacht sind, einfach in die eigene Tasche steckt um die Gewinnmarge zu steigern, dann holt man damit sicher eine Menge Leute ab.

Statt wie von der Bundesregierung vorgesehen die Ersparnis an den Käufer weiter zu geben

wo hast du das denn her?
es ist eine geplante Maßnahme zur steuerlichen Entlastung der Unternehmen und der Verbraucher
deren Umsetzung und in welche Richtung das geht dem Unternehmer überlassen ist.

Ja natürlich. Und genau in dieser Situation zeigt sich wirklich wunderbar, wo die Prioritäten der jeweiligen Firmen am Ende des Tages liegen: Kundenzufriedenheit oder Gewinnmaximierung. Bei Steinberg hat man sich ja sehr deutlich positioniert und das werden viele Leute sicher nicht so schnell wieder vergessen.

Das Schlimme ist, dass das de Facto eine Preiserhöhung für all die Menschen ist, die hauptsächlich von der Musik leben müssen. Der Privatnutzer merkt keinen Unterschied zu vorher aber der professionelle Nutzer zahlt mehr, weil der Netto-Preis erhöht wurde um auf den alten Endpreis mit Märchensteuer zu kommen.

Und das ist doch wirklich ein Schlag ins Gesicht genau all derer, die im Moment eh schon extrem unter der Krise leiden. Frei nach dem Motto: “Der Musik- und Veranstaltungsbranche geht es sehr schlecht? Cool, lasst uns die Preise erhöhen um noch mal richtig abzusahnen!”

Wenn man sich mal den Aktienkurs der Eigentümer (Yamaha) so ansieht, dann kann man auch nicht gerade von einer schlimmen Notlage sprechen, wo man dringend jeden Cent zwei mal umdrehen müsste. Und wie eine Erhöhung der Dividenden-Ausschüttung für die in der ganzen Welt verteilten Yamaha-Aktionäre der hiesigen Wirtschaft helfen soll, erschließt sich mir auch nicht wirklich.

hmm…
bei einem Bruttopreis von 99,00 € reden wir hier über sagenhafte 2,10 € Unterschied
findest du da die Wortwahl nicht ein bisschen sehr daneben?
immerhin hat niemals einer einen Hehl daraus gemacht,
dass wir hier im Kapitalismus leben und eine Firma nun mal eine Gewinnerzielungsabsicht hat…

evtl. kann das aber auch am Shop-Betreiber liegen… wer weiß

Thomann gibt’s größtenteils an die Kunden weiter, einige Produkte, die ich vorgemerkt hatte, sind mit Beginn der Mehrwertsteuersenkung jedenfalls günstiger geworden. Es geht also auch anders. Ist die Steuersenkung denn nicht auch so gedacht? Durchreichen an den Verbraucher. Verbraucher sollen dann geplante Einkäufe vorziehen, wodurch die Wirtschaft in der Krise angekurbelt wird. Umgekehrt ist aber genau das auch eine Kritik an der Senkung: Durch Vorzieheffekte könnte nächstes Jahr ein Nachfrageeinbruch entstehen. Die Senkung hätte dann nur verzögert, nicht geholfen.

Es gibt Gewinnerzielungsabsicht und Gewinnsteigerungsabsicht. Letztere steht in der Regel bei börsennotierten Unternehmen im Vordergrund. Staatliche Unterstützungsangebote werden da sehr gerne nicht weitergereicht, wenn sich mit ihnen der EBIT erhöhen lässt… Rechtlich ist es jedenfalls zulässig, die MwSt-Senkung nicht weiterzureichen.

Die Frage ist halt, ob es moralisch zulässig ist - oder ob man das überhaupt moralisch bewerten sollte. Persönlich rege ich mich zwar schon immer kurz auf, beruhige mich aber schnell wieder. Ist nun einmal so. Kapitalismus eben, Yamaha included… Handelt sich bei der Mehrwertsteuer für mich als Endverbraucher auch nicht um wirklich relevante Beträge. Okay, beim Autokauf vielleicht, A++±Kühlschrank, Privatjet, …

wenn du den Privatjet mit Mehrwertsteuer kaufst haste was falsch gemacht :wink:

Der guten Ordnung halber der Hinweis, dass eine Änderung des MwSt- Satzes von 19% auf 16% keine Reduzierung des Verkaufspreises um 3% bedeutet, sondern nur eine um rund 2,52%.

Krasse Methoden bedürfen krasser Antworten. Die Wortwahl ist dem sehr angemessen und freundlich. Immerhin habe ich Steinberg das Hintertürchen mit dem “aus Versehen” geöffnet. Stattdessen = keine Antwort.

kann ich verstehen das es keine Antwort gibt, ist eigentlich keine Antwort wert…

Denn du hast es nicht verstanden… die MwSt Änderung hat alle Unternehmen mehr gekostet als es an Entlastung gebracht hat.
Die einzige Branche die wirklich was davon hatte waren die Steuerberater… die hatten mehr abrechenbare Arbeit.

Dass Deine Antwort Unsinn ist sieht man daran, dass Zigtausende Unternehmen mit der Umsetzung der MwSt Senkung keine Probleme hatten. Und gerade für Unternehmen wie Steinberg, die ihr Hauptgeschäft digital absolvieren, ist es ein Klacks das umzusetzen!

Btw: In Deiner Meinung mag es keiner Antwort wert sein. Das hat etwas mit Selbstwert zu tun. Denn Kunden die fragen, haben IMMER eine Antwort verdient. Kunden wie auch Händler die sich selbst etwas wert sind, antworten immer.

Und du weist ganz genau wie das geht… schon klar… einfach mal von 19% auf 16% umschalten…
und dann wieder zurück.
Kannst ja gern mal beim Finanzamt nachlesen wie das gemacht werden soll…