PC Optimierungen für Cubase

Im Zuge meiner Versuche kurze Audioaussetzer und Knackser wegzubekommen, habe ich jetzt mal die Steinberg Empfehlungen alle durchgearbeitet, insbesondere im BIOS SpeedStepping und diese ganzen C-State Modi abgeschaltet, außerdem bin ich noch alle Energiesparoptionen durchgegangen, und hab alles was sich deaktivieren ließ abgeschaltet. Ich hatte vorher immer mal so kleinere Hänger im Audio, oder das es mal ganz kurz knackt. Habe seit den Optimierungen wieder einige Stunden in Cubase gearbeitet und hatte keinen einzigen Knackser mehr gehört, hat also vielleicht was gebracht. Ich würde sogar fast behaupten, dass der Track den ich seit dem gemacht hab besser geworden ist wie sonst :joy:

Kleines Problem bei der Sache: Mein Prozesser kann von 3,4Ghz automatisch bis auf 3,9GHz hochtakten, wenn die Power benötigt wird. Wenn man aber die ganzen oben beschriebenen Optionen abstellt, macht er das nicht mehr (und das ist ja auch sinn der Sache). Meine Idee war jetzt: Na gut, dann lass ich den Prozessor einfach dauerhaft auf 3,6 GHz laufen (dass ist auch der maximale Wert, den die Automatik machen würde, wenn alle 6 Cores verwendet werden), leider habe ich keine “K” CPU (=übertaktbar), also ist mein Faktor fest eingestellt und ich kann ihn nicht ändern… :wink:
Trotzdem habe ich das Gefühl das System läuft jetzt “smoother” also lasse ich es vorerst so.

Danke für’s öffnen des Threads.

Ich sehe gerade, dass Du unter Win8.1 arbeitest. Stimmt das immer noch?

Das mit den C-State Modi und Hyperthreading habe ich auch gelesen. Allerdings hab ich das so verstanden, dass das nicht für Windows 10 gilt. Sofern Du aber nicht mit der aktuellen Windows-Version arbeitest, erklärt sich Dein Erfolg.

Hier die Links zu den Steinberg-Artikel:
https://www.steinberg.net/de/support/knowledgebase_new/show_details/kb_show/optimizing-windows-for-daws.html
https://helpcenter.steinberg.de/hc/de/articles/206929270-Computer-für-Audioanwendungen-DAW-

Vor knapp einem Jahr habe ich mich entschlossen meine Musikproduktion von Mac auf Windows zu wechseln. Da ich als Informatiker keine halben Sachen mache, bin ich stolzer Besitzer eines Intel i9 mit 18 Kernen. Der Rechner ist maximal ausgebaut und theoretisch sollte ich bis im Jahr 2040 keine Performance-Probleme haben… denkt man jedenfalls. Das ist natürlich nicht so. Obschon ich bei meinen Projekten die CPU-Auslastung von nur ca. 30% habe, habe ich gelegentlich Knackser im Audio. Erst ab einer ASIO Buffergrössen von 1024 sind diese weg… und genau das kann ich mir nicht wirklich erklären. Erfahrungsgemäss müsste die CPU-Auslastung bei einem kleinen ASIO Buffer steigen - was auch leicht geschieht - aber bevor die CPU nicht mit 80% belastet ist, erwarte ich keine hörbaren Audio-Probleme.

Irgendetwas ist doch da nicht sauber. Wenn man liest, was alles im BIOS deaktiviert werden sollte, dann habe ich das Gefühl dass Cubase viel Raum für Verbesserung hat und die Möglichkeiten der Hardware nur zum Teil ausnutzt.

Falls aber jemand mit Windows 10 v1809 auch gute Erfahrungen mit den BIOS Änderungen gemacht hat… bitte melden. Ich habe nämlich grossen Respekt an den BIOS Einstellungen herum zu basteln.

@ssrmpc
Hast du dir den zweiten Link mal selber durchgelesen?
Da steht die Antwort warum dein 18 Kerner nicht die von dir erwartete Performance bringt…

Echtzeitanwndungen besser hoher Takt als viele Cores!!

Haha… ich habe beides!

Allerdings muss die Software da auch mitmachen. Wenn auf der Stärksten Workstation der Welt (stand Juli 2018) die Software Performance Probleme hat, dann liegt es garantiert nicht an der Hardware.

