Taktübergreifende Achtel-Quintolen gegen Viertel-Triolen (Skriabin op. 11,1)

Ich versuche gerade, das Skriabin-Prélude op. 11,1 zu setzen. Skriabin notiert einen 2/2-Takt, auf jede Halbe kommt eine Gruppe Achtel-Quintolen. Das Prélude beginnt auftaktig mit zwei Achteln der ersten Quintolen-Gruppe. So weit, so gut.

Die Schwierigkeit beginnt ab Takt 18. Skriabin notiert hier unter den Quintolen-Gruppen Viertel-Triolen (auch wenn sie nicht ausdrücklich als solche ausgezeichnet sind). Die taktübergreifenden Viertel-Triolen sollen so verteilt werden, daß zweites und drittes Triolen-Viertel im Folgetakt stehen.

Wenn es die Möglichkeit gäbe, Fähnchen auszublenden, könnt man tricksen und die Viertel-Triole als Quintole mit zwei Vierteln und einem Achtel notieren …

Probleme bereitet mir auch der Übergang vom vorletzten in den letzten Takt: zwei Achtel-Pausen (als Beginn einer Quintolen-Gruppe), der letze Takt soll allerdings in „normalen“ Vierteln notiert werden.

Ich habe die Noten-Ausgabe beigefügt, die mir als Vorbild und Arbeitsgrundlage dient, sowie meine Rohfassung. Ich bin gespannt, ob es hierfür eine Lösung gibt …

Skriabin_ op. 11,1.dorico (1,5 MB)

Skrjabin_ Prélude op. 11,1.pdf (1,0 MB)

Das Hauptproblem dürfte sein, dass die Taktanfänge ab Takt 18 in linker und rechter Hand nicht gleichzeitig erklingen sollen. Wie wäre es, von Anfang an – oder spätestens ab Takt 17 – einen (versteckten) [5+5]/8-Takt ohne Auftakt zu notieren? Die Viertelnoten als 6:5 mit ausgeblendeten Ziffern und Klammern, Taktstriche unsichtbar und manuell neue Taktstriche (als Linien) und Systemumbrüche eintragen, dann noch die Sichtbarkeit der Vorzeichen anpassen? Der vorletzte Takt ist dann ein 12/8, der letzte Takt ein 2/2.

Edit: viel zu kompliziert :slight_smile: Eine bessere Lösung folgt in der nächsten Antwort.

Und noch eine Variante ohne die Taktart zu verschieben (Takt 18).

Gib an Stelle der 5:4 in der linken Hand 3:2 ein, dann kannst du normale Viertelnoten schreiben. Die Beschriftung der Triole dann löschen. Im Gegensatz zur Vorlage erscheint nun allerdings die zweite Viertel einer solchen Gruppe (korrekterweise) vor statt hinter dem Taktstrich. Das lässt sich im Notensatz-Modus hinschieben, dann ist wenigstens die Wiedergabe korrekt :slight_smile:

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Der letzte Takt ist einfach: die Achtelpausen löschen bzw. ausblenden. Die Abstände regeln sich bei Dorico automatisch. Takt 18 kann man, wenn man nicht viel von dem was bereits da ist, ändern will, mit einer “verschachtelten” n-Tole lösen. Schritt 1 - die erste Note/Akkord im Takt in Achtel umwandeln. Schritt 2 - eine Quartole eingeben die auch die 2 Akkorde umfasst. Schritt 3 - diese in Vierteln umwandeln. Fertig.

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Also erst mal an Alle ein herzliches Dankeschön! Ich werde Eure Vorschläge, Ideen, Anregungen heute abend in Ruhe ausprobieren und Euch ein Feedback geben, welche Lösung mir am praktikabelsten erscheint. - Das Verschieben der Viertelnoten über die Taktgrenze hinweg funktioniert sehr bequem innerhalb einer Zeile, Probleme bereitet dann der Übergang von einer Zeile in die nächste (z.B. T 19/20) …

Ich komme einer Lösung dank Eurer Hilfe langsam näher. Falls es jemanden interessiert, hier meine Arbeitsschritte:

Skriabins Schreibweise in Achtel-Quintolen habe ich vollständig „ignoriert“, indem ich das Stück als 10/8 notiert habe. Damit ergab sich eine Lösung für die taktübergreifenden Viertel-Triolen ab Takt 18: Die ersten beiden Triolen-Viertel habe ich als „normale Viertel notiert und das dritte Triolenviertel in einer zweiten Stimme untergebracht. Somit entspricht die Aufteilung der Viertel-Triolen dem Schriftbild, wie es Skriabin vorschwebte.

Zwei Fragen bleiben allerdings:

  • Im Augenblick steht das Prélude im 10/8-Takt mit zwei Achteln Auftakt. Wie bringe ich DORICO dazu, die Taktart 2/2 zu schreiben, ohne daß sich am Notenbild etwas ändert?
  • Wie teile ich DORICO in Takt 13 mit, daß die Achtel-Sextole als Viertel-Triole ausgezeichnet werden soll?

Als Anhang nochmals meine neue Fassung …

Skriabin_ op. 11,1 neu.dorico (1,4 MB)

Als Taktart am Anfang des Stückes “2/2,0.5” eingeben. Das gilt ja nur für den Auftakt, der erste Volltakt hat schon seine eigene Taktart.

  • Wie teile ich DORICO in Takt 13 mit, daß die Achtel-Sextole als Viertel-Triole ausgezeichnet werden soll?

Du meinst Takt 8? Auf die erste Viertelnote der Sextole noch eine “Triole” 3:3 setzen. (Das tut nichts weiter als eine 3 mit Klammer zu schreiben.) dann die Sextole ausblenden.

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Genial! Es funktioniert. Jetzt muß ich nur noch wissen, was ich da eigentlich tue. Jedenfalls nochmals an Alle ein großes Dankeschön! Eure unterschiedlichen Überlegungen und Lösungsansätze haben mir den Weg gewiesen, wie ich den Schwierigkeiten Herr werden konnte.