Performance Vorteile eher durch Prozessor oder SSD?

Hallo zusammen,

ich bin am überlegen, ob ich mir einen neuen (Audio) PC kaufe.

Win8, 64 bit
16Gb RAM

Gibt bei diversen (auf Audio PCs spezialisierten) Händler diverse vorkonfigurierte Optionen.

2 Fragen hätte ich mal, in der Hoffnung , daß ihr mir weiterhelfen könnt.

  1. Macht es von der Performance her tatsächlich einen merklichen Unterschied ob ich einen
    Intel Core i5 4690 4x 3,5 GHz, Turbo 3,9 GHz
    Oder
    Intel Core i7 4790K 4x 4 GHz, Turbo 4,4 GHz, HAT
    Wähle?


    Habe irgendwann, irgendwo mal gelesen, dass vielmehr eine SSD Festplatte merkliche Performancevorteile bringen. Falls dem tatsächlich so ist wäre dann mein Plan, eine HDD (1TB) für die Daten, und eine SSD (250 GB) fürs Betriebssystem und die Programme zu verwenden.
    Falls das grundsätzlich also tatsächlich von Vorteil wäre ( könnt ihr das aus Erfahrung bestätigen?) , würde ich dann meine AudioProgramme (Cubase 7, VST Instr.Collection, GrooveAgent) auf die SSD packen. Muß ich dann (um die mutmasslichen Performance-Vorteile zu haben) auch die VST Libraries, Audiofiles etc. auf der SSD haben, oder können die auf der HDD liegen?!?! (bin Laie, hoffe also die Frage ist nicht ganz so dösig :wink:

Bin (wie immer) für jeden Tip dankbar
Gruß
ferion

Ich fang mal beim Prozessor an.

MEINER Erfahrung nach (ich verwende viele VSTis, wenig Audiotracks und ein “asymmetrisches” Lastmuster bei den Channels, da ich normalerweise 1 - 2 Sends mit aufwändigen algorithmischen Reverbs habe) ist HT sehr hilfreich, also ich würde den i7 nehmen. Es gibt aber auch andere Erfahrungen und Meinungen dazu, das hängt wohl vom Verwendungszweck ab.

Möglicherweise sind eher klassisch “audiotrack-orientierte” User ohne HT besser dran, aber das ist reine Spekulation. Es kann auch sein, daß HT bei mir gerade wegen der asymmetrischen Threadlast, die durch den Synchronisationsaufwand beim Ansteuern der aufwändigen Reverbs in den beiden Sends (das ist ganz typisch für meine Projekte - FX 1 ist bei mir immer Room für Schießbudl und Co., FX 2 immer Haupthall) hilft, ich hab dazu vor einiger Zeit mal ein paar Modellrechnungen gemacht.

Was die SSD betrifft:

Ja, hilft bei Boot und beim Starten von Programmen, auch beim Laden von Samples - tragen aber NICHTS (!) zur Leistungsfähigkeit der DAW in Sachen “Trackcount” und “Latency” bei.

Ich stehe auch SSDs, hab in meiner Kampfmaschine hier auch mehrere davon, sie sind aber “icing on the cake”. Was man zuerst haben möchte ist rohe Rechenleistung. Noch roher als ein Pittsburg style steak, bei Cubase zählt eigentlich nur das Produkt aus Cores x Leistung pro Core.

Meine persönliche Empfehlung: 4930K oder 5930K, solide übertaktet. Ich habe meinen 4930K problemlos bei 4,1 GHz laufen (Turbo habe ich abgeschaltet, das ist eine dumme Spielerei, was zählt ist Dauerleistung), in meinem Fall wassergekühlt, aber es geht auch mit Luft, wenn Dir das zu “freakig” ist (ist es aber nicht, ich hab beim Basteln auch zwei linke Hände und habs problemlos zustandegebracht).

Ich würde unterhalb von i7 nichts mehr nehmen. Es gibt welchen die haben passmark Werte von 10000
Nachzusehen unter http://www.passmark.com.
SSD haben Vorteile beim starten von cubase, laden von Projekten und Laden von Presets.
Ich habe festgestellt das es bei meiner configuration beim Demo Projekt Teleporter beim ersten abspielen zu audioaussetzern kommt durch Page faults. Es wird also was von Platte nachgeladen. Beim zweiten abspielen gibt es keine Aussetzer. Buffersize 32. Latenz ca. 8ms. Das kann bei einer SSD anders sein. Eine Festplatte braucht alleine schon im Schnitt so um 10ms um einen Sektor zu finden. Leider habe ich es nicht ausprobieren können mangels SSD.