Ausserdem habe ich ja nicht das Problem, dass die CPU-Auslastung zu hoch ist… Meine CPU-Auslastung ist bei maximal 30% und somit hilft die Aussage Echtzeitanwndungen besser hoher Takt als viele Cores!! überhaupt nicht weiter.

Na dann noch viel Spaß mit der Stärksten Workstation der Welt :smiley:

Ja ich bin noch bei Win 8.1, werde das auch nicht ändern, solange mein System sauber läuft.
Wenn ich nur daran denke, alle Plugins, Librarys, Programme und Treiber neu installieren zu müssen, läuft mir ein Schauer über den Rücken…
Im Idealfall gibt es bei mir erst wieder neues Windows, wenn ich mir einen neuen Rechner kaufe.
Solange ich nicht zu viel von SoundToys benutze, ist mein System eigentlich noch recht performant :joy:

Oh ja… beschwör’s nicht herauf!

Am Wochenende werde ich mal versuchen die C-State Modi umzustellen. Da diese BIOS Einstellungen je nach Hersteller irgendwo sind, bin ich gerade dabei mich diesbezüglich schlau zu machen. Da hast Du mir einen Floh in’s Ohr gesetzt. Vielleicht werden meine Tracks dann ja auch besser :smiley:

Für diejenigen welche ausser Cubase auch Ableton Live auf dem System installiert haben, ist womöglich dieser Artikel interessant:

https://helpcenter.steinberg.de/hc/en-us/articles/115001232404-Windows-10-Possible-performance-issues-with-Ableton-Live

Das könnte meine Dropouts bei geringer CPU-Last erklären.

@ssrmpc
Eine Frage sei noch erlaubt…
Was stimmt denn jetzt? Alle deine Performance Probleme sind seit dem Win10 1809 Update gelöst (wie du in einem anderen Thread schreibst) oder du hast gelegentliche Aussetzer?
Die beiden Aussagen passen irgendwie nicht zusammen…

Am Wochenende werde ich mal versuchen die C-State Modi umzustellen.

@ssrmpc

Bei mir hat das deaktivieren der C-States die gelegentlichen Aussetzer beseitigt (auch unter Win10), könnte also hilfreich sein. Ist aber keine große Sache das im BIOS abzustellen und auch nicht besonders riskant :wink: .

Gruß
Thilo

da sagt Deine Signatur aber was anderes: PC: Ivy-Bridge E - Core i7 4930**K** HT 6x3,4Ghz

ich frage halt nur, weil ich selbst ein i7 3770K habe und evtl. schliessen die Tips die Du angewandt hast einfach nur aus, daß er noch übertaktet. wenn dem so wäre, lasse ich erstmal die Tips weg, obwohl ich am WE ursprünglich mich auch endlich mal um die Aussetzer & Knackser kümmern wollte

Bei der Performance habe ich keine Unterschiede festgestellt, aber diese kleinen Knackser sind weg…

@The Sarge: Jetzt wo Du es sagst, sehe ich es auch. Trotzdem war in meinem BIOS die Umstellung des Multiplikators gesperrt… :man_shrugging:t3:

Sämtliche Cubase 10 Probleme welche ich hatte und von anderen Benutzer gemeldet werden wie Z.B.

  • Projekte die sich nicht mehr öffnen lassen
  • Cubase Hänger
  • Freeze beim Audio Rendern
  • ewige Wartezeiten bis ein Projekt geladen ist
  • Darstellungsprobleme
  • Audio Aussetzer
  • Neustart des Rechners nötig nach Cubase Freeze
  • usw.

waren nach dem Update auf Windows 10 v1809 weg. Cubase 10 läuft auf meinem System seit dem ich mich an die Versions-Vorgaben von Steinberg halte absolut stabil, schnell und zuverlässig.

Ich kann mit meinem Audiomaterial nicht einmal Dein Hitpoint-Detection-Problem nachvollziehen. Ich rate deshalb Dir und jedem anderen Cubase-Benutzer die Software-/Betriebssystem-Versionen so zu wählen, wie es der Software-Hersteller vorschlägt. Ob es Dein Problem löst, weiss ich nicht und habe deshalb angeboten diesen Test auf meinem System durchzuführen, sofern mir etwas Audio-Material zur Verfügung gestellt wird. Dann wüsstest Du ob sich die 2h Zeitverlust den Du für das Windows-Update benötigst lohnen könnte. Übrigens… genau so stelle ich mir Hilfe in einem User-Forum vor.

