Vocalmonitoring m. VST-Reverb ohne Latenz b. Recorden?

Da vermutlich einige DAW – Anwender dieses Problem sehr gut kennen, aber nicht dessen
kostenfreie und nicht ganz einfache Lösung über die Pre-Sendfunktion, anbei eine schrittweise Erklärung mit Fotos.
(funktioniert auch in vielen anderen DAW´s – hier aber erklärt am Beispiel von Cubase 10 Pro)

Ein leeres Cubase Projekt anlegen
A – eine normale „Vox1“ Spur anlegen zum ganz normalen Aufnehmen
B - eine Effektspur „Reverb Monitor“ erzeugen und dort ein Reverb VST-Plugin laden
(Mix-Anteil auf 100%)
C - eine andere „Vox Reverb“ Spur anlegen und dort den gelben Monitorbutton einschalten
(rechts neben roten Aufnahme-Button) und dort den Lautstärkefader auf 0 stellen
D - über e-Button der „Vox Reverb“ Spur den in der Effektspur geladenen Reverb als Send auswählen und dann auf Pre-Send umschalten (siehe Foto!)
E - Aktivieren des orangefarbenen Buttons in der Symbolleiste von Cubase oben links
„Verzögerungsausgleich einschränken“ während der Aufnahme
(nachher im Mixingprozess wieder deaktivieren)

Windows 10 Pro , Cubase 10 Pro, Intel Core i7-4770, 16 GB RAM, 256 GB SSD, RME – Fireface 800



Tja warum einfach, wenns auch kompliziert geht…

…und warum erklärst Du nicht einfach wie es “einfach” geht???

Naja, der Controll Room ist eine so neue Funktion, der muß sich erst durchsetzen…

Naja, evtl. Hast Du was vorausgesetzt, was ich aus deinem Post nicht herleiten kann, aber so wie Du das schreibst, kannst Du das alles mit einem Standard Postfader send aus der Aufnahmespur erreichen. Dazu braucht es keine zweite Dummy-Spur nur für den Hall.

Er wollte Eulen nach Athen tragen … :smiley:

Es ist halt nicht jedem gegeben das Handbuch zu lesen :laughing: :laughing:

OK. wenn ich jetzt mal frage, was alles mit Totalmix von RME möglich ist, ist das dann Nachtreten? :ugeek:

was alles mit Totalmix von RME möglich ist, ist das dann Nachtreten?

Eigentlich schon :blush:
Na Ja nicht jeder hat den Durchblick in seiner Hardware! Ich wäre froh wenn ich RME Hardware hätte :unamused:

Ja, auch das geht in Cubase -
schau dir dieses Tutorial mal an, es ist auf viele Soundkarten/Wandler übertragbar.
Feine Sache, mache ich oft so:

https://youtu.be/RuOn6qEs4z4

:bulb:

… so wie im Video von Chris Selim klar wird, legt er auch einen “Dummy-Kanal” an, um ein komplett latenzfreies Signal zu erhalten. oder verstehe ich da was falsch? Leider kann ich die Meinung von von svennilenni nicht nachvollziehen, es sei denn ihm ist die Latenz egal…

Na ja, wie oben geschrieben bin ich davon ausgegangen, dass das Monitoring komplett über Cubase stattfindet, und nicht über den Soundkarten-Mixer (was ja auch im ersten Post mit keinem Wort erwähnt wird) - Zumal das ja auch nicht unbedingt mit jeder Soundkarte funktioniert.

lieber svennilenni,
“meine” Lösung ist auch komplett nur in Cubase (da weicht dann Chris Selim ab in seinem Video)
für mich ist das eine geniale Lösung, die aus diesem Video stammt:

https://www.youtube.com/watch?v=XSPzh-0_H1Y

…vielleicht ist ja meine Beschreibung trotz meiner Mühe unverständlich und dieses Video zeigt den eigentlichen Weg noch besser auf?
In der von Dir beschriebenen Weise kannst Du m.E. kein latenzfreies Signal beim Monitoring erhalten - sondern nur mit einem Dummy-Kanal und Nutzung der Pre-Send Funktion beim Abhören…

In dem Video wird auch mit Hardware- (direct) montoring gearbeitet.

