Systemanfang bei Ausschnitten + Widerspenstige Klammern

Guten Morgen! :sun_with_face:
Da hatte ich mich schon gefreut, eine Möglichkeit gefunden zu haben, in einem Klavierauszug zusätzliche Instrumentalstimmen über dem Klavier übersichtlich einzugeben, indem ich in “Einrichten” über dem Klaviersystem zwei leere Violinschlüsselzeilen einfügte. Die wurden dann über Layout-Optionen verborgen, wenn keine Noten eingetragen waren; und in den Zeilen mit Noten konnten die Anfänge und Schlüsse mit der “Ausschneiden”-Funktion bearbeitet werden.
Der Vorteil dieses Verfahrens wäre: Die Größe der Notenzeile (hier 80 %) und die Zeilenabstände lassen sich nach Belieben (unabhängig vom Klaviersystem) einstellen!

Leider bereiten mir die Systemübergänge Probleme:

  1. Es gelingt mir nicht, den “linken Taktstrich” bei Takt 121 zwischen Klavier und Chor durchzuziehen.
  2. Die Systemklammern vor Takt 128 sind überflüssig, lassen sich aber offensichtlich nicht entfernen.

Weiß jemand Rat? Ich hoffe auf euch. :slightly_smiling_face:
Oder sollte ich diese Stellen doch lieber mit der Ossia-Funktion setzen?

Das erste Problem lässt sich lösen, in dem man den Takt 127 auf die nächste Seite verschiebt, das System ist ohnehin übervoll.

A apropos: Warum hast du auf jeder Seite einen Rahmenumbruch? Lass doch Dorico das Grundlayout machen.

Lassen sich die Systemklammern nicht im Notensatz Modus entfernen?

Richtig, aber irgendwann macht man dann (aus gutem Grund) “Lock Layout” und die Rahmenumbrüche sind da – und gar nicht unerwünscht :slight_smile:

@WeCi Eine Alternative für Takt 121 wären “Koordinationslinien”. Vielleicht einmal kurz in der Hilfe nachsehen, wie sie funktionieren. Einmal verstanden, möchte man sie nicht mehr missen.

Die Systemklammern lassen sich im Notensatz-Modus zwar markieren, reagieren aber nicht auf das Klammerangebot links unten. Beim Betätigen der Delete-Taste verschwindet die Markierung; sonst tut sich nichts.

Die Koordinationslinien lassen sich bei allen Taktstrichen einrichten - außer beim linken Systemstrich und - ich glaube - auch nicht beim Taktstrich am Ende eines Systems.
Wäre das Vorgehen möglich, hätte ich eine gute Lösung für mein Problem 1.

Aber man kann die Koordinationslinien nach links an den Systemstrich schieben. Nicht mit den Pfeiltasten, nicht mit der Maus, aber mit einem passenden negativen X-Offset unten links in den Eigenschaften. (Sorry, ich weiß nicht, wie das auf Deutsch heißt.)

Danke, damit ist Problem 1 gelöst :slightly_smiling_face: :sunflower:, und es sieht nach meinem Dafürhalten gut aus. Den Zeilenabstand muss ich natürlich noch modifizieren.

Bleibt noch Problem 2 mit den unlöschbaren Klammern am nächsten Systemanfang. Wenn es dafür auch noch eine Lösung gäbe, wäre ich wunscharm :wink: glücklich.

Layout-Optionen, Klammern und Akkoladen: Nicht “Orchestral” wählen, sondern “Kleines Ensemble”. Dann kannst du entweder die Spieler passend in Gruppen einteilen und die einzelne Klammer bei den Violinschlüssel-Zeilen löschen, oder (wenn nicht gruppiert) die Klammer von den Violinschlüssel-Zeilen nach oben ziehen. Das würde ich jeweils am Anfang eines Satzes machen (dazu vorübergehend alle Notenzeilen einblenden) und danach keine Klammer-Änderungen mehr vornehmen (bzw. vorhandene Klammer-Änderungen löschen).

Leider ändert die Option “Kleines Ensemble” in diesem Fall nichts. Im Einrichten-Modus ist alles richtig gruppiert, und auch in Schreiben und Notensatz werden die Klammern richtig angezeigt - bis Takt 119. Ich habe mal eine Weile experimentiert. Immer wenn ich aus einer der Zeilen oder auch aus zwei Zeilen einen Ausschnitt erzeuge, erscheinen unerwünschte Klammer. So werden die Solisten plötzlich mit einer Chorklammer verbunden, und ebenso die Klammer der beiden Zusatzzeilen über dem Klavier, die ich ursprünglich moniert habe. Hinweise auf Klammer- und Taktstrichänderung lassen sich für den Moment löschen, sind aber beim nächsten Klick wieder da. Und die Klammer selbst kann man zwar markieren, aber nicht löschen und nicht verschieben.
Weil dorico so viele Ecken hat, stellt sich mir immer die Frage: Habe ich irgenwo etwas falsch eingestellt? Ich gebe sie noch einmal ans Forum weiter.

So sieht der Anfang aus:

Hier hab’ ich den ersten Ausschnitt erzeugt: Die Solostimmer haben plötzlich eine Chorklammer.

Und jetzt ein Ausschnitt in T 133-134. Der führt zur Verklammerung der beiden Zusatzzeilen am Systembeginn. Die Chorklammer bei den Solisten bleibt weiterhin erhalten.

Inzwischen glaube ich herausgefunden zu haben: Es ist unerheblich, wo und in welcher Stimme ich einen Ausschnitt erzeuge. Es erscheinen jedes Mal unerwünschte (Chor-) Klammern auf der Seite.

Und wie ist es mit der Einstellung “Keine Klammern” in den Layout-Optionen? Ganz wichtig: Dann alle manuellen Klammeränderungen löschen! Und danach, wenn nur die Chorstimmen Klammern haben sollen, am Anfang jeder Partie nur diese Klammer für SATB setzen. Die Klavier-Klammer erscheint sowieso immer.

Es gibt offensichtlich einen Konflikt zwischen “Ausschnitt” und “Klammern”. In Systemen mit Ausschnitt sind weder Klammer-Änderungen möglich noch werden Klammern berücksichtigt, die weiter vorne manuell eingestellt waren. Wenn man in einem solchen Ausschnitt-System eine Klammer ändern will, passiert anscheinend nichts … allerdings erscheint trotzdem ein Hinweis und die Änderung ist wirksam – aber erst ab dem nächsten System, das keinen Ausschnitt hat :frowning: das sind die von @WeCi beobachteten Überraschungen.

Als Lösung hierfür gibt es eine Notensatz-Option für Ausschnitte: “Mit Klammern”. Die behandelt die Klammern ganz normal und wie erwartet. Allerdings erscheint dann am Anfang jeder Notenzeile mit Ausschnitt ein Schlüssel, der hier nicht unbedingt gewünscht ist. Schön wäre, wenn man diesen Schlüssel durch eine eigene Option steuern könnte.

Es gibt übrigens auch eine Notensatz-Option, bei Ausschnitten den linken Systemtaktstrich durchzuziehen. Das ist die richtige Lösung für die ursprüngliche Frage 1 – ganz ohne Koordinationslinien.

Danke, BassoContinuo, :sunflower:
auf dieser Basis und mit diesem Wissen werde ich mit neuem Schwung an die Arbeit gehen… :+1:
Werner