Das ist das schöne an der Informatik… mit dem selben Test-Geschirr (so nennt man die Soft-/Hardware-/Daten-Rahmenbedingungen) erhält man mit dem selben Test das selbe Resultat. Wenn nicht, dann ist das seltsam. Darum versuche ich auch die Benutzer zu verstehen, welche mit Cubase 10 und dem Windows v1809 Update alle Probleme erhalten haben, die ich los geworden bin. Das ist ein Software-Verhalten welches seltsam ist und ich hoffe, dass diese Benutzer ein Ticket eröffnet haben und den Feedback im Forum posten werden.

Da Du aber von meinen Beschreibungen öfters mal verwirrt bist, versuch ich nochmals meine Situationmit Cubase 10 auf Windows 10 v1809 zu erklären.

Das einzige Problem welches ich mit Cubase 10 habe, sind gelegentliche Audio-Knackser wenn ich einen ASIO-Buffer < 1024 verwende. Da aber meine CPU-Auslastung minimal ist, konnte ich mir diese gelegentlichen Knackser nicht erklären. Dieses Audio-Verhalten macht in meinem Fall keinen Sinn, da genug Hardware-Leistung zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung steht.

Seit dem ich den Artikel https://helpcenter.steinberg.de/hc/en-us/articles/115001232404-Windows-10-Possible-performance-issues-with-Ableton-Live entdeckt habe, bin ich mir ziemlich Sicher, dass mein Problem gelöst ist. Der Artikel beschreibt mein Cubase-Verhalten mit meinen Rahmenbedingungen und enthält einen akzeptablen Workaround.

Da ich nun auch eine positive Resonanz zum Thema BIOS-Einstellungen von codex gelesen habe, werde ich auch diese Einstellungen - zumindest für einen Testlauf - anpassen. Ich hatte Respekt vor Anpassungen am BIOS, aber wenn’s für codex funktioniert dann könnte es auch bei mir einen positiven Einfluss haben.

In eigener Sache:
Codex hilft mir und vermutlich auch anderen Cubase-Benutzer. Er bringt gute Themen und versucht sich in die Probleme von anderen hinein zu versetzen um dann mit seinen Antworten zu helfen. Da Du Dir ja auch Zeit nimmst in dieses Forum zu Posten, versuch doch codex als Vorbild zu nehmen. Es ist nicht so schwierig hilfreich zu sein und Du kannst das auch wenn Du willst. Ausserdem musst Du dann auch nicht Reaktionen lesen wie die von The Sarge im Cubase 10.0.15 verfügbar Thread. Es hätte also auch für Dich Vorteile.

oha :astonished:

Kurz und knapp…
Wo bleibt denn da der Spaß? Egal!
Es sind nach deiner Aussage alle Cubase Probleme gelöst außer gelegentliche Knackser bei einem Buffer unter 1024! Alles außer x ist für mich nicht alles…!
Du verstehst immer noch nicht, dass 1809 AUCH kompatibel ist, es ist KEINE Vorgabe von Steinberg!!!
Auf meinem Test PC läuft Cubase unter 1809 genau so gut/schlecht wie auf meinem Studio PC mit 1803!

Verstehe bitte endlich mal folgendes:
PC mit zwei Boot Platten, alles identisch konfiguriert, gleiche Win10 Version etc., einziger Unterschied ein klitzekleines PlugIn, hier vorhanden dort nicht, hier alles supi dort macht Cubase Faxen! Es gibt immer wieder Probleme seitens der PlugIn Anbieter, vor nicht allzu langer Zeit waren es z.B die Brainworx PlugIns…
Kannst ja mal das Forum durchsuchen, wie hartnäckig da behauptet wurde Cubase sei schuld! Am Ende lag das Problem nachgewiesen bei Brainworx! Das nur mal als Beispiel!

Das Hitpoint Problem ist von Steinberg bestätigt! Laut Support Aussage (Telefonat mit einem Mitarbeiter aus der Entwicklung/Support) ist das Problem durch implementieren neuer Features (Audio Alignment?) entstanden und es wird an der Beseitigung gearbeitet (siehe auch engl. Forum!).

Ich helfe wem ich will, wann ich will und wie ich will!

Wer ist "The Sarge“?

