CC121 Austausch eines defekten Faders

Ich möchte hier ein altes Thema aufwärmen, das hier schon diskutiert wurde (bisher aber ohne Lösung):

CC121 Fader Replacement?
CC121 Replacement fader problem?

Ich hatte nach dem Kauf eines gebrauchten CC121 mit defektem Fader (Sense Leitung war unterbrochen, daher reagierte der virtuelle Fader in Cubase nicht mehr auf Veränderungen am Fader des Controllers) das selbe Problem.

Auf der Suche nach einem geeigneten Ersatzteil bin ich auf die selben YAMAHA Fader gestoßen, die hier schon diskutiert wurden und momentan bei thomann erhältlich sind, einer mit Staubschutz, einer ohne und entschied mich für die Version MIT Staubschutz.
Beide Modelle sind mechanisch identisch (Abmessungen, Pin Positionen und Pinbelegung), beide haben 10k lineare potentiometer und sogar die mechanische Übersetzung des Faderantriebs (Anzahl der Motorumdrehungen für den kompletten Faderweg) stimmt überein, trotzdem funktioniert das Modell mit Staubschutz nicht zufriedenstellend!

Wenn der Fader am CC121 bewegt wird, folgt der virtuelle Fader des ausgewählten Kanals in Cubase. In der umgekehrten Richtung erreicht der Fader am CC121 jedoch nicht die Minimal und Maximalpositionen (die folgenden Bilder zeigen die Minimal- und die Maximal Position die jeweils erreicht wird, wenn der virtuelle Fader auf Minimum, bzw. Maximum gestellt wird).

grafik

Nachdem ich ausgeschlossen hatte, dass die Ursache beim Netzteil liegt, bestellte ich das Modell ohne Staubschutz, tauschte den Fader erneut aus und alles funktionierte sofort einwandfrei!

Steinberg hätte diese Verhalten des Controllers vermutlich vermeiden können, wen man eine Kalibrierroutine implementiert hätte, die eine Anpassung der Minimum, -20db, 0dB und Maximum Positionen des Faders erlaubt hätte (Yamaha Mixer die diese Fader verwenden haben eine solche Routine), aber anscheinend hat man sich den Aufwand lieber gespart. :frowning:

Falls Ihr also einen CC121 mit defektem Fader besitzt und den Fader austauschen wollt, solltet Ihr diesen hier nehmen:

Er ist z.B. bei thomann erhältlich (Nein, ich habe keine Verbindung zu thomann und erhalte auch keine Bezahlung für das Posten dieses Links):
https://www.thomann.de/de/yamaha_ls_9_01v_motorised_fader.htm

Verwendet NICHT diesen Fader:

Beide Fader werden offensichtlich von ALPS produziert, das Modell ohne Staubschutz scheint das hier beschriebene zu sein:

Fröhliches Löten!

Vielen Dank für die zentralen Infos! Für den Fall, dass sich noch einmal einer der wenigen CC121-Reparierer hierhin verirrt, habe ich noch ein paar heiße Tipps.

Ich konnte (vor zwei Jahren) nur den Fader mit Gummilippe bei Thomann bestellen. Ich hatte das Teil eingelötet und es funktionierte so gar nicht. Der Fader reagierte zwar auf Berührung, aber übermittelte keine vernünftige Info für die dB im Kanal und der Motorfader fuhr bis zum Anschlag und schaltete sich dann dort mit „Notprogramm" ab. Ein bisschen Rumtesten ergab, dass der Widerstand schon richtig war und auch die Lötpunkte okay.

Ich hatte es dann aufgegeben und verbissen wie ich bin jetzt noch mal probiert.

Lösung 1: Nur durch Zufall habe ich entdeckt, dass es der Fader doch nach dem Lötjob tat. Mein Fehler war gewesen, dass ich statt der zwei Schrauben, die standardmäßig die Fader-Einheit am Bord festmachen, eine mit vernünftigem Kopf genommen hatte. (Die Schrauben im CC121 sind winzig und weich und schwierig zu entfernen. Bei mir waren manche so fest – vielleicht durch den Lack –, dass ich sie aufbohren musste.)

Nun: Meine Schraube war minimal länger und hatte dadurch anscheinend einen Kontakt unten im Fader irgendwo hergestellt, wodurch es dieser nicht mehr tat. Ich habe das beim Reinschrauben gar nicht gemerkt; es passte eigentlich perfekt. Nachdem ich die 2 super-kurzen originalen Schrauben genommen hatte: Voila. Es funktioniert. Hätte ich auch schon vor zwei Jahren haben können. Zum Glück war ich dieses Mal zu faul gewesen, das Teil immer reinzuschrauben – sonst hätte ich es nicht entdeckt.

Lösung 2: Die Sache mit der Gummilippe. Die Gummilippe bietet anscheinend genug physischen Widerstand, dass der Fader im CC121 nicht wie von der Elektronik erwartet gleitet. Im Ergebnis ruckelt er manchmal hoch und schlimmer: Kommt in der Regel nicht dort an, wo er hinsoll, sondern gibt etwas vorher auf. Wenn man dann die Lautstärke einstellen will, ist man einige dB daneben – was natürlich für Feinadjustierung super-nervig ist. (Ich vermute, dass dies auch das oben von jandalf beschriebene Verhalten erklärt.) Die Gummilippe ist aber tatsächlich nur einfach aufgeklebt und lässt sich mit etwas Gefühl komplett rückstandsfrei abziehen. Entdeckt, getan. Und schon gleitet der Fader motorisiert wie in alten Zeiten.

Ich hoffe mal, dass dies auch noch alles für die aktuelle Fader-Version bei Thomann gilt; hat sich wohl zwischenzeitlich wieder geändert, aber ist noch für die gleiche Konsole aufgeführt.