In der von mir beschriebenen Weise macht der Aufnahmekanal nichts anderes, wie der von dir beschrieben Dummy Kanal. Natürlich vorausgesetzt im Aufnahmekanal sind keine Plugins mit Verzögerungen unterhalb des Schwellenwerts für die Einschränkung des Latenzausgleichs insertiert, wovon ich jetzt mal ausgegangen war, da ansonsten ein (nahezu) latenzfreies Hauptsignal sowieso schon nicht gegeben ist. Und natürlich vorausgesetzt, das komplette monitor-routing geht über Cubase.

Das Video beschreibt kein latenzfreies Monitoring.
Das wird sogar explizit erwähnt, dass der Hall verspätet einsetzt und dies aber nicht stört, da es einem Predelay entspricht, dass auch sonst bei Halleffekten eingesetzt wird. Auch beim Beispiel des Delayeffektes wird darauf hingewiesen, dass das erste Delay die Latenz beinhaltet.
Rein technisch ist es auch nicht möglich, die Zeiten in der physikalischen AD- und DA-Wandlung in der Software rückgängig zu machen. Und wenn ein Plugin im Signalweg ist, das x Samples für seine Berechnung benötigt, wird es nicht besser, wenn ich es auf eine anderenSpur oder einen Effektkanal lege.
Das würde bedeuten, dass ein Umweg schneller ist, als der kürzeste Weg. Dann laufe ich auch 1000m auf Umwegen schneller als 200m auf direktem Weg. Da ich die Zeit für 1000m durch 5 teilen kann, hätte ich dann auch wieder eine kürzere Zeit für 200m.
Frage: Nach wie viel Iterationen bin ich auf Lichtgeschwindigkeit ? Dummerweise war Einstein nicht mehr so gut zu Fuß, sonst wüssten wir das.

…vielleicht liegt es ja auch an dem von mir beschriebenen Verzögerungsausgleich in Cubase Pro 10 der ein mögliches Predelay ausgleicht??- habt ihr mal genau die von mir beschriebenen Einzelschritte tatsächlich ausgeführt oder antwortet ihr nur aufgrund eurer “reinen” Überlegungen? In der Theorie kann ich euch nicht widersprechen, aber: wenn noch nicht wirklich probiert, dann einfach mal machen und mir dann eine Rückmeldung geben - der gefühlte Sound (und nur darauf kommt es doch an) ist für mich wie beim normalen Abhören eines Halleffektes - zu dem ja in der Regel - ein mehr oder weniger großes Predelay gehört. (Buffersize meiner Soundkarte hab ich bei 128 oder 256 Samples eingestellt)

…bei 128 oder 256 Samples Buffer, habe ich beim Einsingen (Monitoring durch Cubase mit Hall im Send) in meinem System keine hörbare/spürbare Latenz.
Zumindest so lange wie ich keine Latenz Monster wie zB Ozone8 irgendwo insertiert habe. :laughing:

Für mich ist alles unter 10 ms (roundtrip) Latenz nicht wirklich störend zum einsingen/einspielen. Da beides meistens im noch recht "PlugIn armen“ Zustand geschieht, funktioniert das für mich. In anderen Fällen nutze ich dann Hardware Monitoring.

Nein, denn das tut die Funktion ja nicht.

Die Funktion heißt ja Verzögerungsausgleich einschränken.

Der Verzögerungsausgleich ermittelt die längste Verzögerung in den Signalketten des Projektes und verzögert alles andere so, dass es damit wieder synchron läuft. Die Funktion kann also auch nicht die Physik überwinden und vorhandene Verzögerungen rückgängig machen (Zeitreise).

Die Funktion „Verzögerungsausgleich einschränken“ schmeißt alles aus der Signalkette raus, was über einem einstellbaren Schwellwert verzögert. Das merkt man z.B., wenn man komplexe Masteringplugins im Masterkanal hat mit Kompressor, Limiter usw. Sobald man den Verzögerungsausgleich einschränkt, ist auch der Sound des Plugins weg.

Der eigentliche Nutzen des anfangs beschriebenen Verfahrens liegt m.E. darin, dass man z.B. dem Sänger beim Einsingen etwas Hall geben kann, ohne dass dieser Hall mit aufgenommen wird. Und ich bin gerade nicht sicher, ob das nicht einfacher geht.

https://www.recordingrevolution.com/how-to-record-zero-latency-vocals-with-reverb/

…letzter Hinweis an alle “Ungläubigen” ist der Artikel von Graham Cochrane auf RecordingRevolution, der die von mir vorgeschlagene Lösung in Protools erklärt… und ich halte danach weitere “akademische” Diskussionen für sinnlos … probiert es bitte selbst aus … alles andere bringt es bei diesem Thema nicht…