Du bist neu bei Cubase!
Du bist neu (ca. 1Jahr) mit Win im Audio Bereich!
Du bist neu hier im Forum!
Ich nicht!
Immer und immer wieder kommen die selben Themen und immer wieder kommen Leute die es besser wissen wollen…
Glaub doch wenigstens den Leuten (nicht mir) die sich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten hier tummeln und sich zum Teil auch professionell damit auseinandersetzen!

Ich will dir oder anderen nicht gefallen!
Ich vertrete hier meine Meinung und will keine Freunde finden!
Wie auch immer…
Es gibt eine Möglichkeit Forum User zu "ignorieren“ findest du in deinem Benutzer Menu!
Kannst du handhaben wie du willst💋

@MegaPro1999
Ich hatte ganz am Anfang wirklich das Gefühl, dass Dein Name auch Deine Qualifikation widerspiegelt… na wie man sich da täuschen kann. :laughing: Obschon Deine Posts für mich nicht hilfreich waren, konnte ich denen einen gewissen Unterhaltungswert nicht abstreiten. Der Link betreffend CPU Performance vs. Real-Time Performance in Digital Audio Workstations (DAW) https://www.youtube.com/watch?v=GUsLLEkswzE&feature=youtu.be ist sogar richtig gut.
Trotzdem… Deinen letzter Tip habe ich nun umgesetzt.

@alle
Wenn wir uns hier im Forum nicht helfen, dann bringt es nichts. Feedback mit dem Inhalt "

… das ist mir alles Banane

" oder “… steht in der Doku” helfen nicht wirklich weiter.

An dieser Stelle bitte ich Euch für diesen Post um Nachsicht, der ausser dem obigen Link nichts mit dem Thema zu tun hat.

Ich versuch nochmal zum Thema zurückzukommen.
BIOS Einstellungen können natürlich problematisch sein, wenn man irgendwo wahllos rumstellt, aber die Abschaltung von SpeedStepping dürfte eher unproblematisch sein. Das mit den C-States bin ich schon etwas vorsichtiger angegangen, aber in meinem BIOS waren die meisten Sachen ganz gut beschrieben (teilweise stand sogar dabei, welche Funktionen nicht mehr gehen, wenn man eine bestimmte Option abschaltet).
Von der Grundstrategie her habe ich alles abgeschaltet, was die Prozessoren im laufenden Betrieb irgendwie hochtaktet, runtertaktet, abschaltet, in einen Stromsparmodus schickt oder ähnliches. Ich halte es für plausibel, dass das bei sehr timingkritischen Anwendungen zu minimalen Aussetzern führen kann.

Ich glaube wir sollte auch bedenken, dass die Cubase Leistungsanzeige kein guter Gradmesser für die Auslastung der Prozessoren ist, vor allem nicht in Multiprozessorsystemen. Wenn die Lastverteilung nicht optimal ist, könnte es passieren, dass ein Prozessor schon an sein Limit stößt, während die anderen auf halber Kraft vor sich herdümpeln. Die Ansicht im Taskmanager ist da glaube ich aussagekräftiger, sie zeigt für jeden Prozessor einzeln die Auslastung an, außerdem auch noch Zugriffe auf das RAM und die Festplatten (auch das kann ja zum Flaschenhals werden). Theoretisch könnte es sogar noch die Grafikkarte sein. Ich weiß zum Beispiel, dass die Echtzeitanzeigen in den Melda-Plugin mit OpenGL beschleunigt werden können. Angenommen die Grafikkarte schafft es mal nicht rechtzeitig alles zu berechnen, könnte es da evtl. auch zu Audioaussetzern oder Knacksern kommen?

Ja… 100%-tig! Überall wo ein Geräte-Treiben werkelt, könnte besagter Treiber eine Latenz verursachen weil die CPU auf Antwort wartet. Grafikkarte, HDD, SSD, Netzwerkkarte… usw.

Ich habe mal spasseshalber den LatencyMonitor https://www.resplendence.com/latencymon installiert und laufen lassen. Erstaunlicher weise ist mein Nvidia-Treiber der im System “langsamste” und erzeugt bis zu 220 Mikrosekunden Wartezeit. Wieviele Kerne davon betroffen sind, habe ich allerdings nicht herausgefunden. Gestern Nacht und heute habe ich mich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und habe mal im BIOS diverse Einstellungen verändert. Die Erkenntnisse muss ich aber noch etwas sortieren, damit diese verständlich sind. Dieser Post kommt demnächst.