Auch die Board Prozessor Kombination hat Einfluss. Der gleiche Prozessor kann in einem andere Board schneller sein. Ich vermute das die audio optimieren PCs das berücksichtigen.
Einfach mal genaue configuration Posten vielleicht hat hier ja einer genau diese configuration.

Informationen gibt es auch unter http://www.dawbench.com/.

Ich sehe den Markt ungefähr so:

i3: Surfen, leichtes Office, Medien konsumieren, evtl. noch casual gaming
i5: Typisch Office, Softwareentwicklung, hardcore gaming, Photoshop
i7: Workstation, Musik- und Videoproduktion, wissenschaftliche Berechnungen am PC

Also i5 mag ja mal passen, um ein bißchen mit Cubase rumzuspielen, aber wenn man dann wirklich viel arbeiten will damit, dann wird man wohl bald mal einen i7 haben wollen.

Ich hab ja gern viele Cores, HT und Übertaktungsfähigkeit, wobei das mit HT, wie gesagt, noch umstritten und nicht ganz schlüssig ist (daß es für mich super ist, das heißt nicht, daß es automatisch für jeden etwas bringt).

Das ist so nicht ganz richtig, der Trend geht nun mal bis in die Notebook Produktion und der mobile i7 ist nicht vergleichbar mit Desktop i5 bzw. i7. Manchmal glaube ich das hier mittlerweile die Daws absichtlich überladen werden, weil man ja genug Rechenpower hat. Gibt es hier eigentlich niemanden mehr der sein Projekt sinnvollerweise vollständig auf Audio Material trimmt bevor er an das Mixing geht?

Sollte das hier eine entweder oder Frage sein vom TE, dann sollte er den Prozessor bevorzugen. Ganz einfach auch weil ne SSD nachschieben keine große Sache ist, CPUs werden generell am seltesten getauscht. Allein schon weil dann auch neue Mainboards wegen Sockel fällig werden.

Mainboard/CPU Kombi ist fast egal, da jeder Hersteller auf die gleiche Architektur zurückgreift, bzw. der Aufbau identisch ist. Deshalb gibt es kaum mehr Mainboard Benchmarks, die Unterschiede sind dann eher Toleranzen.

Auch gibt es keine speziellen Audio Pc Komponenten, weshalb ich da schonmal nicht kaufen würde, es sei denn man legt Wert auf den Support den man kaum nutzen wird.

Ich denke schon da das mainboard einen Einfluss hat.
Z.B. Steht da was in diesem heise Artikel.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intel-Achtkernprozessor-fuer-Desktop-PCs-2304737.html
Auszug.
Das neue Flaggschiff Core i7-5960X kostet rund 950 Euro, in der Intel-Preisliste steht er mit 999 US-Dollar. Im c’t-Labor konnten wir dem Riesen je nach Mainboard 304 bis 384 GFlops entlocken.

Dazu kommt noch die I/Os.
Ich vermute das die sogenannten audio optimierten Laptop/PCs auch auf Betriebsystems Seite einiges optimiert ist. Aber da sollten sich besser die äußern die so ein Gerät gekauft haben.
Auch habe ich in meinen Arbeitsplatzrechner eine Grafik Karte von nVidia die stört. Und ich muss die buffersize deutlich höher setzen als auf meinem Laptop. Es handelt sich um einen I5 Quadcore. Ich habe das mal ausprobiert.

Dann wird auch darauf geachtet das die Laptop/PCs leise sind.
Ok, man kann sich in ein Foren schlau machen und Geld sparen.

Ich würde eher den 5930K nehmen, hat ein wesentlich besseres Preis/Leistungsverhältnis und eine bessere Single Thread-Performance.

Ok.
5930k 8 cores passmark ca. 14000 $580
5960x 6 cores passmark. ca 17000 $1050
Knapp 30% mehr Leistung und doppelt so teuer.
Das würde ich mir auch nicht leisten zumal der “langsame” doppelt so Schell ist wie meiner und ich eigentlich nur meinen Laptop nur zur Hälfte ausreize.
Vielleicht ist der 4790k 4 cores passmark ca. 11000 $335 noch interessant.

https://www.cpubenchmark.net/cpu.php?cpu=Intel+Core+i7-4790K+%40+4.00GHz&id=2275
https://www.cpubenchmark.net/cpu.php?cpu=Intel+Core+i7-5930K+%40+3.50GHz&id=2336
https://www.cpubenchmark.net/cpu.php?cpu=Intel+Core+i7-5960X+%40+3.00GHz&id=2332

Ich denke ein 4790k mit schneller 500Gb SSD und eine 1Gb HDD wäre mein System. Da kann man sich die nächsten 4 Jahre keine Gedanken mehr über einen neuen Rechner machen.