Mein gelegentliches Audio-Knackser-Problem konnte ich lösen. In der Annahme dass der Cubase 10.0.15 Update nichts mit der Audio-Engine zu tun hatte, war das ReWire-dll von Ableton-Live schuld. Falls das nun jemand nachmachen will kommt hier ein kleiner Tip: Nach dem Renaming des besagten DLL gemässhttps://helpcenter.steinberg.de/hc/en-us/articles/115001232404-Windows-10-Possible-performance-issues-with-Ableton-Live sollte der Rechner neu gestartet werden.

Um was geht’s?
Es geht um Rechenleistung (auch Datenverarbeitungsleistung, englisch computing power oder performance genannt) (Siehe Link unten). Genauer gesagt geht es um die Rechenleistung welche benötigt wird, um bei einem zusammenhängenden Audio Strom rechtzeitig den ASIO-Puffer mit Daten zu füllen.

Wird der ASIO-Puffer nicht rechtzeitig mit Daten gefüllt, dann kommt’s zu den Audio-Knackser oder zu Aussetzer. Diese Knackser die durch Real-Time-Peaks verursacht werden, versuchen wir mit einer adaptiven PC-Konfiguration so gut wie möglich zu vermeiden. Das Tutorial CPU Performance vs. Real-Time Performance in Digital Audio Workstations (DAW) (siehe Linke unten) erklärt u.a. das Zusammenspiel CPU, ASIO-Buffer, Audio-Interface sehr gut. Es wird auch darauf hingewiesen, dass potentiell sämtliche Geräte-Treiber die CPU warten lassen können, was das Real-Time-Audio-Processing negativ beeinflusst. Bevor man sich an die BIOS-Konfiguration wagt, lohnt es sich die Geräte-Treiber untersuchen.

Im Steinberg-Artikel Windows für die Arbeit mit DAWs optimieren (siehe Link unten) werden für Cubase diverse BIOS-Konfigurationsanpassungen vorgeschlagen. Ich habe nun also das gemacht, was ich 15 Jahre lang mit Apple-Produkten erfolgreich vermieden habe…. ich habe mich um die BIOS-Konfiguration gekümmert und mich in die Themen eingelesen. Das Ziel war es zu verstehen, was ich da im BIOS konfiguriere.

Hyper-Treading und virtuelle Kerne
Hyper-Threading erlaubt dem Betriebssystem 2 Threads (Arbeitspakete) zu Planen welche mit einem Prozessor-Kern abgearbeitet werden. Der Hyper-Threading-Prozessor erscheint als 2 logische Prozessoren. Um Hyper-Threading nutzen zu können, muss die Software dies unterstützen. Das ist seit Cubase 7 der Fall. Das Tutorial Erklärung - Hyperthreading, Virtuelle Kerne (siehe Link unten) gibt eine sehr gute Übersicht was da im Rechner abgeht.

Das Aufteilen des Workload - welche dann mit den x-Kernen der vorhandenen CPU abgearbeitet werden - kommt also nicht gratis mit der Hardware die Hyper-Threading unterstützt. Die Entwicklung der Software bzw. der Software-Komponente welche sich um den Workload kümmert, ist extrem aufwändig und kann wie alles andere besser oder schlechter gemacht werden. Ärgerlicher weise merkt man das aber schneller als in anderen Bereichen…. vor allem dann, wenn es schlecht gemacht würde.

Vorgeschlagene Steinberg BIOS-Einstellungen
Jede CPU verfügt über verschiedene Betriebsmodi, die zusammen als C-States oder C-Modi bezeichnet werden. Gemäss dem Steinberg-Artikel Windows für die Arbeit mit DAW optimieren erlauben C-States der CPU in den Schlafmodus zu wechseln, falls diese kurzfristig nicht benötigt wird. Steinberg empfiehlt diese Option zu deaktivieren. Das mit dem Schlafmodus ist etwas übertrieben. Um Energie zu sparen - wenn die CPU im Leerlauf ist - kann diese aufgrund eines Softwarebefehls in einen Niedrigstrom-Modus versetzt werden. (Quelle siehe Link unten)

Steinberg empfiehlt ausserdem das Deaktivieren der erweiterten Energiespar- und dynamischen Leistungsoptionen der CPU. Dazu gehören Enhanced Intel SpeedStep (EIST), AMD Cool ‘n’ Quiet, Intel Turbo Boost und AMD Turbo CORE.

Diese Optionen erlauben dem System die Leistung zu reduzieren bzw. bei Bedarf die Leistung der Prozessorkerne zu erhöhen. Somit werden Strom-Spannung und Taktfrequenz der Prozessoren beeinflusst. Diese Funktionen mussten entwickelt werden, da diese Hitze-Entwicklung massiven Einfluss auf die Lebensdauer der CPU hat, Multi-Kern Prozessoren viel mehr Energie beziehen und viel komplexer sind als Single-Core CPUs.

Schlussfolgerung
Prinzipiell zielen die von Steinberg vorgeschlagenen BIOS-Anpassungen drauf ab, dass die Hardware immer auf volle Pulle läuft. Bei den vorgeschlagenen BIOS-Einstellungen ist die Leistung sofort da, wenn diese benötigte wird. Leider ist diese Leistung aber auch dann da, wenn sie nicht benötig wird! Dieser Luxus wird mit dem Preis des Energie-Verbrauchs und der Hitze-Entwicklung erkauft. Diesen Konsequenzen muss man sich bewusst sein.

Wenn wir im Sinn und Geist der BIOS-Anpassungen weiter denken, dann können wir bei den Gamer nachschauen wie man erfolgreich CPUs übertaket. Je nach Mainbord-Hersteller existiert Software, mit welchem diese Anpassungen relativ komfortabel via GUI vorgenommen werden können. Es lohnt sich, diese CPU-Tweak-GUIs mal anzusehen.


Link-Liste
Rechenleistung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechenleistung

Windows für die Arbeit mit DAWs optimieren:
https://www.steinberg.net/de/support/knowledgebase_new/show_details/kb_show/optimizing-windows-for-daws.html

CPU Performance vs. Real-Time Performance in Digital Audio Workstations (DAW):
https://www.youtube.com/watch?v=GUsLLEkswzE&feature=youtu.be

Erklärung - Hyperthreading, Virtuelle Kerne:
https://www.youtube.com/watch?v=GVeCgomwnyY

C-States:
https://www.dell.com/support/article/ch/de/chbsdt1/qna41893/was-ist-c-state-?lang=de

Ich habe mal spasseshalber das HyperThreading im BIOS deaktiviert.

Der im Cubase ankommende Performance-Boost war kaum zu glauben! Die durchschnittliche Audio-Last ist von ca. 60% auf unter 25% gefallen. Das ist schon massiv!

Diese kleine Spielerei hatte aber auch einen unerwarteten Nebeneffekt.

Wenn das HyperThreading deaktiviert war, hat mein aktuelles Projekt kein Audio an den Standart-Out geliefert (kein Witz). Um Audio zu haben, musste ich ein neues Projekt erstellen und die Tracks importieren. Dann hatte ich wieder Audio.

Die Cubase-Workload-Aufteilung scheint definitiv Verbesserungspotential zu haben. Mit Cubase 10 wurde ein Workaround eingeführt, der dafür sorgt, dass Cubase nur 14 Kerne (max. 28 Threads) verwendet. Das wurde so entschieden, da mit Windows 10 der Multimedia Class Scheduler Service (MMCSS) vom User-Mode nach Kernel-Mode Verschoben und als Nebeneffekt von Microsoft eine pre-Prozess Limitation von 32 registrierten Threads eingeführt wurde (wovon 28 von Cubase verwendet werden können).

Steinberg hat diesbezüglich folgende Information herausgegeben: Windows 10: audio dropouts on multi-core CPU setups
https://helpcenter.steinberg.de/hc/en-us/articles/115000535804-Windows-10-audio-dropouts-on-multi-core-CPU-setups

Gemäss Steinberg kann man da nichts machen da Microsoft reagieren muss…… allerdings habe ich folgende Info von Microsoft an die Software-Entwickler entdeckt:

_****
In general, Microsoft recommends the following for developers:
\

In der Annahme dass die Microsoft-Info stimmt und die vorgeschlagene API tatsächlich funktioniert, müsste seit Windows 10 der Workload via der Real-Time Work Queue API dem Betriebssystem übergeben werden.

Man könnte also sehr wohl was tun und es muss nicht auf Microsoft gewartet werden!

Da ich gerne mit Cubase arbeite, hoffe ich, dass Steinberg sich die Zeit nimmt um Ihre Software an den Zahn der Zeit anzupassen. Das hätte für alle Benutzer Vorteile.